Willkommen im Turmhaus in Lachania auf Rhodos!

Willkommen im Turmhaus bei Jutta Lacunes! Wir bieten ein frisch renoviertes, romantisch-luxuriös-historisches Wohnhaus zum Wohlfühlen im Künstlerdorf Lachania. Ein großer Wohnbereich mit geschmackvollem Rundbogen entzücken Gemüt und bieten eine stilvolle Umgebung für die schönsten Wochen des Jahres. Ein am gemeinsamen Hof liegendes zugehöriges Gästehaus für große Kinder oder befreundete Mitfahrer ermöglichen gemeinsamen erholsamen Urlaub. Über eine Stiege (siehe Foto) erreicht man das Turmzimmer, von wo man Dorf und Meer überschaut. Das von Künstlern wieder aufgebaute Dorf Lachania ist Ausgangspunkt zahlreicher reizvoller Ziele in der Umgebung, nach einem Frühstück im Turmhaus oder einem späten Frühstück in der Dorf-Taverne Chrissys, die vom Popen (dem griechisch-orthodoxen Dorfgeistlichen) betrieben wird, wo man bei kalten Getränken den blauen Himmel genießen, die mediterrane Sonne begrüßen und den Lieben Gott einen braven Mann sein lassen kann. Im Künsterdorf Lachania bieten wir zwei Ferienhäuser in traditionell-griechischem Baustil: sonnenreflektierendes Weiß sorgt auch bei strahlendem Sonnenschein für angenehme Kühle in Haus und kleinem Binnenhof.

Meer, Geschichte, Künstlerdorf, beim Popen

Rhodos liegt ca. 100 km südlich der türkischen Riviera gehört aber zu Griechenland. Im Süden das Dorf Lahania alias Lachania.

auf Rhodos, der geschichtsträchtigen Insel, war 1980 fast entvölkert, als Künstler aus ganz Europa es in Besitz nahmen und zu dem funkelnden Stern griechischer Traditionsarchitektur zurückverwandelten.

fanden in Lachania die Ruhe für ihre Kunst, einzig „gestört“ durch Öl- und Windmühlen, die dem Dorf ihren unverwechselbaren Charakter geben.

unterhält der Pope Papageorgiou die kleine Taverne „Chrissy's“.

Über uns

Jutta Lacunes gehört zum Urgestein und den Neugründern von Lachania. Ihr Mann und sie renovierten zusammen zuerst das Mühlenhaus, als das Dorf noch in einem Dornröschenschlaf und in Ruinen lag. Später kam das Turmhaus hinzu. Heute sind beide großzügigen Anwesen zu mieten und bilden den Rahmen für einen unvergesslichen Urlaub.

Besuchen Sie das verträume Künstlerdorf Lachania auf Rhodos!

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Impressionen

Willkommen

Willkommen im Turmhaus bei Jutta Lacunes!

Bild von Jutta Lacunes
Jutta Lacunes
Wir bieten ein frisch renoviertes, verwinkeltes Wohnhaus zum Wohlfühlen im Künstlerdorf Lachania. Ein großer Wohnbereich mit geschmackvollem Rundbogen entzücken Gemüt und bieten eine stilvolle Umgebung für die schönsten Wochen des Jahres. Ein am gemeinsamen Hof liegendes zugehöriges Gästehaus für große Kinder oder befreundete Mitfahrer ermöglichen gemeinsamen erholsamen Urlaub. Über eine Stiege (siehe Foto) erreicht man das Turmzimmer, von wo man Dorf und Meer überschaut. Das von Künstlern wieder aufgebaute Dorf Lachania ist Ausgangspunkt zahlreicher reizvoller Ziele in der Umgebung, nach einem Frühstück im Turmhaus oder einem späten Frühstück in der Dorf-Taverne Chrissys, die vom Popen (dem griechisch-orthodoxen Dorfgeistlichen) betrieben wird, wo man bei kalten Getränken den blauen Himmel genießen, die mediterrane Sonne begrüßen und den Lieben Gott einen braven Mann sein lassen kann.

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Mit dem Kamera durchs Turmhaus

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Rhodos und seine Nachbarinseln

Fährverbindungen

Im Sommver verkehren täglich Fähren nach [[Marmaris]] in der Türkei (nicht preiswert für die kurze Distanz). Im Winter ist der Fahrplan sehr ausgedünnt. In der Inselwelt der Dodekanes hat Rhodos (Stadt) den größten Fährhafen. Zu den beliebtesten Fährverbindungen zählen die Inseln Kos und Kalymnos in der Nachbarschaft, regelmäßig verbinden Fähren auch die Inselwert der Kykladen und natürlich nach Piräus, dem Hafen von Athen. Wöchtenlich zwei Fähren gehen von Rhodos (Stadt) über Karpathos nach Kreta. Die Fährverbindung nach Zypern und Haifa (Israel) ist leider seit 2004 eingestellt.

Beispielverbindungen (im Sommer häufiger, im Winter seltener):

  1. Piraeus – Patmos – Leros – Kasos – Kalymnos
    Kos – Nisyros – Rhodos
  2. Piraeus – Syros – Patmos – Leros – Kalymnos
    Kasos – Nisyros – Rhodos
  3. Piraeus – Syros – Mykonos – Patmos – Leros
    Kalymnos – Kasos – Nisyros – Rhodos
  4. Piraeus – Syros – Mykonos – Patmos – Leros
    Nisyros – Rhodos
  5. Rhodos – Nisyros – Kalymnos – Leros – Lipsi
    Patmos – Arki – Agathonissi – Pythagorion
    (Samos)
  6. Rhodos – Symi – Nisyros – Kalymnos – Leros
    Patmos
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Anreise per Flug

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Abbildung Platanos Taverna

Taverna Platanos

mehr Infos unter:

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Rhodos Hunde

siehe:

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Turmzimmer/Schlafzimmer

Über eine kleine Stiege erreichen Sie das Schlafzimmer im Turm, mit reizvollem Meerblick und Blick über das Dorf. Eine Siesta vor dem Spaziergang zur Taverne oder als Ruhehafen nach durchzechter Nacht: ruhig und freundlich eingerichtet.

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Gäste-Séparée mit eigenem Bad

Ideal für Familien mit größeren Kindern oder mitfahrenden Gästen: unser Gästezimmer, welches über ein eigenes Bad verfügt. Man trifft sich im Wohnzimmer oder im stillen Innenhof und kann den Urlaub nacheigener Facon genießen.

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Wohnraum im Turmhaus

Der großzügige Wohnraum mit Rundbogen liegt am ruhigen Innenhof, und bietet neben Banka und Hochbett eine moderner Küche als Treffpunkt für Familie, Gäste und Mitfahrer.  Eßtisch und die amerikanischen Küchentheke sind ideal für zwanglose Gespräche, zum Wein trinken oder für einen Diskurs über die politische Lage.
Die Küche verfügt über einen modernen Herd, Einbauspüle, Kühl und Eisschrank sowie Geschirr für 10 Personen.

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Turmzimmer

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Griechenland

Ελληνική Δημοκρατία
Ellinikí Dimokratía
Hellenische Republik
Flagge Griechenlands
Wappen Griechenlands
Flagge Wappen
Wahlspruch: Ελευθερία ή Θάνατος

(Elefthería i thánatos „Freiheit oder Tod“)

Amtssprache Griechisch
Hauptstadt Athen
Staatsform parlamentarische Republik
Regierungssystem parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Staatspräsident
Prokopis Pavlopoulos
Regierungschef Ministerpräsident
Alexis Tsipras
Fläche 131.957[1] km²
Einwohnerzahl 11.160.000 (2017)[2]
Bevölkerungsdichte 84,6 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung -0,03 % (2016)[3] pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nom.)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2017[4]
  • 200,7 Milliarden USD (50.)
  • 298,7 Milliarden USD (56.)
  • 17.901 USD (42.)
  • 26.669 USD (51.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,866 (29.) (2016)[5]
Währung Euro (EUR)
Unabhängigkeit Beginn des Aufstandes gegen das Osmanische Reich 1821, Bestätigung der Souveränität durch das Londoner Protokoll am 3. Februar 1830
Nationalhymne Ymnos is tin Eleftherian
Nationalfeiertag 25. März (1821, Beginn der Griechischen Revolution)
28. Oktober (1940, Ochi-Tag)
Zeitzone UTC+2 OEZ
UTC+3 OESZ (März–Oktober)
Kfz-Kennzeichen GR
ISO 3166 GR, GRC, 300
Internet-TLD .gr
Telefonvorwahl +30
ÄgyptenTunesienLibyenAlgerienMarokkoMauretanienSenegalGambiaGuinea-BissauGuineaSierra LeoneLiberiaElfenbeinküsteGhanaTogoBeninNigeriaÄquatorialguineaKamerunGabunRepublik KongoAngolaDemokratische Republik KongoNamibiaSüdafrikaSwasilandMosambikTansaniaKeniaSomaliaDschibutiEritreaSudanRuandaUgandaBurundiSambiaMalawiSimbabweBotswanaÄthiopienSüdsudanZentralafrikanische RepublikTschadNigerMaliBurkina FasoJemenOmanVereinigte Arabische EmirateSaudi-ArabienIrakIranKuwaitKatarBahrainIsraelSyrienLibanonJordanienZypernTürkeiAfghanistanTurkmenistanPakistanGriechenlandItalienMaltaFrankreichPortugalSpanienMauritiusRéunionMayotteKomorenSeychellenMadagaskarSão Tomé und PríncipeSri LankaIndienIndonesienBangladeschVolksrepublik ChinaNepalBhutanMyanmarKanadaDänemark (Grönland)IslandMongoleiNorwegenSchwedenFinnlandIrlandVereinigtes KönigreichNiederlandeBelgienDänemarkSchweizÖsterreichDeutschlandSlowenienKroatienTschechische RepublikSlowakeiUngarnPolenRusslandLitauenLettlandEstlandWeißrusslandRepublik MoldauUkraineMazedonienAlbanienMontenegroBosnien und HerzegowinaSerbienBulgarienRumänienGeorgienAserbaidschanArmenienKasachstanUsbekistanTadschikistanKirgisistanRusslandVereinigte StaatenMaledivenJapanNordkoreaSüdkoreaRepublik China (Taiwan)SingapurMalaysiaPhilippinenThailandVietnamLaosKambodschaIndienVenezuelaGuyanaSurinameFrankreich (Französisch-Guayana)BrasilienKap VerdeSpanien (Kanaren)Dominikanische RepublikPuerto RicoDominkanische RepublikBahamasJamaikaKubaMexikoMexikoVenezuelaGuyanaSurinameFrankreich (Französisch-Guayana)BrasilienKap VerdeSpanien (Kanaren)Dominikanische RepublikPuerto RicoDominkanische RepublikBahamasJamaikaKubaMexikoMexikoDänemark (Färöer)Greece in the European Union on the globe (Europe centered).svg
Über dieses Bild

Griechenland (griechisch Ελλάδα [.mw-parser-output .IPA a{text-decoration:none}ɛˈlaða], Elláda, formell Ελλάς, Ellás ‚Hellas‘; amtliche Vollform Ελληνική Δημοκρατία, Ellinikí Dimokratía ‚Hellenische Republik‘[6]) ist ein Staat in Südosteuropa und ein Mittelmeeranrainerstaat. Das griechische Staatsgebiet grenzt an Albanien, Mazedonien, Bulgarien und die Türkei. Griechenland ist eine parlamentarische Republik mit präsidialen Elementen; die Exekutive liegt bei der Regierung, zum kleineren Teil auch beim Staatspräsidenten. Die Hauptstadt des Landes ist Athen. Weitere bedeutende große Städte sind Thessaloniki, Patras, Iraklio und Piräus.

Das antike Griechenland ist als frühe europäische Hochkultur bekannt, die wichtige Errungenschaften wie die attische Demokratie und Philosophie, frühe Naturwissenschaften und die klassische griechische Architektur hervorbrachte. Nach dem Ende der Antike und dem Aufgehen in verschiedenen Großreichen wie Byzanz und Osmanischem Reich konnte erst im 19. Jahrhundert im Zuge der griechischen Revolution und der folgenden Unabhängigkeit von den Osmanen wieder ein griechischer Staat gebildet werden. Die heutige parlamentarische Präsidialdemokratie geht zurück auf das Referendum im Dezember 1974 zur Abschaffung der Monarchie und für die Einführung der Republik.

Griechenland ist Mitglied der Vereinten Nationen, der OECD, der NATO (seit 1952), der OSZE und des Europarates. 1981 wurde Griechenland in die Europäische Union aufgenommen. Zum 1. Januar 2001 trat Griechenland der Eurozone bei.

Gemessen am Index der menschlichen Entwicklung (HDI) zählt Griechenland zu den sehr hoch entwickelten Staaten. Wirtschaftlich bedeutend sind insbesondere die Branchen Tourismus und Handel. Das verarbeitende Gewerbe hat (Stand 2015) im Vergleich zu anderen hochentwickelten Staaten geringe Bedeutung. Einen wesentlichen Anteil im Industriesektor haben das Ernährungsgewerbe und die Metallverarbeitung. Seit 2008 befindet sich das Land in einer Rezession oder Stagnation; die Arbeitslosenquote ist relativ hoch.

Begriff und Bezeichnung

Die Griechen der Neuzeit nennen sich selbst Hellenen (griechisch Έλληνες, Ellines), jedoch hatten sie im Laufe der Geschichte zahlreiche unterschiedliche Bezeichnungen. Homer (8. Jahrhundert v. Chr.) verwendete den Begriff „Hellene“ nicht in seinen Epen. Auch in der klassischen Antike legten die Hellenen kaum Wert darauf, sich als eine einheitliche Nation darzustellen. Die eigene Heimat, sei es eine Polis oder ein Königreich, stand stattdessen bis auf nur wenige Ausnahmen im Vordergrund. So wurden z. B. die bei den Thermopylen gefallenen Soldaten Hellenen genannt. Auch wurden die Teilnehmer an den Olympischen Spielen als Hellenen zusammengefasst. Vielleicht deshalb war gerade diese Bezeichnung später in den ersten Jahrhunderten des Christentums ein Synonym für Heidentum. Von der Spätantike bis zum Ende des Mittelalters (1453) nannten die Griechen sich Rhōmaioi (altgriechisch Ῥωμαῖοι ‚Römer‘). Unterschiedlichste geschichtliche Entwicklungen beeinflussten ihre Selbstbezeichnung. Diese variierenden Namen waren entweder völlig neu, oder bereits früher benutzt worden und in Vergessenheit geraten. Sie waren zu jeweils ihrer Zeit signifikant und können heute als austauschbar betrachtet werden, was bedeutet, dass für das Volk der Griechen die Vielnamigkeit gilt.

In den meisten europäischen Sprachen und jenen Sprachen, die deren Bezeichnungen übernommen haben, beginnt der Name für Griechenland mit den Buchstaben gr. Der Ursprung all dieser Bezeichnungen liegt im lateinischen Begriff Graecus, welcher seinerseits im griechischen Graikos (Γραικός) seinen Ursprung hat, dem Namen eines böotischen Stammes, der sich im achten Jahrhundert v. Chr. in Italien ansiedelte und unter dessen Namen die Hellenen im Westen bekannt wurden. Homer erwähnt in der Ilias die böotische Stadt Graia (Γραῖα)[7]; Pausanias zufolge war dies der alte Name von Tanagra.[8] Kyme, eine Stadt südlich von Rom und nordwestlich von Neapel, wurde von Griechen aus den Städten Chalkis und Graia gegründet. Durch den Kontakt letzterer mit den Römern könnte der Begriff Graeci als Sammelbezeichnung für alle Hellenen entstanden sein.

Hingegen gehen die persische und türkische Bezeichnung der Griechen Yunan ebenso wie die der meisten anderen nahöstlichen Sprachen ursprünglich auf altpersisches Yauna zurück, welches wiederum dem griechischen Íōnes (Ἴωνες) entlehnt ist. Namensgeber war hier der griechische Stamm der Ionier, deren Städte im sechsten Jahrhundert v. Chr. von den Persern erobert wurden und deren Name, ähnlich wie der Name der Graeci im Westen, auf die Gesamtheit der Hellenen bezogen wurde.[9]

Geographie

Griechenland liegt am östlichen Mittelmeer in Südeuropa und setzt sich geographisch aus dem griechischen Festland am südlichen Ende des Balkans, der Halbinsel Peloponnes, die jedoch durch den Bau des Kanals von Korinth (eingeweiht 1893) vom Festland getrennt wurde, sowie zahlreichen Inseln zusammen, die hauptsächlich in der Ägäis, im Ionischen, aber auch im Libyschen Meer liegen. Die politische Grenze nach Norden bilden die Staaten Albanien (282 km), Mazedonien (228 km) und Bulgarien (494 km) sowie im Osten die Türkei (206 km).[10] Eine natürliche Grenze bildet das Ionische Meer im Westen des Landes mit der italienischen Halbinsel und Sizilien sowie das Libysche Meer im äußersten Süden mit dem afrikanischen Kontinent. Die Insel Gavdos im Libyschen Meer ist der südlichste Punkt des Landes und gilt zudem geographisch als südlichster Punkt Europas.

Regionale Gliederung Griechenlands

Das Land hat eine Gesamtfläche von 131.957 km²: 106.915 km² entfallen auf das Festland, 25.042 km² (knapp 19 %) verteilen sich auf 3.054 Inseln, von denen 87 bewohnt sind.[11] Auf Grund des Inselreichtums erzielt Griechenland eine bemerkenswerte Küstenlänge von 13.676 km,[12] wovon etwa 4.000 km auf das griechische Festland entfallen. Die zum Teil recht großen Distanzen innerhalb des Landes stellen im Verhältnis zu seiner relativ kleinen Gesamtfläche ein weiteres geographisches Merkmal dar. So beträgt die Luftlinie zwischen der Insel Othoni bei Korfu und der Insel Kastelorizo im äußersten Südosten Griechenlands 983 km. Die kleinste geographische Ausdehnung – mit unter 550 km Luftlinie – besitzt das Land in ostwestlicher Richtung.

Der Olymp

Griechenland hat trotz seines stark maritimen Charakters einen Gebirgsanteil von 77,9 % und wird daher als Gebirgsland eingestuft. Zentrale Gebirge und Gebirgszüge des Landes sind das Pindos-Gebirge, der Olymp-Ossa-Pilion-Gebirgszug sowie das Rhodope-Gebirge auf dem griechischen Festland, das Taygetos-Gebirge auf der Halbinsel von Peloponnes und darüber hinaus das Ida- bzw. Psiloritis-Gebirge auf der Insel Kreta. Höchste Erhebung des Landes ist der Mytikas (2917 m) im Gebirgsstock des Olymp. Größere wirtschaftlich verwertbare Ebenen sind nur spärlich vorhanden und befinden sich hauptsächlich in den Regionen Thessalien, Makedonien und Thrakien.

Gewässer

Der Marathon-See mit der 1926 errichteten Staumauer

Größere Flüsse, die ganzjährig Wasser führen, gibt es überwiegend im Norden des griechischen Festlandes, die dort zur Bewässerung der fruchtbaren Täler und zum geringen Anteil der Energiegewinnung genutzt werden. Darunter der Pinios, Axios, Strymonas, Nestos und Evros. Im Süden Griechenlands führen die meisten Flüsse nur saisonal Wasser, können sich aber in der Regenzeit zu reißenden Strömen wandeln. Durch Attika fließt der Kifisos. Für die Binnenschifffahrt wurde einst der heutige Grenzfluss Evros genutzt. Der Norden Griechenlands liegt im Blauen Herzen Europas.[13]

Die griechische Seenlandschaft ist wenig bekannt und besteht etwa zur Hälfte aus natürlichen Seen und aus Stauseen jüngerer Zeit. Der Trichonida-See in Ätolien-Akarnanien hat eine Oberfläche von 96 km² und eine Tiefe von 57 m und ist somit einer der drei größten natürlichen Seen in Griechenland. Die umgebenden Eukalyptus- und Olivenhaine sind Lebensraum für über 140 Vogelarten, der See selbst für einige seltene Fischarten. Ebenfalls in Ätolien-Akarnanien befindet sich der 92 km² große Kremasta-Stausee, der hauptsächlich vom Acheloos gespeist wird.[14]

Klima

Ein See in Epirus, in den Bergen über der Baumgrenze
Mediterrane Landschaft auf Lefkada

Griechenland hat überwiegend ein mediterranes Klima mit feucht-milden Wintern und trocken-heißen Sommern. An der Küste ist es im Winter sehr mild und es regnet häufig; Schnee fällt nur selten. Die Sommer sind relativ heiß und es gibt nur gelegentlich Sommergewitter. Mit 48° wurde 1977 in Griechenland der kontinentaleuropäische Hitzerekord gemessen.[15]

Im Landesinneren ist es vor allem im Winter deutlich kühler und es gibt häufig Nachtfrost, manchmal auch starke Schneefälle. Der Frühling ist kurz, verwöhnt aber „mit einem Feuerwerk aus Lavendel und Anemonen, Klatschmohn und Kamille“.[16] Im Sommer ist es ähnlich wie an der Küste heiß und trocken. Die jährlichen Niederschläge schwanken zwischen 400 und 1000 mm. Da Griechenland sehr gebirgig ist, ist Wintersport durchaus möglich, es existieren 19 Wintersportgebiete unterschiedlicher Größe.[17] Ein kleiner Teil im Nordwesten des Festlandes liegt in der gemäßigten Klimazone.

Flora und Fauna

Flughahn (Dactylopterus volitans) im Mittelmeer vor Ostkreta, ca. 3–5 m Tiefe.
Ein Mittelmeer-Steinschmätzer an einem Kloster auf Lesbos

Flora und Fauna sind kulturell eng mit antiken Mythen verbunden, seltener jedoch mit den Hauptgottheiten. Chloris war die Göttin der Blumen, die für Hera die Pflanzen sprießen ließ[18], Nymphen waren für das Leben der Pflanzen verantwortlich. Der Hirtengott Pan galt auch als Gott des Waldes und der Natur. Häufig nehmen in der griechischen Mythologie Götter die Gestalt von Naturerscheinungen oder von Tieren an.[19] Die Vorsilbe Bio- geht auf das griechische Wort Bios für Leben zurück.

Bereits in der Antike wurden Wälder vor allem zwecks der Gewinnung von Ackerland gerodet. Wo heute keine Landwirtschaft mehr stattfindet, wachsen Hartlaubgewächse (Erica, Erdbeerbaum, Echter Lorbeer, Johannisbrotbaum), aufgrund der gebirgigen Struktur wurden zahlreiche Hänge durch Bodenerosion kahl.[20] Trotzdem ist Griechenland eines der artenreichsten Länder Europas und bezüglich der Vielfalt von medizinisch verwendbaren Pflanzen wird es weltweit nur von Madagaskar übertroffen.[21] Ursache sind die zahlreichen Inseln und abgelegenen Täler. Insgesamt zählt Natura 2000 241 Lebensräume mit Wichtigkeit für die Gemeinschaft (SCI) und 202 spezielle Schutzzonen (SPA) auf. Von den 5500–6000 Pflanzenarten[22] und Unterarten in Griechenland sind 20 % endemisch, die hohe Anzahl an Arten beinhaltet auch einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Heilpflanzen. Sie bildeten einst die Grundlage für eine ausgeprägte Volksmedizin,[23] aber auch für die Asklepiaden. Den Großteil der Vegetation machen immergrüne Pflanzen (breitblättrig, sclerophyllus (hartblättrig)) aus.

An Bäumen wachsen der kulturell und wirtschaftlich bedeutende Ölbaum, weiterhin Pinien, Aleppokiefern, Zypressen, Obstbäume sowie an Küstenregionen Palmen. Ab einer Höhe von 1000 m kommen Kastanien, Ulmen und Eichen vor, bis 2000 m Schwarzkiefern und Apollotannen, über der Baumgrenze auch alpine Matten.[20] Zu den endemischen Bäumen gehört die kefalonische Tanne.

Auch aufgrund großer klimatischer Unterschiede zwischen dem Gebirge und den Küsten sowie dem milden Klima ist das Land so artenreich. Ein Großteil der sehr kleinteiligen Lebensräume ist nur schwer zugänglich und daher vor menschlichen Einflüssen wie Besiedelung oder dem Tourismus geschützt.[19] Es finden sich über 900 Tierarten, darunter Geckos, Eidechsen (z. B. Smaragdeidechse), die griechische Landschildkröte, im Gebirge auch Rehe, Wildschweine und Füchse, vereinzelt auch Wölfe und Bären. Die Fauna der Inseln unterscheidet sich wesentlich von der des Festlandes. Regional finden sich dort z. B. die Unechte Karettschildkröte auf Zakynthos sowie als eine der endemischen Arten die Kretische Wildziege auf Kreta.[24] Im Schmetterlingstal auf Rhodos ist die seltene Schmetterlingsart Panaxia quadripunctaria zu finden. Lagunen- und Feuchtgebiete führen zu einem Reichtum an Vogelarten. Es kommen 36 der 38 europäischen Arten vor; davon brüten 23 sogar im Gebiet.[25]

Die einheimische Tier- und Pflanzenwelt steht in zehn Nationalparks und zwei Meeresnationalparks unter Schutz. Griechenland hat Anteile am Grünen Band Europas.[26]

Der griechische Begriff für Jäger (Kynigós) leitet sich aus dem altgriechischen Wort Kyôn (Gen. Kynós) für Hund ab, bereits in der Antike gab es in Griechenland eine große Vielzahl an Hunden. Von Xenophon ist die Schrift Kynegetikós (Buch über die Jägerei[27]) überliefert, die Fähigkeiten und Nutzen des Hundes insbesondere für die Jagd[28] beschreibt,[29] griechische Hunderassen gibt es hingegen wenige, eine davon ist der Hellinikos Ichnilatis, eine andere des Kritikos Lagonikos.

Bevölkerung

Griechenland Geburtenrate nach Region (2014)
  • 1.5 - 1.7
  • 1.4 - 1.5
  • 1.3 - 1.4
  • < 1.3
  • Bevölkerungspyramide Griechenland 2016

    Als Seefahrtsnation und Land mit großer Küstenlinie ist Griechenland seit je sowohl Auswanderungsland als auch Ziel von Immigranten. Neben der christlich-orthodoxen, griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren einige religiöse und sprachliche Minderheiten sowie Zuwanderergruppen. Da Griechenland solche Bevölkerungsgruppen statistisch nicht erfasst, beruhen alle Angaben zur Anzahl ihrer Mitglieder auf Schätzungen und können je nach politischem Standpunkt stark variieren. Eine vor allem wirtschaftlich bedeutsame Minderheit bilden die rund 500.000 Albaner, deren Zahl seit Anfang der Finanzkrise deutlich zurückgegangen ist, da viele albanische Arbeitsmigranten nach Albanien zurückkehren.[30] Zu unterscheiden sind die neu zugewanderten Albaner von den ebenfalls albanischstämmigen Arvaniten, die schon vor Jahrhunderten nach Griechenland kamen oder deren Siedlungsgebiete in den neugriechischen Staat integriert wurden, heute weitgehend assimiliert. Es wird geschätzt, dass bis zu 1,6 Millionen Griechen arvanitische Vorfahren haben, was aber stark umstritten und nicht belegbar ist.[31] Die Geburtenrate war im Zeitraum von 2010 bis 2015 mit 1,3 Kindern pro Frau eine der niedrigsten der Welt. Die Lebenserwartung betrug 80,7 Jahre (Männer: 78,0 Jahre, Frauen 83,3 Jahre). Die griechische Bevölkerung ist bereits eine der ältesten weltweit und wird weiter altern.

    Entwicklung der Bevölkerung[32]

    Jahr Bevölkerung Jahr Bevölkerung
    1950 7.669.000 1985 9.975.000
    1955 8.011.000 1990 10.249.000
    1960 8.272.000 1995 10.789.000
    1965 8.451.000 2000 11.142.000
    1970 8.660.000 2005 11.301.000
    1975 9.010.000 2010 11.446.000
    1980 9.635.000 2015 11.218.000

    Sprachen

    97,4 % der griechischen Bevölkerung sprechen die neugriechische Sprache. Da der griechische Staat alle Staatsbürger als Griechen betrachtet, werden keine Informationen zu sprachlichen Minderheiten erhoben, stammen die folgenden Zahlen aus Angaben des griechischen Staates gegenüber den europäischen Institutionen oder deren eigenen Schätzungen. Schätzungen verschiedener Minderheitsorganisationen sind oft weit höher; wie aktiv die jeweilige Sprache noch gesprochen wird, ist nur unzureichend erforscht.[33]

    Sprachliche Minderheiten in Griechenland
    Volksgruppe Angehörige Quote abweichende Schätzungen Sprache(n)
    Griechen 10.508.690 97,4 % Neugriechisch
    Türken 59.000 0,5 % Türkisch
    Mazedonier 40.000 0,4 % 120.000–150.000 Mazedonisch, Ägäis-Mazedonisch
    Aromunen 40.000 0,4 % 80.000–120.000 Aromunisch
    Pomaken 39.000 0,4 % Bulgarisch
    Armenier 30.000 0,3 % Armenisch
    Çamen und Arvaniten 23.000 0,2 % 150.000–200.000 Albanisch, Arvanitika
    Roma 22.000 0,2 % 120.000–300.000 Romani
    Meglenorumänen 10.000 0,1 % Meglenorumänisch
    Sarakatsanen 10.000 0,1 % Neugriechisch: Sarakatsanisch
    Juden 6.000 Ladino (auch Griechisch)
    Summe der Minderheiten 279.000 2,6 %

    Die Dialekte des Türkischen auf dem Balkan (dem früheren rumelischen Teil des Osmanischen Reiches) teilen sich in das Westrumelische, das in Makedonien und den heutigen Nachfolgestaaten Jugoslawiens gesprochen wurde, und das Ostrumelische Ostthrakiens. Die Mundart der meisten Türken im heute griechischen Westthrakien nimmt eine Sonderstellung zwischen beiden ein.[34]

    Die letzte staatliche Zahl zur Verbreitung des Mazedonischen veröffentlichte Griechenland nach der Volkszählung 1951, die 41.017 „slawophone Griechen“ auswies. Aufgrund der starken Repressionen gegen das Mazedonische in der Öffentlichkeit gilt diese Zahl jedoch als viel zu niedrig. Sprachlich besteht ein Dialektkontinuum zwischen den mazedonischen und bulgarischen Mundarten. Für die Sprache der Minderheit werden Begriffe wie Slawomakedonisch, Slawisch, Entopia (letzteres bedeutet so viel wie ‚lokale Mundart‘) und vor dem Streit um den Namen Mazedonien auch Makedonitisch gebraucht. Im Gebiet Griechenlands werden (vorwiegend in Westmakedonien, namentlich in der Präfektur Florina) mazedonische Mundarten gesprochen.[35] Die Mundarten in Griechenland gehören überwiegend der zentralen und der südöstlichen Dialektgruppe an, aus den Dialekten letzterer bildete sich im 19. Jahrhundert eine als Ägäis-Mazedonisch bezeichnete Schriftsprache aus, die mit dem griechischen Alphabet geschrieben wurde.[36]

    Aromunisch ist eine dem Rumänischen nahe verwandte Sprache. Sie wird hauptsächlich im Gebiet der Verwaltungsregion Thessalien in Zentralgriechenland von der Gruppe der Aromunen (im Griechischen meist als Wlachen bezeichnet) gesprochen. Ihre Anzahl wurde auf bis zu ca. 100.000 aktive und 300.000 passive Sprecher geschätzt. Die Zahl der Sprecher nimmt ständig ab, vor allem unter Kindern.

    Die Sprache der Pomaken wird in Griechenland vor allem in den Präfekturen Xanthi, Rodopi und Evros gesprochen. Die Pomaken sprechen die jeweiligen bulgarischen Dialekte des Gebiets, in dem sie wohnen; die Pomaken Westthrakiens werden als thrakische Gruppe der östlichen Rhodopen-Dialekte eingeordnet. Im Gegensatz zu den rund 250.000 Pomaken in Bulgarien ist die Bindung an die bulgarische Schriftsprache in Griechenland verhältnismäßig gering, ein eigenes Schrifttum hat sich nicht ausgebildet.[37]

    Das Westarmenische drang zur Zeit des Osmanischen Reiches von Anatolien aus nach Griechenland, die einstige Präsenz der Armenier in Griechenland ist heute noch in zahlreichen Ortsnamen (z. B. Armeni Αρμένι) gegenwärtig. Größere armenische Gemeinden gibt es in Athen und Thessaloniki. Die Armenier erhielten 1968 die griechische Staatsbürgerschaft.[38]

    Albanisch oder Arvanitisch ist seit spätbyzantinischer Zeit im Gebiet des heutigen Griechenland vertreten. Die erste und hauptsächliche Einwanderungswelle fand auf Einladung der örtlichen Herrscher ab dem 13. und dann v. a. im 14. und bis in das 15. Jahrhundert statt. Seit damals siedeln die Arvaniten in etwa 300 Orten in Südgriechenland. So in Böotien, im östlich daran angrenzenden Attika (dem Umland von Athen), auf einigen Ägäisinseln (u. a. Euböa, Hydra) und auf der Peloponnes. Die albanischsprachigen Bevölkerungsteile in Griechenland sind nach Geschichte, Sprache und Bewusstsein keine einheitliche Gruppe. Insofern ist ihre auf Griechisch übliche Bezeichnung als „Arvaniten“ irreführend. Die internationale Wissenschaft bezeichnet als „Arvaniten“ deshalb nur die Angehörigen der Nachfahren von Zuwanderern aus dem südalbanischen Bereich. Als Eigenbezeichnung verwenden sie teils ein früher gesamtalbanisches Ethnonym, arbërorë. Die Sprache heißt dann entsprechend arbërisht. Der Großteil hat inzwischen aber auch im eigenen Sprachgebrauch die griechischen Bezeichnungen αρβανίτικα (arvanítika ,Arvanitisch‘) übernommen.

    Albanisch wird hauptsächlich im Gebiet des Verwaltungsbezirks Epirus in Nordwestgriechenland sowie von vereinzelten Bevölkerungsgruppen im Rest des Landes gesprochen. Man unterscheidet zwischen den Standardalbanisch sprechenden Çamen, die vorwiegend in Epirus siedelten und 1945 als „Kollaborateure“ mit den Besatzungsmächten fast vollständig nach Albanien vertrieben wurden und den über ganz Mittel- und Südgriechenland verstreuten, griechisch-orthodoxen Arvaniten. Das Arvanitische hat gewisse archaische Züge des Albanischen bewahrt und ist im Wortschatz vom Neugriechischen so stark beeinflusst, dass es für Sprecher des Standard-Albanischen von Albanien nicht mehr verständlich ist. Während der Pflege vlachischer und arvanitischer Traditionen und Folklore weiterhin hohe Aufmerksamkeit geschenkt wird, nimmt die Anzahl der aktiven Sprecher der entsprechenden Dialekte generationsbedingt ständig ab.[39] Die Zahl der Arvaniten wird nach den Kriterien von Sprachgebrauch oder Bewusstsein heute oft auf 150.000 – 200.000 geschätzt.

    Die in Griechenland ansässigen Roma sprechen einen auf dem gesamten Balkan verbreiteten Dialekt des Romani.[40] Neben den muslimischen Roma sind in ganz Griechenland auch zahlreiche christliche Roma (bezeichnet als αθίγγανοι, athíngani, oder τσιγγάνοι, tsingáni) ansässig, die zu Teilen von der Mehrheitsbevölkerung assimiliert sind, zu Teilen jedoch auch unter Bedingungen extremer sozialer Abgrenzung leben, die in der Regel mit dem Grad ihrer Erkennbarkeit als Roma einhergeht.

    Meglenorumänisch, gesprochen von der Gruppe der Meglenorumänen (im Griechischen meist als Wlachoi (Wlachen) bezeichnet), hauptsächlich im Grenzgebiet zur Republik Mazedonien, im Meglen-Tal. Es sind wenige Tausend Sprecher. Die Zahl der meglenorumänisch sprechenden Bevölkerung nimmt rasch ab.

    Ladino, die Sprache der Juden auf der Iberischen Halbinsel, gelangte mit Flüchtlingen ab dem 15. Jahrhundert ins Osmanische Reich und wurde in vielen Städten des heutigen Griechenland gesprochen. Es ist heute nur noch in geringen Resten in Griechenland vorhanden.[41]

    Russisch, gesprochen von Rückkehrern aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR, deren Hintergrund in mancher Hinsicht mit dem der in Deutschland als Russlanddeutsche bezeichneten Bevölkerungsgruppe vergleichbar ist.

    Eine Nachbildung der traditionellen Behausungen der Karakatschanen (Sarakatsani); Gyftokambos, Präfektur Ioannina, Epirus.

    Migration

    Seit den 1990er-Jahren hat sich Griechenland von einem Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland entwickelt. Die Zuwanderer kommen aus Ländern mit griechischer Diaspora (wie z. B. den ehemaligen GUS-Staaten), aus südosteuropäischen Nationen (vor allem den Nachbarländern) sowie aus Nordafrika und Asien.

    Die größten in Griechenland ansässigen Zuwanderergruppen waren laut Daten der Volkszählung von 2001 (nicht erfasst werden griechische und eingebürgerte Zuwanderer):[42]

    Daneben leben schätzungsweise 300.000 illegale Einwanderer im Land, darunter Menschen aus Afghanistan, Irak und dem Maghreb; im Dezember 2010 wurde bekannt, dass Griechenland an jenen Teil der Grenze zur Türkei, der nicht durch den Fluss oder das Meer begrenzt wird, eine Art Grenzzaun errichten will, um weitere illegale Grenzübertritte zu begrenzen.[44] 2015 erhöhten sich die Zahlen illegaler Einwanderung per Boot; betroffen ist u. a. die nur neun Kilometer vor der türkischen Westgrenze gelegene Insel Lesbos.[45]

    Religionen

    Orthodoxe Kirche in Nafplio

    Ähnlich wie in Irland, Polen oder Kroatien spielte die religiöse Zugehörigkeit eine erhebliche Rolle als Identifikationsmerkmal bei der Bildung der griechischen Nation. Nachdrückliches Bekenntnis zu religiösen Riten ist daher weit verbreitet unter der orthodoxen Bevölkerung. Griechenland ist religiös recht einheitlich. Das Orthodoxe Christentum ist laut Verfassung Staatsreligion (wörtlich: vorherrschende Religion);[46] rund 97 Prozent der Bevölkerung sind orthodox. Griechenland ist so der einzige Staat der Welt, der diese Konfession des Christentums zur Staatsreligion erklärt hat. Lediglich 0,2 % der Griechen betrachten sich als Atheisten und 1,7 % betrachten sich als konfessionslos.[47]

    Die meisten Griechen gehören zum autokephalen orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen. Gläubige auf Kreta, dem Dodekanes sowie in den meisten Klöstern der autonomen Mönchsrepublik Athos am Ostzipfel der Halbinsel von Chalkidiki gehören zu dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel mit Sitz in Istanbul. Die so genannten „Neuen Länder“ (nach 1913 erworbene Gebiete in Nordgriechenland und in der Ägäis) unterstehen gemäß Patriarchatsakt von 1928 der Verwaltung der Kirche von Griechenland, in geistlicher Hinsicht aber unterstehen sie Konstantinopel.

    Weiteren christlichen Konfessionen gehören die ca. 121.000 katholische Christen des griechischen und des lateinischen Ritus an, des Weiteren etwa 50.000 Zeugen Jehovas und ca. 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen verschiedener Richtungen.

    Moschee in Xanthi

    Die muslimische Bevölkerung Griechenlands setzt sich zum einen aus Türken, Pomaken und Roma als Staatsbürgern Griechenlands zusammen sowie zum größeren Teil aus Einwanderern, beispielsweise aus Albanien und Pakistan. Nach dem Bevölkerungstausch von 1923 war die Zahl der Muslime auf unter 100.000 gefallen.[48] Heute wird die Zahl der vor allem in Thrakien lebenden autochthonen Muslime in Griechenland auf 140.000 bis 150.000 geschätzt.[49] Für die Zahl der muslimischen Immigranten gibt es keine verlässlichen offiziellen Angaben, Schätzungen von Nichtregierungsorganisationen geben die Zahl mit 500.000 bis 700.000 an.[50] Als griechische Muslime im engeren Sinne werden zum einen jene Nachfahren der zum Islam konvertierten Griechen im Osmanischen Reich bezeichnet, die im Zuge des Vertrags von Lausanne praktisch komplett in die Türkei ausgesiedelt wurden und zum anderen auch die ethnischen Griechen, die in der Neuzeit zum Islam konvertiert sind.

    Das Judentum kann in Griechenland auf eine Kontinuität bis auf das 3. Jahrhundert v. Chr. zurückblicken. Die vermutlich älteste Ruine eines Synagogengebäudes wurde auf Delos ausgegraben und auf 150 bis 200 v. Chr. datiert.[51] Die älteste Synagoge in Betrieb ist die Kahal Shalom Synagoge von 1577 auf Rhodos. 1920 gab es 24 jüdische Gemeinden, allein Thessaloniki hatte 40 Synagogen. Von den 77.000 Juden, die 1940 in Griechenland lebten, wohnten 55.000 in Thessaloniki[52] (Sephardim), daher haben trotz spektakulärer Rettungsaktionen wie der des Erzbischofs Damaskinos oder der der Bürger von Zakynthos nur 14 % den Holocaust überlebt. Heute leben rund 5000 Juden in Griechenland. Viele griechische Juden heiraten Christen, was zur Schrumpfung des Judentums beiträgt.[53]

    Laut einer repräsentativen Umfrage des Eurobarometers glaubten im Jahr 2005 81 % der Menschen in Griechenland an Gott, 16 % glaubten an eine andere spirituelle Kraft. 3 % Prozent der Befragten glaubten weder an einen Gott noch an eine andere spirituelle Kraft.[54][55]

    Geschichte

    Von der Antike bis zur Griechischen Revolution

    Die griechische Kolonisation

    Das antike Griechenland, welches über das Gebiet des heutigen Staates nach Kleinasien reichte, wird als Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund zivilisatorischer Leistungen auf Gebieten der Philosophie, Naturwissenschaften, Geschichtsschreibung und Literatur. 146 v. Chr. wurde das Gebiet des heutigen Griechenland römische Provinz, nach der Reichsteilung 395 war es Bestandteil des Oströmischen Reichs, aus dem das von griechischer Sprache und Kultur dominierte Byzantinische Reich hervorging.

    Nach der Eroberung Konstantinopels durch Kreuzfahrer im Vierten Kreuzzug (1204) war die Macht des byzantinischen Staates gebrochen, das Gebiet zerfiel in Nachfolgestaaten wie das Königreich Thessaloniki, das Fürstentum Achaia und einige weitere sowie in mehrere byzantinisch geprägte griechische Staaten, darunter das Despotat Epirus in Europa und das Kaiserreich Nikaia in Kleinasien. Einige Gebiete wurden Kolonien der Republik Venedig, später auch Genuas und des Johanniterordens.

    Mit der Rückeroberung Konstantinopels durch den nikaiischen Kaiser Michael VIII. 1261 gründete die Dynastie der Palaiologen das Byzantinische Reich erneut, konnte aber nur einen Teil Griechenlands erobern und verlor einige Gebiete an das Serbische Reich, das unter Stefan Uroš IV. Dušan um 1350 seine größte Ausdehnung erreichte, sowie ganz Kleinasien.

    Schlacht von Navarino, gemalt von Carneray

    Begünstigt durch die Schwäche des Byzantinischen Reiches konnten Truppen des Osmanischen Reichs zwischen 1359 und 1451 den größten Teil Griechenlands erobern. Mit dem Fall Mistras 1460 war die letzte unabhängige griechische Herrschaft im heutigen Griechenland von den Osmanen erobert. In den folgenden Jahrhunderten dehnten die Osmanen ihren Staat auf das gesamte griechische Gebiet mit Ausnahme der Ionischen Inseln aus.

    1821 kam es zur so genannten Griechischen Revolution, deren intellektueller Wegbereiter eine Gruppe um Rigas Velestinlis und die Filiki Eteria waren. In der Schlacht von Navarino gelang es einer europäischen Seestreitmacht 1827, über die osmanische Flotte die Oberhand zu gewinnen. 1827 bildete sich eine erste griechische Regierung, die die Inselstadt Ägina zu ihrer Hauptstadt machte. 1829 zog die Regierung nach Nafplio auf dem Peloponnes um. Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurden Zentralgriechenland, der Peloponnes und die Kykladen zum selbstständigen Staat Griechenland erklärt.

    Von der Unabhängigkeit bis zum Zweiten Weltkrieg

    Ioannis Kapodistrias war 1828 das erste Staatsoberhaupt des durch den griechischen Unabhängigkeitskrieg vom Osmanischen Reich befreiten Griechenlands. Um zu verhindern, dass sich der Funke des Republikanismus in Europa verbreitet, etablierten die europäischen Großmächte in Griechenland von außen eine Monarchie.[56] England, Frankreich und Russland hatten dies zur Zahlungskondition für Kredite von 472.000 britischen Pfund und 60 Millionen Drachmen an das seit 1826[57] völlig überschuldete Land gemacht. Im Jahr 1832 wurde der bayerische Prinz Otto, Sohn König Ludwigs I. von Bayern, als Otto I. erster König Griechenlands. Dieses umfasste allerdings nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Ottos Herrschaft wurde 1862 durch einen unblutigen Aufstand beendet. Zu seinem Nachfolger wurde am 30. März 1863 von der griechischen Nationalversammlung mit Zustimmung der Großmächte Georg I. gewählt. 1864 schlossen sich die Ionischen Inseln dem griechischen Staat an, 1881 musste das osmanische Reich gemäß den Beschlüssen des Berliner Kongresses von 1881 Thessalien an Griechenland abtreten, und Kreta erklärte 1908 die Union mit Griechenland, was aber erst im Oktober 1912 von Griechenland und nach den Balkankriegen im Jahr 1913 von den Großmächten anerkannt wurde. Die meisten Inseln sowie Epirus im Norden und Makedonien (mit Thessaloniki) im Nordosten gingen erst als Ergebnis der beiden Balkankriege 1912 und 1913 an Griechenland. Das geschwächte Osmanische Reich hatte sich dort nicht mehr gegen die mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen behaupten können. 1913 wurde Konstantin I. nach der Ermordung seines Vaters König.

    Im Ersten Weltkrieg blieb Griechenland zunächst neutral. Es trat nach der von den Alliierten erzwungenen Abdankung von König Konstantin I. 1917 in den Krieg gegen die Mittelmächte und deren Verbündete, insbesondere Bulgarien und das Osmanische Reich, ein. Nach dem Krieg wurde versucht, mit Billigung der Siegermächte die Niederlage des Osmanischen Reiches zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnenen Westthrakien auch Ostthrakien und das mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet um Smyrna (das heutige İzmir) unter griechische Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (der „Großen Idee“), welche vom damaligen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck „Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere“ (gemeint sind die Ägäis, das eigentliche Mittelmeer, Marmarameer, Schwarzes Meer, Ionisches Meer) – also der Wiedererrichtung des Byzantinischen Reiches mit Konstantinopel als Hauptstadt – als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg aber mit einer deutlichen griechischen Niederlage („Kleinasiatische Katastrophe“). Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Konstantinopler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Millionen Personen), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkischen Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Bevölkerung Athens vervielfachte sich in kürzester Zeit.

    Territoriale Expansion Griechenlands 1832–1947
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    Mehrfach erfolgten seit 1922 militärische Umsturzaktionen, die in einer Revolte gegen König Konstantin I. ihren Anfang genommen hatten. Die Aufstände führten letztlich zu einer inneren Destabilisierung des Landes.[58] 1924 wurde in einer Volksabstimmung die Abschaffung der Monarchie beschlossen. Von 1925 bis 1926 regierte General Theodoros Pangalos diktatorisch.

    Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas am 28. Oktober 1940 ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab (der Tag der Ablehnung, der „Nein-Tag“, wird heute neben dem an die Griechische Revolution erinnernden 25. März als Nationalfeiertag begangen, da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem Wort Όχι, also Nein, an Italien gesendet haben soll). Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die zahlenmäßig überlegenen italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April und Mai 1941 über Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. So wurde durch die erzwungene Ausfuhr fast der gesamten griechischen Produktion noch eine positive Handelsbilanz zum Deutschen Reich in Höhe von 71 Mio. Reichsmark festgestellt, die dann mit extremen Besatzungskosten (auf Wunsch von Hitler in „Aufbaukosten“ umbenannt) verrechnet wurden. Griechenland hatte von allen besetzten Ländern pro Kopf die höchsten Besatzungskosten zu zahlen. Um von der Bevölkerung mehr Sachwerte abzuziehen, wurde der Banknotenumlauf gesteigert. Der wirtschaftliche Zusammenbruch war abzusehen und wurde in Kauf genommen. Besonders der Mangel an Lebensmitteln führte zu einer Hungerkatastrophe und einer Säuglingssterblichkeit von 80 %. Von 300 im Oktober 1944 in Athen untersuchten Kindern waren 290 an Tuberkulose erkrankt.[59]

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    Besatzungszonen (1941–1944)

    Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in Kalavrita und Distomo, wurde als „Vergeltung“ für Partisanenüberfälle die jeweils gesamte Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder „Sondereinheiten“ ermordet. Die Frage nach einer Entschädigung von deutscher Seite für diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion. Für Juden wurde 1942 von den Besatzungsmächten die Zwangsarbeit eingeführt, ab Anfang 1943 wurden sie ghettoisiert, enteignet und vorwiegend nach Auschwitz und Treblinka deportiert, wo sie sofort ermordet wurden. Etwa 80.000 Menschen fielen der „Endlösung“ zum Opfer.[60]

    Der bewaffnete Widerstand ging hauptsächlich von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus. Ebenfalls gab es die rivalisierenden republikanischen, später royalistischen Partisanen der EDES, die im Kampf gegen die ELAS ab Ende 1943 mit der Wehrmacht kollaborierte (Bezug von Waffen und Geräten), in der Schlacht um Athen aber durch Großbritannien unterstützt wurde. Ende 1944 löste sich die EDES nach schweren Verlusten informell auf. Nach militärischer Intervention Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert.

    Insgesamt wurden etwa 70.000 bis 80.000 Griechen im Partisanenkrieg oder bei Vergeltungsaktionen von deutschen, italienischen und bulgarischen Truppen getötet.[61] Zählt man den Zweiten Weltkrieg und den Bürgerkrieg als dessen Folge zusammen, so verlor Griechenland nahezu 10 % seiner Bevölkerung.[62]

    Nachkriegszeit: Bürgerkrieg und Westintegration

    Guerillakämpfer der ELAS

    Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland nach dem in den Bergen geführten Kampf zwischen EDES und ELAS und der Schlacht um Athen fast direkt in den Griechischen Bürgerkrieg über. Die griechische Rechte brach den Vertrag von Varkiza zur Entwaffnung der Partisanen. In einigen Teilen Griechenlands entwickelte sich unter Duldung der republikanisch-gemäßigten Kräfte ein sogenannter weißer Terror der griechischen Rechten, welcher die überwiegend (aber nicht ausschließlich) kommunistischen Mitglieder der EAM und ELAS zum Ziel hatte. Die kommunistischen Partisanen, welche die Hauptlast des Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der deutschen Wehrmacht getragen hatten, gingen erneut in die Guerilla. Hauptsächlicher Unterstützer war dabei Jugoslawien, in geringerem Umfang Albanien – die Sowjetunion beschränkte sich im Wesentlichen darauf, durch ihr Veto eine UN-Intervention zu blockieren. Die royalistische Gegenwehr wurde vor allem von den Regierungen in Großbritannien und den USA unterstützt. Im von Regierungsseite mit äußerster Härte, auch gegenüber der Zivilbevölkerung (unter anderem unter Einsatz von Napalm), geführten Bürgerkrieg wurden die kommunistischen Verbände, die vom Guerillakrieg zum offenen Frontenkrieg übergegangen waren, nach längeren Kämpfen zum Rückzug nach Nordwesten gedrängt. Zuvor brachten sie aus den umkämpften Gebieten zahlreiche Kinder heraus, wovon die DDR etwa 1300 aufnahm.[63] Das Ende der Unterstützung durch Jugoslawien 1949 besiegelte schließlich das Ende ihrer militärischen Macht.

    Grund für die spärliche Unterstützung durch die realsozialistischen „Bruderstaaten“ war ein entsprechendes Abkommen, das Stalin mit Churchill in Moskau Anfang Oktober 1944 geschlossen hatte über die Aufteilung der russisch-britischen Interessensphären auf dem Balkan, wo die Amerikaner militärisch nicht, wohl aber die Briten, vor allem in Griechenland, bereits vertreten waren. Churchill und Stalin hatten dort ein Einflussverhältnis von „90 % West zu 10 % Ost“ für Griechenland vereinbart; dies wurde später von vielen griechischen Kommunisten als „sowjetischer Verrat“ empfunden, da man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei.

    Bis in die 1960er-Jahre blieben viele Bürgerrechte und Freiheiten eingeschränkt. Das Frauenwahlrecht wurde 1952 eingeführt.[64] 1952 trat Griechenland der NATO bei, 1954 dem Balkanpakt. Mit Hilfe des Marshallplans und der hohen Einnahmen von ausländischen Touristen kam es ab den 1950er-Jahren zu einer langsamen Erholung der Wirtschaft des Landes.

    Nach den vor allem gegen die griechische Minderheit in Istanbul, Izmir und in Ankara gerichteten türkischen Pogromen 1955 flohen rund 100.000[65] in der Türkei lebende Griechen nach Griechenland und in weitere Länder. Während 1945 fast 125.000 orthodoxe Griechen als Minderheit in Istanbul lebten,[66] sank ihre Zahl als Folge des Pogroms von 1955 dramatisch. 1999 lebten noch 2.500 Griechen in der Türkei.[67]

    Am 21. April 1967 ergriff in Reaktion auf den erwarteten Wahlsieg der sozialistischen Eniea Dimokratiki Aristera (griechisch Ενιαία Δημοκρατική Αριστερά ΕΔΑ, Vereinigung der Demokratischen Linken EDA), in der sich auch zahlreiche Mitglieder der illegalen KKE wiederfanden, eine Gruppe rechtsextremer Offiziere unter Georgios Papadopoulos durch den sog. Obristenputsch die Macht und errichtete eine Militärdiktatur. Unter der Militärdiktatur spaltete sich von der KKE ein eurokommunistischer Flügel unter dem Namen „KKE-Inland“ ab, was suggerieren sollte, dass die Rumpf-KKE, somit „KKE-Ausland“, von Moskau gesteuert sei. Heute gibt es in dieser Form nur noch die KKE, die sich weiterhin als marxistisch-leninistische Partei versteht, während in der Nachfolge des Eurokommunismus der SY.RIZ.A als Bündnis linker Kleinparteien im Parlament vertreten ist. Nach Massenverhaftungen wurden zahlreiche vor allem linksgerichtete Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben, darunter der Komponist Mikis Theodorakis. Eine entscheidende Schwächung erfuhr die Junta am 17. November 1973 durch den Aufstand der Studenten im Athener Polytechnikum, der unter Einsatz von Panzern brutal niedergeschlagen wurde und das Regime innerlich und äußerlich diskreditierte. Das Scheitern der von der Junta angestrebten Vereinigung mit der Republik Zypern und der dortige Einmarsch türkischer Truppen führte 1974 endgültig zum Zusammenbruch der Militärdiktatur und zur Rückkehr zur Demokratie unter Konstantin Karamanlis. Die Staatsform der Republik wurde in einer Volksabstimmung klar der Wiedereinführung der Monarchie vorgezogen. Im Juni 1975 wurde die neue Verfassung des Landes verabschiedet. Trotz außenpolitischer Westorientierung war Griechenland von 1974 bis 1980 aus der militärischen Organisation der NATO herausgelöst.

    Griechenland seit dem Beitritt zur EWG

    Bereits seit 1961 bestand ein Assoziierungsabkommen mit der EWG, aufgrund der zwischenzeitlichen Junta begannen die eigentlichen Beitrittsverhandlungen erst am 27. Juli 1976, so dass Griechenland zum 1. Januar 1981 als 10. Mitglied in die EWG aufgenommen wurde.[68] Das Land profitierte von Wirtschafts- und Strukturhilfen, musste im Gegenzug auch hohe Importzölle fallen lassen, die bisher heimische Produzenten vor ausländischem Wettbewerb schützten.

    Der Zerfall Jugoslawiens hatte auch ökonomische Folgen für Griechenland, zumal bis dahin die Transit-Strecke durch den Balkan („Autoput“) für Waren- und Personenverkehr die Nabelschnur des Landes zum restlichen Europa darstellte. Folglich stellte sich Griechenland gegen eine frühzeitige Anerkennung der nach Unabhängigkeit strebenden Republiken, konnte sich mit seiner Haltung jedoch nicht durchsetzen. Weiterhin fürchtete man einen Flächenbrand politischer und militärischer Auseinandersetzungen, die auch Folgen für Griechenland, etwa Flüchtlingsströme, hätten. Weiterhin zeichnete sich ein Namensstreit mit der angrenzenden jugoslawischen Teilrepublik ab, die Anspruch auf den Namen Mazedonien erhob. Das Nachkriegsjugoslawien hatte 1945 die mehrheitlich von slawischen Mazedoniern bewohnten Gebiete Südserbiens zur Volksrepublik Mazedonien (später: Sozialistische Republik Mazedonien) deklariert. Die Unabhängigkeit dieses Bundesstaates unter dem Namen Mazedonien wurde von Griechenland als Provokation aufgefasst, da es territoriale Ansprüche auf die gleichnamige griechische Provinz befürchtete. Griechenland verhängte ein Handelsembargo gegen das Land, das später aufgehoben wurde; bis heute ist keine einvernehmliche Lösung gefunden. Griechenland ist heute der mit Abstand wichtigste Investor in der Republik Mazedonien.

    Der kurzen Amtsperiode der Nea Dimokratia unter Konstantinos Mitsotakis folgte erneut eine Regierung der PASOK unter Andreas Papandreou, die auch wegen dessen angeschlagenem Gesundheitszustand in Stillstand gekommen war. Der Jurist Kostas Simitis übernahm den Parteivorsitz und das Amt des Ministerpräsidenten und leitete eine Abkehr von der traditionell sozialistischen Politik seines Vorgängers ein. Die Außenpolitik war nun nicht mehr von einer Sonderrolle Griechenlands geprägt, sondern von einer starken europäischen Ausprägung. Innenpolitisch wurden zahlreiche Reformen durchgeführt:

    • der Kapodistrias-Plan ordnete das Gemeindewesen neu und stärkte die Bedeutung der Regionen,
    • staatlich geführte Großunternehmen wurden privatisiert.
    • Investitionen in die Infrastruktur des Landes

    Die Politik der europäischen Orientierung wurde im Wesentlichen auch von der Regierung der Nea Dimokratia unter Kostas Karamanlis weitergeführt, setzte jedoch keine eigenen Impulse. Nach zwei Wahlperioden erfolgte ein Regierungswechsel. Unter dem neuen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou von der PASOK wurde die Überschuldung des Landes offenbar und führte zu einem rapiden Verlust an Kreditwürdigkeit auf den internationalen Märkten, in dessen Folge das Land in Zahlungsschwierigkeiten geriet.

    Zur Bewältigung wurde der EU-Finanzexperte Loukas Papadimos zum Ministerpräsidenten bestimmt. Aus den Neuwahlen ging Antonis Samaras von der Nea Dimokratia als Sieger hervor und bildete mit der PASOK eine Koalitionsregierung, jedoch gewann auch die linke Opposition an Stimmen.

    Bei den Parlamentswahlen vom 25. Januar 2015 errang die Linkspartei SYRIZA 149 von 300 Mandaten. Alexis Tsipras wurde am 26. Januar 2015 als Ministerpräsident Griechenlands vereidigt. Nach dem Sieg bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im September 2015 konnte Alexis Tsipras erneut eine Regierung bilden.

    Recht

    Die Rechtsprechung in Griechenland erfolgt durch unabhängige Gerichte und setzt sich dabei aus drei verschiedenen Arten von Gerichtshöfen zusammen, die jeweils für die zivilrechtliche, die strafrechtliche sowie die verwaltungsrechtliche Rechtsprechung zuständig sind. Es handelt sich dabei um das System der sogenannten getrennten Gerichtsbarkeiten. Zusätzlich existieren besondere Instanzen der Finanzkontrolle und der Verfassungsgerichtsbarkeit.

    Die gerichtliche Organisation

    Die Zivilgerichte werden in Friedensgerichte, Landgerichte sowie Oberlandesgerichte eingeteilt und sind für alle privaten Streitigkeiten und die ihnen gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit zuständig. Die Strafgerichte folgen demselben institutionellen Aufbau und beinhalten darüber hinaus auch besondere Strafgerichte wie zum Beispiel die Jugend- oder Schwurgerichte. Gegen das Urteil der Zivil- und Strafgerichtshöfe kann bei einem Appellationsgericht Berufung und schließlich beim Areopag (griech. Άρειος Πάγος/Ários Págos) Revision eingelegt werden. Der Areopag ist der oberste Gerichtshof und die höchste Instanz für zivil- und strafrechtliche Fragen. Die oberste Instanz in der Verwaltungsgerichtsbarkeit ist der Staatsrat (griech. Συμβούλιο της Επικρατείας/Symvoúlio tis Epikratías). Ihm unterstehen z. B. die einzelnen Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichte, welche für die Verhandlung von Verwaltungsstreitigkeiten zuständig sind.

    Für Verfassungsfragen stellt das sogenannte Oberste Tribunal (griech. Ανώτατο Ειδικό Δικαστήριο/Anótato Idikó Dikastírio) die letzte Entscheidungsinstanz dar. Das Oberste Tribunal ist für die Überprüfung der Verfassungskonformität von Gesetzen zuständig, die durch das Parlament verabschiedet werden und arbeitet zugleich als Prüfungsgericht von Volksabstimmungen und Wahlen. Dem Rechnungshof (griech. Ελεγκτικό Συvέδριo/Elengtikó Synédrio) unterliegt die Finanzkontrolle und ist als oberster Gerichtshof für die Klärung strittiger Finanzangelegenheiten verantwortlich.

    Menschenrechte

    Minderheitenrechte

    Amnesty International und der griechische Ombudsmann für Menschenrechte weisen regelmäßig auf Defizite beim Menschenrechtsschutz hin. Vor allem die Behandlung von Migranten und Roma-Familien ist ungenügend. Über eine Verletzung von Minderheitenrechten beklagt sich regelmäßig die in Westthrakien lebende muslimische Minderheit. Aus griechischer Sicht darf sie nicht „türkische Minderheit“ genannt werden, da der Friedensvertrag von Lausanne, der 1923 den griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausch regelte, die Minderheiten religiös definierte. Die kleine Zahl slawischsprachiger Bürger wird nicht als Minderheit anerkannt.

    Asylpolitik und Flüchtlingssituation

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    In der Flüchtlings- und Asylpolitik wird Griechenland immer wieder von NGOs kritisiert. Vor allem der große Zustrom von Flüchtlingen aus afrikanischen Ländern macht dem Land zu schaffen, die Griechenland nur unzureichend bewältigen kann. 2011 kamen 55.000 Flüchtlinge alleine über die griechisch-türkische Landgrenze am Fluss Evros in die EU. Die griechischen Behörden sind dafür organisiert, Neuankömmlinge entweder zu versorgen oder öffentlichkeitsfern abzuschieben, so dass sich viele in illegalen Zeltlagern in Großstädten niederlassen, von wo sie Arbeit suchen. Die Versorgung durch Bürgerinitiativen und Kirchengemeinden deckt bei weitem nicht den Bedarf.

    2010 wurde ein Nationaler Aktionsplan für die Asylreform und das Migrationsmanagement beschlossen, der neben dem Aufbau von Behörden zur Erstaufnahme und Asylverfahrensdurchführung auch den Auf- und Ausbau von Auffangeinrichtungen für Migranten vorsieht. Daneben erhofft sich die griechische Regierung vom baldigen Beitritt Bulgariens und Rumäniens zum Schengenraum Entlastung für die eigenen Außengrenzen. Im März 2012 waren nur elf Personen in der staatlichen Behörde für die Asylbewerber zuständig.[69] Rassismus und Gewalt gegen Einwanderer kommt, auch im Zusammenhang mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Land, in den letzten Jahren häufig vor.

    Die griechische Regierung forderte wiederholt die Unterstützung durch die EU bei der Sicherung seiner Außengrenzen, etwa durch die Stärkung von Frontex und die Aushandlung von Rücknahmeabkommen zwischen der EU und den Herkunfts- und Transitstaaten. Das Interesse von Seiten nicht betroffener EU-Staaten, sich der europäischen Flüchtlingsproblematik zu stellen, ist jedoch de facto gering; aus diesen Ländern ist auch häufig die Kritik zu hören, Griechenland versorge die Flüchtlinge nicht ausreichend.

    Im April 2014 wurde Griechenland von Amnesty International erneut kritisiert.[70][71]

    Politik

    Die aktuelle Verfassung Griechenlands trat am 11. Juni 1975 in Kraft; sie wurde 1986, 2001 und 2008 überarbeitet. Sie definiert Griechenland als parlamentarische Republik nach sozialen und rechtsstaatlichen Prinzipien.

    Im Demokratieindex 2017 belegt Griechenland Platz 38 von 167 Ländern, womit es als eine „fehlerhafte Demokratie“ gilt.[72]

    Staatspräsident

    Der seit 2015 amtierende Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos

    Der griechische Staatspräsident (griech. Πρόεδρος της Δημοκρατίας/Próedros tis Dimokratías) ist das Staatsoberhaupt des Landes und bildet zusammen mit der Regierung die Exekutive. Er wird alle fünf Jahre durch das Parlament gewählt und hat im politischen Alltag vor allem eine repräsentative Funktion inne. Zu seinen Aufgaben gehört die Vereidigung des Ministerpräsidenten und der von diesem vorgeschlagenen Minister. Der griechische Staatspräsident besitzt zusätzlich auch ein generelles Vetorecht im Parlament, dieses kann mit der absoluten Mehrheit der Abgeordneten überstimmt werden.[73] Unter besonderen Umständen gestattet die Verfassung ihm, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen. Der Staatspräsidenten kann die Regierung auflösen, wenn diese einen Antrag darauf stellt oder das Parlament ein erfolgreiches Misstrauensvotum durchgeführt hat. Der insgesamt relativ eingeschränkte Handlungsspielraum des Staatsoberhauptes wird auch daran deutlich, dass fast alle seine hoheitlichen Handlungen durch den zuständigen Minister gegengezeichnet werden müssen. Erweiterte Befugnisse erhält der Staatspräsident lediglich im Notstandsfall. Er kann dann auf Vorschlag der Regierung gesetzgeberisch tätig werden. Der griechische Staatspräsident ist ebenfalls Oberbefehlshaber der griechischen Streitkräfte, die Verfassung untersagt es ihm jedoch, den Verteidigungsfall auszurufen sowie Bündnisse und Verträge zu schließen.

    Das Amt des Staatspräsidenten genießt in Griechenland ein sehr hohes Ansehen in der Bevölkerung; dieses nahm seit 2009 (Beginn der Staatsschuldenkrise) noch zu, wohingegen das Vertrauen in Politik und Parteien sank. Der amtierende Staatspräsident Griechenlands ist seit März 2015 Prokopis Pavlopoulos (* 1950).

    Der Amtssitz des Präsidenten ist das (von Ernst Ziller erbaute) Präsidialpalais in der Herodes Atticus Straße in Athen. Direkt gegenüber befindet sich der Nationalgarten mit dem Gebäude des griechischen Parlaments.

    Parlament

    Das Gebäude des griechischen Parlaments am Syntagma-Platz

    Das griechische Parlament (griech. Βουλή των Ελλήνων/Voulí ton Ellínon) besteht aus einer Kammer mit 300 Sitzen und wird alle vier Jahre[74] in geheimer, allgemeiner, freier, gleicher und unmittelbarer Wahl besetzt. Dabei werden 288 Abgeordnete in den 56 Wahlkreisen des Landes sowie 12 Abgeordnete über landesweite Parteilisten gewählt. Eine Besonderheit des griechischen Wahlsystems ist das verstärkte Verhältniswahlrecht: Die Partei mit dem größten Stimmenanteil erhält 50 zusätzliche Mandate im Parlament.

    Das Parlament besitzt neben der Gesetzgebung das Recht, der Regierung oder einzelnen Mitgliedern das Vertrauen über ein Misstrauensvotum mit absoluter Mehrheit zu entziehen[75] und den Staatspräsidenten oder Regierungsmitglieder mit einer Zweidrittelmehrheit anzuklagen.[76] Das Initiativrecht der einzelnen Parlamentarier ist beschränkt, da die Regierung legislative Kompetenzen des Parlaments über Rechtsverordnungen der Regierung oder untergeordneten Organen übertragen kann. Zu den besonderen Charakteristiken des griechischen Parlaments und seiner Konstituierung zählt, dass die quantitative Stärke einer Partei im griechischen Parlament darüber entscheidet, welcher Parteivorsitzende vom Staatspräsidenten als erster mit der Regierungsbildung beauftragt wird. Gelingt ihm dies nicht, erhält der Vorsitzende der nächstkleineren Partei den Auftrag. In Bezug auf die Opposition besteht – wie innerhalb der Europäischen Union sonst nur in Deutschland und Portugal – das Recht, Untersuchungsausschüsse einzusetzen (Minderheitenquorum).

    Regierung

    Amtierender Ministerpräsident Alexis Tsipras (Syriza)

    Die Regierung Griechenlands wird als Ministerrat (griech. Υπουργικό Συμβούλιο/Ypourgikó Symvoúlio) bezeichnet und besteht aus dem Ministerpräsident (Πρωθυπουργός/Prothypourgós) und den Ministern (Υπουργοί/Ypourgí). Nach einer Parlamentswahl beginnt die Regierungsbildung, wobei traditionell der Parteichef der größten Fraktion den Ministerpräsident stellt. Dieser entscheidet über die Zusammensetzung seines Kabinetts und der Staatssekretäre und hat nach der Ernennung durch den Staatspräsidenten und erfolgreich verlaufener Vertrauensfrage im Parlament die Richtlinienkompetenz innerhalb der Regierung. Die Rechte des Ministerpräsidenten wurden in der Verfassungsreform 1986 deutlich ausgeweitet, mit dem Ergebnis, dass die „vollziehende Funktion“ klar beim Regierungschef liegt, der trotz der Kollegialität des Ministerrates auch verfassungsrechtlich der Mittelpunkt der politischen Macht in Griechenland ist. Die Minister können zwar selbstständig ihr Ressort verwalten, müssen aber politische Interventionen des Ministerpräsidenten akzeptieren, da bei ihm die Richtlinienkompetenz und das Vorschlagsrecht zur Ernennung und Entlassung der Minister liegt. Die Regierung kann nur auf eigenen Antrag hin oder nach einem erfolgreichen Misstrauensvotum des Parlaments entlassen werden.

    Aus den wegen der Wirtschaftskrise vorgezogenen[77] Parlamentswahl am 4. Oktober 2009 ging die PASOK als stärkste Partei hervor. Ihr Spitzenkandidat Giorgos Papandreou wurde mit der Regierungsbildung beauftragt und am 6. Oktober 2009 als Ministerpräsidenten vereidigt. Am 9. November 2011 erklärte er offiziell seinen Rücktritt.[78] Am 11. November 2011 wurde Loukas Papadimos vereidigt. Das Kabinett Papadimos war vom 10. November 2011 bis zum 16. Mai 2012 im Amt. Nach der Parlamentswahl am 6. Mai 2012 kam keine Regierung zustande; am 17. Juni 2012 fand eine weitere Parlamentswahl statt. Dabei wurde die ND mit 29,7 % erneut stärkste Kraft; sie erhielt 10,8 Prozentpunkte mehr Stimmen als bei der Wahl vom 6. Mai 2012. Die Partei SYRIZA von Alexis Tsipras, die im Wahlkampf ein Ende der Sparmaßnahmen gefordert hatte, wurde mit 26,9 Prozent wieder zweitstärkste Kraft. Dennoch erreichten mit ND und PASOK die beiden Parteien eine parlamentarische Mehrheit (162 zu 138 Sitze), die an dem eingeschlagenen Sparkurs und der Umsetzung von Reformen festhalten wollen.[79] Nachdem sich ND und PASOK mit der Demokratischen Linken auf die Bildung einer Regierung (Kabinett Samaras) einigen konnten, wurde Samaras am 20. Juni 2012 zum griechischen Ministerpräsidenten vereidigt.[80][81][82] Seit dem 27. Januar 2015, zwei Tage nach den griechischen Parlamentswahlen, ist die neu gewählte Regierung aus SYRIZA und ANEL unter der Leitung von Ministerpräsident Alexis Tsipras (Kabinett Tsipras) im Amt.

    Griechische Ministerpräsidenten 1990 bis heute
    Konstantinos Mitsotakis (ND) Andreas Papandreou (PASOK) Konstantinos Simitis (PASOK) Kostas Karamanlis (ND) Giorgos Andrea Papandreou (PASOK) Loukas Papadimos Panagiotis Pikrammenos Andonis Samaras (ND) Alexis Tsipras
    11. April 1990 bis 13. Oktober 1993 13. Oktober 1993 bis 22. Januar 1996 22. Januar 1996 bis 10. März 2004 10. März 2004 bis 6. Oktober 2009 6. Oktober 2009 bis 10. November 2011 10. November 2011 bis 16. Mai 2012 16. Mai 2012 bis 20. Juni 2012[83] 20. Juni 2012 bis 25. Januar 2015 26. Januar 2015

    Innenpolitik

    Zentrale Themen der griechischen Innenpolitik sind die Konsolidierung des Staatshaushaltes, die Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit, die Deregulierung sowie die Privatisierung des öffentlichen Sektors, die Förderung der griechischen Wirtschaft, die notwendige Umstrukturierung des überschuldeten staatlichen Rentenversicherungssystems (Griechenland gibt fast 14 Prozent des Staatshaushaltes für Renten aus und damit mehr als jedes andere Land)[84], die Reformierung des Gesundheits- und Bildungssystems sowie die Bekämpfung der illegalen Einwanderung. Nach dem Tod eines Jugendlichen, der von der Kugel eines Polizisten getroffen worden war, kam es 2008 zu landesweiten Ausschreitungen.

    Nach dem Regierungswechsel 2009 kam es zu Protesten gegen den Sparhaushalt, mit der die neue Regierung das Staatsdefizit senken möchte, was aufgrund der von allen bisherigen Regierungen gleichermaßen hochgeschraubten Staatsausgaben und der verbreiteten Korruption als schwierige Aufgabe gilt.[85]

    Religionspolitik

    Die orthodoxe Kirche übt wesentlichen Einfluss auf das griechische Bildungswesen aus, wobei die besondere Stellung der griechisch-orthodoxen Konfession als „vorherrschender Religion“ in der griechischen Verfassung festgelegt ist. In der Regierung ist traditionell das Bildungsministerium auch zuständig für religiöse Angelegenheiten. Obwohl der orthodoxen Kirche in der Verfassung nicht ausdrücklich der Status einer Staatskirche zuerkannt wird, wird Griechenland aufgrund der engen institutionellen Verflechtung von Staat und Orthodoxer Kirche im konstitutionellen Recht, ebenso wie z. B. Großbritannien und Dänemark, der Kategorie von Staaten mit einer Staatskirche zugeordnet. So untersteht die orthodoxe Kirche auch teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen alle Bischöfe vom Parlament bestätigt bzw. neu gewählte Regierungen vom orthodoxen Erzbischof vereidigt werden. Das Gehalt der griechischen Priester wird vom Staat gezahlt.

    1982 wurde das Familienrecht dahingehend geändert, dass standesamtliche Trauungen möglich wurden. Bis dahin fanden Ehebündnisse, welche nicht nach dem griechisch-orthodoxen, jüdischen, muslimischen oder römisch-katholischen Ritus geschlossen wurden, keine staatliche Anerkennung. So galten Kinder aus Ehen von Protestanten oder Zeugen Jehovas vor dem Gesetz als unehelich.[86] Außerdem wurde die Pflicht zur kirchlichen Trauung aufgehoben und die standesamtliche Ehe als gleichwertig anerkannt. Ende der 1990er-Jahre wurde der Religionseintrag in den Personalausweisen abgeschafft. Im August 2008 wurde die Verpflichtung zum orthodoxen Religionsunterricht aufgehoben. Jeder Schüler, der nicht am Religionsunterricht teilnehmen will, kann während dieser Zeit nun Nachhilfe in Fächern seiner Wahl erhalten. Die griechisch-orthodoxe Kirche bezeichnete diese Regelung als „falsch und verfassungswidrig“ und hätte allenfalls die Aufhebung der Religionsunterrichtspflicht für Schüler aus anderen Staaten gutgeheißen.[87]

    2008 sprach sich das Oberhaupt der Kirche von Griechenland, Erzbischof Hieronymos, bei seiner Wahl für eine Überprüfung des Kirchenstatuts aus. 2012 plante die Regierung eine Änderung bei der Bezahlung der Geistlichen. Durch stärkere Beteiligung der Kirchen an den Gehältern sollte die Staatskasse jährlich um rund 100 Millionen Euro entlastet werden. Für die rund 20.000 Priester werden im Jahr über 200 Millionen Euro bezahlt.[88]

    Minderheitenpolitik

    Die muslimischen Türken, Pomaken und Roma Westthrakiens werden auf der Grundlage des Lausanner Friedensvertrags von 1923 zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und genießen einige Sonderrechte, wie Schulunterricht in türkischer Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der Türkei (gem. bilateraler Abkommen), Koranschulen, Autonomie in Angelegenheiten des Familienrechts gemäß der Scharia etc. In den letzten Jahrzehnten fand zunehmend eine Assimilation der ca. 30.000 den als Pomakisch bekannten Rhodope-Dialekt des Bulgarischen sprechenden muslimischen Pomaken an die Gruppe der Türken statt. Diese grenzen sich scharf von der sehr heterogenen Gruppe der romani- und türkischsprachigen muslimischen Roma ab.

    Bis zum Bevölkerungsaustausch mit den Nachbarstaaten Türkei und Bulgarien in den Jahren 1920 bis 1925 als Folge der Verträge von Neuilly (1919) und Lausanne (1923) war Griechenland faktisch ein Vielvölkerstaat. Der 1925 noch etwa 15 % betragende Anteil nicht-griechischer Muttersprachler nahm in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ab; besonders während der Besetzung durch die Achsenmächte (1941–1944) und des griechischen Bürgerkriegs (1946–1949) wurden Angehörige von Minderheiten verfolgt oder vertrieben, ihre Quote fiel allmählich unter fünf Prozent.

    Die muslimische Minderheit bildete Anfang der 1990er-Jahre Parteiformationen. Diese waren zeitweise durch zwei Abgeordnete (die Türken Sadık Ahmet und İbrahim Şerif) im Parlament vertreten, was jedoch nach der Erhöhung der Ein-Prozent- auf eine Drei-Prozent-Hürde nicht mehr gelang. Aktuell stammt ein Abgeordneter der konservativen Volkspartei Nea Dimokratia aus der muslimischen Minderheit (der Türke İlhan Ahmet). Konfliktpunkte mit dem griechischen Staat bestehen in der aktuell untersagten Benennung von Vereinen unter Verwendung des Adjektivs „türkisch“ und dem Anliegen, die führenden islamischen Rechtsgelehrten (Muftis), die zurzeit als öffentliche Angestellte vom Staat ernannt werden, durch Wahlen zu bestimmen.

    Vor 1990 lebten bis auf die erwähnten Minderheiten nur wenige Ausländer in Griechenland. Aufgrund einer wenig restriktiven Politik gegen Einwanderer ist Griechenland prozentual zum EU-Land mit den meisten Ausländern geworden. Der griechische Staat ist um eine Assimilation der Neuangekommenen bemüht, der Erwerb der Staatsbürgerschaft für Einwanderer wurde mehrmals vereinfacht. Gegenwärtig ist ein Aufenthalt von fünf Jahren in Griechenland notwendig. Seit 2010 wird die Staatsbürgerschaft bei Geburt in Griechenland oder den Besuch der ersten drei Grundschuljahre oder sechs Schuljahren in Griechenland automatisch erteilt, eine Beantragung ist nicht notwendig.[89]

    Außenpolitik

    Griechenland ist 1952 der NATO beigetreten und ist seit 1981 Mitglied in der Europäischen Union. Darüber hinaus bestehen Mitgliedschaften bei zahlreichen internationalen Organisationen und Foren wie zum Beispiel den Vereinten Nationen, der OECD, der Weltbank, dem Europarat, dem Internationalen Währungsfonds, der UNESCO oder auf regionaler Ebene der BSEC und der SEECP.

    Auf technologischem sowie wissenschaftlichem Gebiet unterstützt oder beteiligt sich Griechenland an verschiedenen internationalen Projekten wie z. B. dem Large Hadron Collider (CERN) oder der Bibliotheca Alexandrina und ist unter anderem Mitglied bei der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA). Von 2005 bis 2007 war das Land als nichtständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat vertreten. Friedenspolitisch engagiert sich das Land bei mehreren internationalen Auslandsmissionen und Entwicklungsprojekten unter anderem in Afghanistan (ISAF), im Sudan (UNMIS), in Georgien (UNOMIG), in Bosnien-Herzegowina (EUFOR), im Kosovo (KFOR) oder in Albanien (NHQT).

    Amtierender Außenminister ist seit 27. Januar 2015 Nikos Kotzias.

    Griechenland in der Europäischen Union

    Der Weg Griechenlands in das westeuropäische Gefüge ist eng mit dem Namen Konstantinos Karamanlis verknüpft und begann am 8. Juni 1959 mit dem Antrag des national-radikalen Regierungschefs (1955–1963) auf Assoziierung mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und den darauf folgenden Assoziierungsverhandlungen. Die Unterzeichnung des Vertrages zur Assoziierung des Landes erfolgte am 9. Juli 1961 und führte am 1. November 1962 zur Assoziierung Griechenlands mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Nach den politischen Wirren in den 1960ern, der darauf folgenden Zeit der Militärdiktatur und der damit verbundenen Aussetzung des Assoziationsabkommens in den Jahren von 1967 bis 1974 reichte der wiedereingesetzte (und 1975 gewählte) Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis mit seiner neu gegründeten Nea Dimokratia (ND) am 12. Juni 1975 den offiziellen Antrag zur Aufnahme des Landes in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft ein. Nach Beginn der Beitrittsverhandlungen am 27. Juli 1976 und Unterzeichnung der Beitrittsakte am 28. Mai 1979, trat Griechenland am 1. Januar 1981 gegen den Wunsch seiner Bevölkerung als zehnter Staat der EWG bei, was zugleich auch den Beginn der Süderweiterung der Gemeinschaft darstellte. Später, während Karamanlis Amtszeit als Staatspräsident, trat Griechenland ebenfalls unter einer ND-Regierung am 6. November 1992 dem Schengener Abkommen und am 1. Januar 1993 dem EG-Binnenmarkt (Vertrag von Maastricht) bei. Damit war die Integration des Landes in die nunmehr sog. Europäische Gemeinschaft vollzogen.

    Bedenken der EWG- und NATO-kritischen linken Parteien, der wieder zugelassenen KKE und der 1974 neu gegründeten PASOK, wegen eines möglichen Verlusts politischer Autonomien und der Wettbewerbsfähigkeit lokaler Unternehmen zugunsten ausländischer Konzerne, wurden als ideologisch motiviert beiseitegeschoben. Die Befürchtungen der weitgehend selbstständig beschäftigten Bevölkerung sollten sich aber noch im EWG-Beitrittsjahr 1981 in der erdrutschartigen Wahl der sozialistischen PASOK (48 %) unter Andreas Papandreou und der kommunistischen KKE (11 %) widerspiegeln. Die Politik des neuen Ministerpräsidenten Papandreou schien auch in der Folge oft im Gegensatz zur Politik anderer EWG-Staaten zu stehen, trotzdem aber missachtete er damals das Wählervotum und verblieb wider erwarten in NATO und EWG. Dadurch, so fürchteten die Griechen, würde die geopolitische Kluft zwischen West- und Osteuropa in der Region weiter verschärft und Griechenland von seinen Nachbarn noch stärker isoliert.

    Das Land hat mit der Bildung der Europäischen Gemeinschaft 1993 eher eine Destabilisierung der nationalen Wirtschaft erfahren. Die Europabegeisterung in der Bevölkerung hielt sich deshalb weiterhin in Grenzen. Der Grund hierfür lag vor allem an der Tatsache, dass sich trotz subventionierter Projekte aus den EG-Strukturfonds positive Auswirkungen der Mitgliedschaft schleppend sowie für breite Teile der (selbständigen) Bevölkerung eher unsichtbar einstellten. Außer für ganz wenige Großunternehmen, hatte sich die Erschließung des offenen Binnenmarktes für sie als wenig ergiebig erwiesen. Stattdessen wurden die eigenen Märkte mit Waren und Dienstleistungen ausländischer Konzerne überschwemmt, gegen deren Preisdumping der klassische griechische Kleinbetrieb kaum ankämpfen konnte. Sodass von einst 52 % bei EWG-Beitritt (OECD-Statistik: „self-employment“), heute die Selbständigkeit 2015 nurmehr bei gut 30 % der Erwerbstätigen liegt – zwar immer noch EU-Rekord, so wird aber die Selbständigkeit bis heute nicht ausreichend mit lohnabhängiger Arbeit ersetzt.

    In der euphorischen Erwartung der Jahrtausendwende und wegen der 1997 erteilten Ehre der Ausrichtung der Olympischen Spiele 2004 schlug die Skepsis seit Mitte der 1990er allmählich in eine zunächst zögerliche Integrationsfreudigkeit der griechischen Bevölkerung um. Abermalige Bedenken der griechischen Selbständigen wegen der Einführung einer gemeinsamen Währung wurden zwar intensiv diskutiert, hatten jedoch – bis zum Ausbruch der Finanzkrise 2008 – die Mitgliedschaft in der EU nicht mehr ernsthaft in Frage gestellt. Griechenland setzte sich damals innerhalb der Europäischen Union für ein offenes Europa ein. Die geopolitische Lage ist zudem für alle größeren politischen Parteien mit Ausnahme der KKE eine Motivation, die europäische Integration weiter voranzutreiben und begründet das Interesse, den Balkan an die EU anzubinden sowie die Befürwortung eines EU-Beitritts der Türkei. Weitere Schwerpunkte der griechischen Politik in der Europäischen Union sind beispielsweise eine gemeinsame Immigrations- und Asylpolitik oder eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, die ein stärkeres Gegengewicht zur NATO bzw. den USA einnehmen soll.

    Griechenland hatte im ersten Halbjahr des Jahres 2003 die EU-Ratspräsidentschaft unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Konstantinos Simitis inne. Sie stand im Zeichen der Osterweiterung der Europäischen Union, der Ausarbeitung eines Verfassungsvertrages durch den Reformkonvent sowie des Irak-Krieges und seiner Auswirkungen auf die Europäische Union. Als historischer Höhepunkt gilt dabei die Unterzeichnung der Beitrittsverträge mit den zehn neuen EU-Mitgliedstaaten am 16. April 2003 in Athen als der Geburtsstätte der Demokratie, was als symbolische Weichenstellung für die Zukunft Europas betrachtet wurde. Nach 1983, 1988, 1994 und 2003 hatte Griechenland 2014 – vom 1. Januar bis 30. Juni 2014 – zum fünften Mal die EU-Ratspräsidentschaft inne.

    Internationale Beziehungen

    Griechenland verfolgte in den Jahren ab 1996 unter Ministerpräsident Konstantinos Simitis und Außenminister Giorgos Papandreou verstärkt eine Politik der europäischen Integration. Im Zentrum standen dabei einerseits eine stärkere Abstimmung der griechischen Europapolitik zur Politik der Europäischen Union, andererseits aber v. a. der Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit mit den Staaten Südosteuropas und die Annäherung an die Türkei.

    Dies führte zu einer Reihe vertrauensbildender Abkommen mit der Türkei sowie zu einer Vielzahl bi- und multilateraler Projekte zwischen Griechenland und den Staaten des Balkans. Im Jahr 2002 ratifizierte das griechische Parlament ein Hilfsprogramm in Höhe von 550 Millionen Euro für Südosteuropa, mit dem Ziel, die Stabilität und den wirtschaftlichen Wiederaufbau in der Region zu unterstützen.

    Die Beziehungen des Landes zu Deutschland finden seit dem 19. Jahrhundert fast ausschließlich auf staatlicher Ebene statt. Seit der Revolution gegen den osmanischen Sultan, waren nämlich alle „Könige der Hellenen“ ausschließlich Mitglieder deutscher Königshäuser. Allgemeine Beziehungen bestanden dagegen schon seit Anfang des 16. Jahrhunderts durch die damals zahlreich werdenden, aus Byzanz ausgewanderten Auslandsgriechen und ihren engen kulturellen aber auch wirtschaftlichen Beziehungen zur alten Heimat. Mit der Integration dieser Einwanderungswelle entwickelte sich auch in Deutschland eine Epoche, die man später in der Kunst mit Renaissance und in den Wissenschaften mit Aufklärung bezeichnete und die einher ging mit dem Aufkommen eines ausgeprägten Philhellenismus (z. B. Gründung der griechischen Gemeinde Leipzig um 1700). Dieser steigerte sich bis in die Romantik hinein so weit, dass er einer paneuropäischen Unterstützung der Bildungseliten für den Befreiungskampf der Hellenen den entscheidenden Impuls gab. Als herausragendes deutsches Beispiel sei hier der Münchner Prof. Friedrich Thiersch genannt, der durch sein enormes Engagement selbst finanzielle Mittel aufbrachte, um in die Sklaverei verkaufte Griechen im damals noch osmanischen Alexandrien frei zu kaufen.

    Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges besteht eine Kontinuität auf verschiedenen Ebenen. 1953 unterzeichnete Griechenland das Londoner Schuldenabkommen, verzichtete damit auf die Begleichung von Vorkriegsschulden durch Deutschland und trug damit zur Wiederherstellung der Kreditfähigkeit Deutschlands bei.[90] Griechenland war nach 1945 das erste Land, das einen deutschen Bundespräsidenten einlud, während sich die Weltgemeinschaft zurückhielt. Die Einladung wurde von Ernst August von Hannover im Auftrag des griechischen Königs Paul überreicht und Theodor Heuss machte seinen ersten Staatsbesuch nach Griechenland. Tausende Athener gingen zum Bahnhof, wo das Begrüßungszeremoniell stattfand. Bei seiner Rückkehr in Deutschland bezeichnete Heuss die Reise als Rückwanderung in die eigene geistige Heimat.[91] Der Außenminister Heinrich von Brentano nahm die euphorische Stimmung zum Anlass, bilaterale Abkommen im Bereich Kultur und Erziehung abzuschließen. Ausländische Botschafter blieben dem offiziellen Empfang demonstrativ fern.

    Die Beziehungen Griechenlands zu den Ländern Südosteuropas können heute weitgehend als ausgeglichen betrachtet werden. Die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen „Erzfeind“ Türkei in den letzten Jahren gelten hierbei als ein richtungsweisender Schritt. Unter Ausklammerung einiger politischer Fragen hat eine wirtschaftliche und kulturelle Annäherung der beiden Staaten stattgefunden. Von öffentlicher Seite wurde beispielsweise die Bahnverbindung Thessaloniki–Istanbul aufgewertet und Grenzformalitäten vereinfacht. Griechenland gilt mittlerweile als einer der größten Befürworter eines EU-Beitritts der Türkei. Aktuelle kritische Fragen sind die häufigen Verletzungen des griechischen Luftraums durch Tiefflüge türkischer Kampfjets über griechische Inseln der Ägäis,[92] sowie das Flüchtlingsproblem, da die meisten illegalen Einwanderer über die Türkei eingeschleust werden.

    Das Verhältnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, wird heute von einer engen Zusammenarbeit geprägt. Die Beziehungen zu Albanien wurden in der Vergangenheit und seit dem Fall des Eisernen Vorhangs immer wieder durch eine starke und unkontrollierte Migrationsbewegung albanischer Wirtschaftsflüchtlinge belastet. Die Kontakte zu Bulgarien, Rumänien sowie Serbien – das als historischer Verbündeter gilt – sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung neuer Grenzübergänge vereinbart und es wurden verschiedene Infrastrukturprojekte in Angriff genommen. Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Republik Mazedonien befinden sich zwar im Ausbau und der Ausblick ist positiv, das Verhältnis bleibt jedoch wegen des nach wie vor ungelösten Namensstreits belastet, verstärkt wieder nach Anerkennung der Bezeichnung Republik Mazedonien durch die USA im November 2004. Unabhängig von diesem Problem haben sich in den vergangenen Jahren die nachbarschaftlichen Beziehungen sowie die wirtschaftliche Kooperation beider Staaten in einem besonderen Maße entwickelt.

    Auf der Ebene der Politik sind die transatlantischen Beziehungen zwischen Griechenland und den USA zwar traditionell gut, es herrschen jedoch in weiten Teilen der Bevölkerung historisch bedingte Vorbehalte gegenüber der amerikanischen Außenpolitik. Die Verfolgungen linker Aktivisten gleich nach der Vertreibung der deutschen Besatzer wird den englischen und später amerikanischen Befreiern zur Last gelegt. Auch die passive Haltung der NATO zur 7-jährigen Militärdiktatur und zur türkischen Besetzung Zyperns begründeten den fehlenden Konsens zwischen Staat und Volk, und führten bei den Parlamentswahlen 1981 zur erdrutschartigen Wahl linker Parteien und der ersten sozialistischen PASOK-Regierung. Es ist aber der Person ihres Vorsitzenden Andreas Papandreou zu verdanken, der als erster amerikanischer[93] Ministerpräsident Griechenlands die Beziehungen der beiden Staaten auch gegen seine Parteibasis vorsichtig zu harmonisieren begann. Noch konsequenter verfolgte nur Kostas Simitis diese Annäherung zu den NATO-Partnern während seiner Amtszeit als Ministerpräsident 1996–2004, übrigens gemeinsam mit seinem Außenminister Giorgos Papandreou. Zwar belasteten später die ablehnende Haltung der Griechen gegenüber dem völkerrechtlich umstrittenen Einsatz in Serbien im Rahmen der NATO 1999 sowie die Ablehnung einer Teilnahme an dem von den Vereinigten Staaten angeführten Militäreinsatz im Irak im Jahr 2003 immer noch das Verhältnis beider Staaten. Spätestens aber mit der Wahl des zweiten Amerikaners Giorgos Papandreou zum Ministerpräsidenten Griechenlands kurz nach dessen Treffen mit dem US-Präsidenten Barack Obama am 9. März 2009 in Washington, D.C. waren die bilateralen Beziehungen auf einem Höhepunkt angelangt.

    Alexis Tsipras mit Wladimir Putin

    Griechenland pflegt aufgrund seiner geographischen Lage im Allgemeinen relativ gute Kontakte zu mehreren Staaten des Nahen Ostens und unternahm in der Vergangenheit verschiedene Versuche, in den einzelnen Krisenregionen zu vermitteln. In den letzten Jahren wurden diese Beziehungen zur Stärkung der von den USA geführten Antiterrorkoalition eingebracht. Zum Beispiel unterhielt Griechenland traditionell auch gute Kontakte zu den Palästinensern. Während des zweiten Libanonkrieges zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah im Jahr 2006 gehörte Griechenland zu den Staaten, die sich für einen sofortigen Waffenstillstand einsetzten. Zu Israel hatte Griechenland lange Zeit keine besonderen politischen Beziehungen, dies änderte sich nach dem Regierungswechsel Ende 2009. Seitdem wurde auch mit Unterstützung der Opposition die Beziehungen zu Israel intensiviert.

    Verteidigungspolitik und Militär

    Griechenland ist Mitglied der NATO und unterhält eine Wehrpflichtarmee, die sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftstreitkräfte und Marine untergliedert. Griechenland gab 2017 knapp 2,5 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 5,1 Milliarden Dollar für seine Streitkräfte aus.[94]

    In Griechenland gilt eine allgemeine Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 45 Jahren, die Wehrdienstdauer für Wehrpflichtige beträgt zurzeit (2008) zwölf Monate. Verwitwete Väter bzw. ältere Brüder mit der Sorgepflicht für einen oder mehrere Minderjährige sind von der Wehrpflicht befreit. Für Auslandsgriechen, die auch im Ausland geboren sind, beträgt die Wehrdienstdauer nur drei Monate. Andere Auslandsgriechen, Einwanderer mit griechischem Pass und Geschwister einer Familie mit sechs oder mehr Kindern haben das Recht auf eine auf sechs Monate reduzierte Wehrdienstdauer. Für den ältesten Bruder dreier Geschwister, für die zwei ältesten Brüder vierer Geschwister, und für Väter beträgt sie neun Monate. Für Frauen gilt keine Wehrpflicht, sie können jedoch ohne Einschränkungen dem Militär beitreten.

    Das Militär spielte immer eine besondere Rolle, so schon im griechischen Freiheitskampf, der mit der militärischen Unterstützung der Großmächte geführt wurde.[95] Es übernahm im 20. Jahrhundert zwei Mal die Macht.

    Politische Gliederung

    Die Verwaltungsgliederung Griechenlands

    Mit dem Kallikratis-Gesetz von 2010 wurden öffentliche Zuständigkeiten dezentralisiert und die Gliederung stark vereinfacht. 13 Regionen (Sg. περιφέρεια periferia) bilden seit 2011 die regionale Ebene. Sie werden durch ein eigenes Parlament und durch einen Regionspräsidenten verwaltet. Die Regionen untergliedern sich weiter in insgesamt 325 Gemeinden (Sg. δήμος dimos), die die kommunale Ebene bilden, in ländlichen Gebieten jedoch eher deutschen Landkreisen vergleichbar sind. Damit wurde die seit der Gründung des modernen Griechenland praktisch unverändert geltende Gliederung in zuletzt 54 Präfekturen (Sg. νομός nomos) aufgehoben; die Regionen, die zuvor direkt durch den Zentralstaat regiert worden waren, erhielten deutlich mehr Kompetenzen. Die Zahl der bis 1997 knapp 6.000 Gemeinden, die bereits 1997 durch das Kapodistrias-Programm auf 1.033 (2010: 1.034) reduziert wurde, hat sich erneut auf 325 verringert.

    Die Mönchsrepublik Athos auf der Halbinsel Chalkidiki wird weitgehend autonom verwaltet und gehört auch nicht zum Steuergebiet der EU.

    Wirtschaft

    Allgemeines

    Griechenland ist Teil des Europäischen Binnenmarkts. Zusammen mit 18 anderen EU-Mitgliedstaaten (blau) bildet es eine Währungsunion, die Eurozone.
    Alle Erdölexplorationen in Griechenland
    Griechische Regionen nach BIP pro Kopf (2009)

    Die Wirtschaft Griechenlands ist eine marktorientierte Wirtschaft mit einer beschränkten staatlichen Intervention.

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    Mit der Aufnahme Griechenlands in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft 1981 begann der Rückgang der selbstständigen Beschäftigung (vgl. „Sterben der Tante-Emma-Läden“). Bis zur Einführung des Euro, der die griechische Drachme ablöste, fiel sie von ursprünglich 52 % (1981) auf 35 % (seit 2008) der Beschäftigten.[96] Da nicht im gleichen Maße lohnabhängige Arbeit geschaffen wurde, profitierten von der Anbindung des Landes an das Wirtschaftsgeschehen der europäischen Industrienationen und den neu eingerichteten Kohäsionsfonds lediglich große Konzerne, die als Importeure mit westeuropäischen Partnern kooperierten. So führte der Beitritt Griechenlands 2001 in die Eurozone[97] zu einer Reihe extensiver Infrastrukturmaßnahmen. Auch verschiedene Großereignisse, wie zum Beispiel die Olympischen Spiele im Jahr 2004, führten zu einer vorübergehenden Stimulierung der griechischen Wirtschaft und einem wirtschaftlichen Aufschwung, der hauptsächlich auf Staatsaufträgen an ausländische Unternehmen und anderen Importüberschüssen beruhte. In der Folge investierten die Industrienationen auf Kosten der EWG/EG/EU letztendlich auf hohem Niveau nachhaltig in die eigenen Volkswirtschaften, nicht aber in Griechenland. Mit der Finanzkrise ab 2007 schließlich und der folgenden griechischen Staatsschuldenkrise sind BIP und Löhne erheblich gesunken und die Arbeitslosenzahlen massiv gestiegen. Die Beschäftigung ist auf etwa 33 %[98] der Bevölkerung gefallen und liegt damit innerhalb der EU auf einer der letzten Stellen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Kaufkraftparität (PPP, Marktpreise) pro Kopf schrumpfte von 21.600 Euro im Jahre 2008 auf (gemäß vorläufiger Berechnung) 16.300 Euro im Jahr 2014.[99] Das entspricht einem Absinken von 93 % (2008) des Durchschnitts der Europäischen Union auf nur noch 72 % (2014), angegeben im Index KKS, nach Berechnung von Eurostat (EU-28 Durchschnitt: 100, Euro-19: 107 im Jahr 2014).[100] Das verfügbare Einkommen ist von 2008 bis 2013 sogar um knapp 40 % (inflationsbereinigt) gesunken.[101]

    Der Tertiärsektor ist der größte und wichtigste Wirtschaftssektor in Griechenland. Er erwirtschaftete im Jahr 2004 insgesamt 71,4 % der griechischen Wirtschaftsleistung, wobei der Tourismus eine wichtige Bedeutung hat. Die Tourismusbranche ist ein Wachstumsmarkt.[102] Die Arbeitslosenquote betrug im April 2017 21,7 %[103] (im zweiten Quartal 2010 noch bei 12,1 %).[104] Besonders stark angestiegen ist die Jugendarbeitslosigkeit (bis 24 Jahre; von 25 % im Mai 2008 auf 48,1 % im Jahre 2016).[105][106] Der wegbrechende Binnenmarkt (weniger Privatkonsum und Staatsinvestitionen) und gesunkene Produktionskosten führten zugleich zu einer stärkeren Exportorientierung: Die Exporte stiegen von 1040,3 Millionen Euro im Januar 2010 auf 1399,0 Millionen Euro im Januar und 1835 Millionen Euro im August 2011, jedoch liegt weiterhin ein Handelsbilanzdefizit vor.[107]

    Aufgrund seiner geographischen Lage besitzt Griechenland ein hohes Potential für die Nutzung sowohl von Solar- und Windenergie. Zwar ist der Anteil der erneuerbaren Energien in der Energieversorgung Griechenlands derzeit noch gering, jedoch wächst ihr Anteil unter anderem aufgrund der staatlichen Förderung stetig. Bis 2020 will Griechenland 20 % der Primärenergie mit erneuerbaren Energien decken.[108]

    Griechenland verfügt außerdem über nennenswerte Gas- und Erdölvorkommen, von denen bisher nur das Erdöl und Erdgas in der Nordägäis erschlossen wurden. Drei neue Konzessionen wurden 2012 vergeben, um weitere Felder zu erschließen, die vornehmlich im Ionischen Meer liegen. Erwartet werden dadurch Einnahmen in Höhe von 11 bis 15 Mrd. Euro in einem Zeitraum von 15 bis 25 Jahren.[109] Es wird jedoch auch von erheblich größeren Vorräten berichtet, die Einnahmen von 300 Mrd. bis 465 Mrd. Euro annehmen lassen.[110][111]

    Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Griechenland Platz 87 von 137 Ländern (Stand 2017–2018).[112] Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 127 von 180 Ländern.[113]

    Agrarsektor

    Olivenbäume auf Kreta

    Der Primärsektor in Griechenland verlor in der Vergangenheit immer stärker an Bedeutung. Der Anteil der Aktivitäten des primären Sektors an der Wirtschaftsleistung des Landes belief sich im Jahr 2004 auf 6,4 %. Angebaut werden vorzugsweise für den Export bestimmte Produkte wie Wein (→ Weinbau in Griechenland), Tabak und Oliven. Die wichtigsten Anbaugebiete für Weizen sind die Regionen Thessalien, West-Thrakien, Böotien und Makedonien. Die Nutztierhaltung in Griechenland beschäftigt sich überwiegend mit der Züchtung von Schafen und Ziegen. Die zwischenzeitlich neu gesteckten Ziele, die Viehzucht zu erweitern, führten zu einem verstärkten Anbau von Gerste, Mais und anderen Futterpflanzen. Für den Anbau von Obst und Gemüse ist der Boden Griechenlands geeignet; so gedeihen Grapefruit, Soja, Avocado und auch Spargel. Infolge der topographischen Verhältnisse wurde lange Zeit auf den Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen verzichtet. Dies änderte sich mit der Intensivierung der Landwirtschaft. Dagegen steht immer noch die sehr kleine durchschnittliche Anbaufläche pro Betrieb. Aufgrund des maritimen Charakters des Landes wird dem Fischfang und der Fischzucht in Griechenland eine besondere Rolle zugewiesen. Der Beitrag des Agrarsektors am Export Griechenlands liegt bei 22 %.[114] Seit der Wirtschaftskrise ist die Zahl der Landwirte innerhalb von zwei Jahren um 40.000 gestiegen, die meisten Neubauern betreiben Bio-Landwirtschaft oder spezialisieren sich, beispielsweise auf die Schneckenzucht oder die Gewinnung von Trüffeln.[115]

    Industriesektor

    Ein Aluminiumwerk in Böotien

    Der Sekundärsektor des Landes befand sich seit Mitte der 1990er-Jahre in stetigem Wachstum. Sein Anteil an der Wirtschaftsleistung Griechenlands betrug im Jahr 2004 22,2 %. Der Industriesektor in Griechenland wird durch eine hohe Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Industrie und die Bauindustrie. Produziert werden traditionell Nahrungsmittel, Textilprodukte, Metallprodukte, Erdöl- und Kohleprodukte, Chemikalien, Glas und Zement, Maschinen und darüber hinaus in neuerer Zeit auch zunehmend Technologie- und Telekommunikationsprodukte. Der Industriesektor trug 2004 zu 59 %[114] zum Exportvolumen des Landes bei. Abnehmerländer griechischer Industrieprodukte sind unter anderem Deutschland, Italien, Großbritannien oder die Türkei. Seit 2008 ist verbunden mit der allgemeinen wirtschaftlichen Rezession im Land die Wertschöpfung im Industriesektor deutlich gesunken (Stand: 2015).[116] Das verarbeitende Gewerbe nahm 2015 einen Anteil von 15 % an der Wertschöpfung ein.[117]

    Dienstleistungssektor

    Traditionell ist die Handelsschifffahrt von Bedeutung
    Tourismus: Santorin ist eines der vielen bekannten Urlaubsziele

    An zentraler Stelle im Dienstleistungssektor stehen die Tourismusbranche, der Handel, der Schiffsverkehr sowie die Finanzdienstleistungen. Während der Handel, die Tourismusindustrie sowie die Schifffahrtsunternehmen schon immer eine besondere Position in der griechischen Wirtschaft eingenommen haben, entwickelten sich die Finanzdienstleistungen erst mit der Liberalisierung des Bankenwesens in Griechenland und spielen heute eine wichtige Rolle bei Investitionen sowohl in Griechenland als auch im südöstlichen Europa. Die griechische Schifffahrt hat international einen sehr hohen Stellenwert und bedient mit 3.618 griechisch kontrollierten Schiffen (über 1000 Bruttoregistertonnen) 18,6 %[114] des weltweiten Schiffsverkehrs. Sie weist auch bei Konsumkrisen stabile Wachstumsraten auf, griechische Reedereien haben eine der größten Eignerflotten, die zumeist jedoch auf Billigflaggen ausgeflaggt sind.

    Der Tourismus hatte im Jahre 2008 einen Anteil von 10 %[114] am Bruttoinlandsprodukt. Seine Bedeutung hat zugenommen, in den vergangenen Jahren stieg der Anteil auf 18 %.[102] Insbesondere das Jahr 2014 sorgte – gemessen an der Zahl der Gäste – für einen starken Aufschwung im internationalen Tourismusgeschäft mit einer Zuwachsrate von 15 %. Hierzu haben auch die Kreuzfahrten beigetragen.[118] Mit über 24 Millionen Touristen stand Griechenland 2016 auf Platz 14 der meistbesuchten Länder der Welt. Die Tourismuseinnahmen beliefen sich im selben Jahr auf 14,6 Mrd. US-Dollar.[119]

    Energieversorgung

    Angaben zum Gesamtenergieverbrauch sind auf Stand 2010 – das bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussion:Griechenland angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
    Primärenergieverbrauch (TPES) in Griechenland[120]
    Energieträger 1973
    (%)
    1990
    (%)
    2000
    (%)
    2006
    (%)
    2007
    (%)
    2008
    (%)
    2009
    (%)
    2010E
    (%)
    Mineralöl 76,7 56,3 54,9 55,9 52,6 53,9 53,6 51,8
    Steinkohle 17,8 37,6 33,4 27,9 29,2 27,4 28,6 27,0
    Erdgas 0,6 6,3 9,1 11,1 11,5 10,1 11,8
    Biomasse & Müll 3,8 4,2 3,7 3,4 3,9 3,4 3,3 3,8
    Wasserkraft 1,6 0,7 1,2 1,7 0,7 0,9 1,6 2,1
    Solarenergie 0,3 0,4 0,4 0,5 0,6 0,6 0,8
    Windenergie 0,1 0,5 0,5 0,6 0,7 0,7
    Geothermie 0,1 0,1 0,1
    Stromhandel 0,3 1,2 1,2 1,6 1,3 1,9
    2010E sind Schätzungen
    Windkraftanlagen in Griechenland
    Der Thissavros-Stausee

    Bislang hängt die Energieversorgung Griechenlands stark an Erdöl-, Kohle- und Gasimporten aus Russland, dem Iran und Saudi-Arabien. Erneuerbare Energien als Kernelement der Energiewende sind bisher kaum ausgeschöpft. Einer der Gründe ist die nicht funktionierende Fremdfinanzierung. Erschwert wird dies noch dadurch, dass die griechische Regierung nun über zwei Jahre rückwirkende Besteuerung von Vergütungseinnahmen beschlossen hat, die viele Wind- und Solarunternehmen zusätzlich in finanzielle Nöte bringt.[121]

    Der Primärenergieverbrauch Griechenlands betrug 2010 gemäß IEA schätzungsweise 27 Mtoe (314 TWh). Davon wurden 9,2 Mtoe im Inland generiert, was einem Anteil von 34 % vom Gesamtverbrauch entspricht. Der Rest wurde importiert. Damit fällt Griechenlands Energiehandelsbilanz negativ aus (Energieimport). Hauptanteile des Energieimports entfielen 2010 mit über 96 % auf Mineralöl, Erdgas und Steinkohle.[120]

    Vom 23. bis 24. November 2012 trafen sich in Athen 50 Vertreter von 15 nationalen Parlamenten aus den EU-Staaten, 60 weitere Repräsentanten aus dem EU-Parlament, aus Wirtschaft und Industrie sowie von Interessenverbänden, um über Erneuerbare Energien zu sprechen. Bei dem Treffen zum Thema “Renewable Energy and Energy Efficiency – Ways out of the economic crisis!” stand der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Effizienztechnologien als Wirtschaftsmotor für Griechenland im Vordergrund.[122]

    Griechenlands Photovoltaikleistung ist 2012 um 150 Prozent gestiegen. Binnen eines Jahres wurden Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von über 900 Megawatt an das Netz angeschlossen. Damit steigerte sich die installierte Leistung auf 1,5 Gigawatt. Griechenland nahm damit weltweit den dritten Platz auf der Rangliste der pro Kopf installierten Photovoltaikleistung, direkt hinter Deutschland und Italien ein. Dieser Ausbau geht in allen drei Ländern auf einen Einspeisetarif für Photovoltaikanlagen zurück.[123] Die installierte Windenergieleistung lag Ende 2014 bei 1.980 MW.[124]

    Es gibt mehrere Wasserkraftwerke, von denen das am Kremasta-Stausee mit 437 MW das größte ist. Die Thissavros-Talsperre dient als Pumpspeicherwerk und hat eine Leistung von 384 MW.

    Wirtschaftsdaten

    Öffentliche Schulden Griechenlands verglichen mit der Eurozone
    Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real
    in % gegenüber dem Vorjahr
    Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
    Veränderung 0,6 5,7 3,3 -0,3 -4,3 -5,5 -9,1 -7,3 -3,2 0,7 -0,3 -0,2 1,4
    Quelle: Internetseiten von Eurostat[125]
    Entwicklung des BIP (nominal)
    absolut (in Mrd. Euro) je Einwohner (in Tsd. Euro)
    Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
    BIP 199 218 233 242 238 226 207 191 180 178 176 174 177 BIP 18,1 19,8 21,1 21,8 21,4 20,3 18,6 17,3 16,5 16,3 16,3 16,2 16,6
    Quelle: Internetseiten von Eurostat, Tabelle Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen (2011–2017 vorläufig).
    Entwicklung der Inflationsrate
    in % gegenüber dem Vorjahr
    Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
    Inflationsrate 3,4 3,0 3,5 3,3 3,0 4,2 1,3 4,7 3,1 1,0 −0,9 −1,4 −1,1
    Quelle: Internetseiten von Eurostat; Tabelle Harmonisierter Verbraucherpreisindex, jährliche Veränderungsrate des Jahresdurchschnitts. Zuletzt abgerufen am 2. April 2016.

    In den Jahren 2013–2015 war die Inflationsrate negativ (deflationär).[126]

    Entwicklung des Außenhandels (GTAI)[127]
    in Mrd. Euro und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent
    2014 2015 2016
    Mrd. € % gg. Vj. Mrd. € % gg. Vj. Mrd. € % gg.Vj.
    Einfuhr 48,3 +2,8 43,6 −9,8 44,0 +1,0
    Ausfuhr 27,1 −0,6 25,9 −4,5 25,4 −1,8
    Saldo −21,2 −17,7 −18,6
    Haupthandelspartner (2016)
    Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
    ItalienItalien Italien 11,2 DeutschlandDeutschland Deutschland 11,1
    DeutschlandDeutschland Deutschland 7,7 ItalienItalien Italien 8,8
    Zypern RepublikZypern Zypern 6,4 China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 6,6
    TurkeiTürkei Türkei 5,3 RusslandRussland Russland 6,4
    BulgarienBulgarien Bulgarien 5,2 NiederlandeNiederlande Niederlande 5,5
    Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4,3 IrakIrak Irak 5,3
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 4,2 FrankreichFrankreich Frankreich 4,4
    sonstige Länder 55,7 sonstige Länder 51,9
    Quelle: GTAI[128]

    Staatshaushalt

    2013 verbuchte Griechenland rund 81,5 Milliarden Euro an Staatseinnahmen. Dem gegenüber standen Staatsausgaben in Höhe von etwa 86,2 Milliarden Euro. Das Staatsdefizit belief sich auf etwa 4,7 Milliarden Euro beziehungsweise 2,6 % des BIP. Der Schuldenstand des Staates beläuft sich per Ende 2010 auf 173,81 % des BIP.[129]

    Infolge der internationalen Finanzkrise, die im Jahr 2007 ihren Ausgang genommen hat, stieg die Verschuldung des griechischen öffentlichen Haushalts massiv an. Die damalige griechische Regierung gab umfangreiche Garantien für die Banken und unterstützte die Geldhäuser mit neuem Eigenkapital. Diese Rettungspakete machten die Bank-Risiken zu Staatsrisiken, dies führte nach einer EZB-Studie bei den Staatsanleihen zu höheren Risikoprämien.[130]

    Ein allgemeines Problem in Griechenland, wie auch in den meisten Staaten der EU, ist die seit den 1980er-Jahren aufgebaute verzweigte Klientelpolitik und Korruption, laut Bonner Parlament angeheizt im Wesentlichen durch den Korruptions-Wettbewerb aus Industriestaaten, insbesondere französischer und deutscher Unternehmen,[131][132] welche über ihre Athener Lobbys die Ausgaben des Staates ungünstig beeinflussten, der dadurch oftmals von Ineffizienz betroffen war bzw. noch immer ist. Nach dem Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index) von Transparency International lag Griechenland 2017 von 176 Ländern zusammen mit Jordanien und Rumänien auf dem 59. Platz, mit 48 von maximal 100 Punkten.[133]

    Aktuelle gesamtwirtschaftliche Entwicklung

    Des Weiteren besteht in Griechenland eine für ein Agrarland unerwartet große Schattenwirtschaft. Sie ist mit jährlich 3900 € pro Kopf der Bevölkerung knapp über dem EU-Durchschnitt von 3700 Euro (Deutschland: 4400 Euro Schattenwirtschaft pro Kopf und Jahr).[134][135] Die vorhandene Steuerhinterziehung ist vor allem im Bereich der Konzerne, mittleren Unternehmen und Freiberufler verbreitet. Wegen deren großen Anzahl jedoch – ein Drittel aller Erwerbstätigen in Griechenland sind selbständig – ist die Steuerhinterziehung pro Selbständiger im EU-Vergleich nur gering. Andererseits ist die Zahl der Finanzbediensteten weit unter dem OECD-Durchschnitt, sodass deshalb nur eine geringe Kontrolle der Unternehmen möglich ist. Griechenland verfügt EU-weit über die kleinste öffentliche Verwaltung (OECD 2011[136])

    2007 lagen die effektiven Steuern auf Einkommen aus Gewinnen und Vermögen in Griechenland bei 15,9 %. In Deutschland lag der Satz bei 24,4 %, den Höchstwert in der EU gibt es im Vereinigten Königreich mit 42,7 %.[137] Außerdem ist der Anteil der Militärausgaben am BIP mit ca. 4 % (= 9,5 Milliarden Euro) deutlich höher als der anderer europäischer Staaten.[138] Dagegen entsprechen 2009 die pro Kopf Militärausgaben Griechenlands mit 860 Euro dem Mittelwert in der EURO-Zone.

    Griechenland ist, gemessen an der Gesamtverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, das am höchsten verschuldete Mitgliedsland der Europäischen Union.

    Jahr 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
    Staatsverschuldung 101,7 % 97,4 % 98,6 % 100,0 % 106,1 % 107,4 % 112,9 % 129,7 % 148,3 % 170,3 % 157,2 % 175,1 % 177,1 % 176,8 % 180,8 %
    Haushaltssaldo −4,8 % −5,6 % −7,5 % −5,2 % −5,7 % −6,5 % −9,8 % −15,7 % −10,9 % −9,6 % −8,9 % −13,2 % −3,5 % −5,7 % + 0,5 %
    Quelle: Eurostat, Tabelle Öffentlicher Bruttoschuldenstand[139], Eurostat, Tabelle Defizit/Überschuss des Staates[140]

    Entwicklung seit 2009

    Finanzierungssaldo des Staates in % des Bruttoinlandsprodukts (nach Ameco-Daten)

    2009 und 2010

    Die Regierung Papandreou musste Ende November 2009 ein drohendes Staatsdefizit von 12,7 % (nach 7,7 % 2008)[141] des Bruttoinlandsproduktes feststellen. Darüber hinaus drohte im Haushaltsjahr 2010 ein Schuldenstand von 121 % des Bruttoinlandsproduktes (nach den EU-Konvergenzkriterien sind maximal 60 % erlaubt, was allerdings unter dem Einfluss der Finanzkrise ab 2007 damals nur wenige Länder der EU schafften). Bei Ländern wie Griechenland kommt erschwerend hinzu, dass die Wirtschaft hoch im Ausland verschuldet ist. Per Saldo (Vermögen abzüglich Schulden) war die griechische Wirtschaft 2008 mit rund 76 % des Bruttoinlandsprodukts im Ausland verschuldet (nach Portugal mit 99 % und Spanien mit 81 %).[142]

    Der Vorsitzende des EU-Finanzministerrates Anders Borg schätzte bereits zum Jahreswechsel 2009/2010 die Finanzlage in Griechenland als dramatisch ein.[85][143][144] Am 3. Februar 2010 beschloss die EU-Kommission, den griechischen Haushalt unter EU-Kontrolle zu stellen. Die Regierung in Athen erhielt die Auflage, alle zwei bis drei Monate in Brüssel über ihre Einsparungserfolge Bericht zu erstatten.[145] Jean-Paul Fitoussi, Ökonom und Wirtschaftsberater des französischen Staatspräsidenten, verwies hingegen darauf, dass Griechenland nur 3 % der Eurozone ausmache.[146]

    Nach einem Bericht der New York Times vom Februar 2010[147] haben US-Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan Griechenland in den letzten zehn Jahren dabei geholfen, das Ausmaß seiner Staatsverschuldung zu verschleiern. So seien neu aufgenommene Kredite als Währungsgeschäfte verbucht worden. Im Gegenzug seien künftig zu erwartende Einnahmen, zum Beispiel aus Flughafengebühren und Lotteriegewinnen, abgetreten worden.[148] Es stellte sich im Nachhinein heraus, dass der Beitritt Griechenlands zur Eurozone 2001 auf der Basis geschönter Angaben der Regierung, insbesondere unter Verschleierung des hohen Staatsdefizits, erfolgt war.[149]

    Am 11. April 2010 einigen sich die Finanzminister der Eurogruppe auf Einzelheiten eines dreijährigen Hilfspaketes[150]: Es soll im ersten Jahr ein Volumen von 45 Milliarden Euro haben, zwei Drittel übernehmen die Euromitglieder. Der deutsche Beitrag für 2010 wird von der Bundesregierung auf 8,4 Milliarden Euro beziffert. Das Problem der griechischen Finanzkrise verschärfte sich im April 2010 wegen eines erheblichen Kursanstieges im Handel von Credit Default Swaps (durch einen Massenaufkauf von mehreren Großbanken),[151] die als Versicherung gegen den Ausfall von griechischen Staatsanleihen dienen.[152] Die Ratingagentur Standard & Poor’s bewertete die Bonität Griechenlands mit BB+/B, Moody’s mit A3 und Fitch Ratings mit BBB- (Stand 27. April 2010).[153] Am 14. Juni 2010 senkte auch Moody’s das Rating für griechische Staatsanleihen auf Ba1 und somit auf „Ramschniveau“.[154]

    Nachdem die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen im April 2010 auf über 8,5 % angestiegen waren, musste die griechische Regierung am 23. April 2010 vor dem Druck der Finanzmärkte kapitulieren und um ausländische Finanzhilfen mit dem Ziel ersuchen, eine Insolvenz abzuwenden.[155] In der Nacht zum 10. Mai 2010 einigten sich die EU und der IWF auf Kredite in Höhe von 110 Mrd. Euro zur Stützung der besonders betroffenen europäischen PIIGS-Staaten, zu denen auch Griechenland gezählt wird. Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert.[156] EZB und andere EU-Staaten kauften außerdem griechische Staatsschulden von Banken und Fonds im Umfang von rund 100 Milliarden Euro (bis Juli 2011) auf.[157]

    Maßnahmen 2010 und die Entwicklung danach

    Griechenland 10.jpg

    Am 3. März 2010 wurde eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 21 % beschlossen, die am 15. März 2010 in Kraft gesetzt wurde.[158] Gleichzeitig wurden alle Gehälter der öffentlichen Angestellten gekürzt. Dadurch sollen jährlich 4,8 Milliarden Euro eingespart werden.[159] Am 2. Mai 2010 beschloss die griechische Regierung ein mit IWF und EU ausgehandeltes Maßnahmenpaket. Bis 2013 sollen unter anderem durch Abbau von Verwaltungen und Gehaltssenkungen etwa 30 Milliarden Euro gekürzt werden:[160] Tags danach starben bei gewaltsamen Protesten in der Athener Innenstadt 3 Menschen.[161] Am 12. Mai 2010 erhält Griechenland vom IWF die ersten 5,5 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket.[162] Die großen Gewerkschaften kündigen einen weiteren Generalstreik an. Am 1. Juli 2010 trat eine erneute Mehrwertsteuererhöhung auf 23 % in Kraft, welche bis heute gilt.[163]

    Insgesamt wurden mit der griechischen Austeritätspolitik die Staatsausgaben zunächst um zehn Prozent zurückgefahren und das staatliche Haushaltsdefizit nahm bis August 2010 zunächst ab. Im Gegenzug nahmen jedoch die Haushaltsdefizite bzw. Insolvenzen im privaten Bereich wie auch die Anzahl der Arbeitslosen zu. Die Investitionen, das BIP und somit auch die darauf beruhenden Steuereinnahmen sind zurückgegangen.[164] Die Renditen und Risikoaufschläge auf griechische Staatsanleihen stiegen auf dem Finanzmarkt wieder an,[165] erreichten (je nach Anlage) Ende 2010/Anfang 2011 wieder das Niveau der Krise im Mai und stiegen seitdem weiter an (siehe Grafik). Da unter anderem einerseits durch die hohe Arbeitslosigkeit die Staatseinnahmen gesunken sind, zugleich der Staat erhöhte Ausgaben zur Arbeitslosenabsicherung tätigen muss,[166] steigt die Staatsverschuldung noch deutlicher an.

    Am 7. März 2011 stufte die Ratingagentur Moody’s die Bonität Griechenlands weiter um drei Noten von „Ba1“ auf „B1“ zurück.[167] Am 30. März 2011 senkte auch Standard & Poor’s erneut die Bonitätsnote von BB+ auf BB-.[168] Am 20. Mai 2011 folgte die Senkung des Fitch-Ratings von BB+ auf B+[169]

    Das griechische Parlament stimmte auf Forderung von EU und IWF dem dritten Kürzungspaket der Regierung am 29. Juni 2011 zu. Bis 2015 will die griechische Regierung damit weiter rund 78 Milliarden Euro Ausgaben kürzen bzw. zusätzlich einnehmen (rund 28 Milliarden Euro durch Leistungskürzungen und Steuererhöhungen, 50 Milliarden durch Privatisierungen und Verkauf staatlicher Immobilien).[170] 2010 und 2011 wurden Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Volumen von 20 Prozent der Wirtschaftsleistung vorgenommen.[171][172] Von 2009 bis 2013 wurden die Sozialleistungen um 26 Prozent gesenkt.[101] Fitch kritisierte jedoch die Maßnahmen der Europäischen Union (EU) sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF) als unglaubwürdig und stufte am 13. Juli 2011 die Kreditwürdigkeit von B+ auf CCC ab.[173] Die beiden anderen Ratingagenturen Standard & Poor’s ('CCC') und Moody’s (Caa1) hatten schon im Vorfeld ihre Note auf ein vergleichbares Niveau reduziert. Der absolute Tiefpunkt wurde am 22. Februar 2012 erreicht: „Das Emittentenausfallrating wurde auf C von CCC gesenkt, worin die Einschätzung zum Ausdruck kommt, dass ein Zahlungsausfall in naher Zukunft sehr wahrscheinlich ist“, teilte Fitch mit.[174]

    Am 3. Juli 2015 wurde Griechenland von der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) für insolvent erklärt.[175]

    Goldreserven

    Griechenland verfügte im Juni 2015 über 112,5 Tonnen Goldreserven.[176] Bei einem Preis von 1.053 Euro je Feinunze (Stand 23. Juni 2015[177]) entsprechen diese einem Wert von ca. 3,8 Milliarden Euro.

    Verkehr

    Personenschifffahrt

    Katamaran-Schnellfähre bei Santorin

    Neben der traditionell großen Bedeutung der Handelsschifffahrt für die Wirtschaft Griechenlands, kommt aufgrund der langen Küstenlinie und dem Inselreichtum auch der Personenschifffahrt eine besondere Bedeutung zu.

    Aufgrund seiner Nähe zu Athen ist der wichtigste Hafen für Inlandsverbindungen nach wie vor Piräus, jedoch nimmt die Bedeutung des Hafens Rafina zu, der auch über Ausbaumöglichkeiten verfügt. Fährschiffe verkehren zu allen größeren Inseln und von dort zu benachbarten kleineren. Für die Fernverbindungen nach Italien sind die Häfen Igoumenitsa (für den Westen und Norden des Landes) sowie Patras auf dem Peloponnes (für den Süden des Landes) von Bedeutung.

    Im Bereich des Wassersports gelten aufgrund der EU-Außengrenze zwischen Griechenland und der Türkei besondere Rahmenbedingungen für den Verkehr zwischen den Ländergrenzen beider Staaten. Werden Boote privat verwendet (Tourismus), um in das jeweils andere Land zu verkehren, muss dort eine Einklarierung in einem Port of Entry erfolgen.[178] Eine Besonderheit besteht für Boote unter griechischer Flagge, da diese nach Einklarierung in einem türkischen Hafen sowohl die maritime Infrastruktur des Landes wie auch das küstennahe Gebiet wieder verlassen müssen. Auf der anderen Seite stehen einige Häfen Griechenlands zudem aufgrund der Problematik des Menschenschmuggels nach Italien unter besonderer behördlicher Beobachtung.[179]

    Straßenverkehr

    Karte mit eingezeichneter Infrastruktur

    Nationalstraßen sind in blau ausgeschildert und in der Schriftart Transport, Autobahnen sind grün ausgeschildert und vornehmlich in der Schriftart DIN 1451. Der Autobahnbau in Griechenland wird über Mautgebühren finanziert, einige wurden privat finanziert und werden erst nach einigen Jahrzehnten in Staatseigentum übergehen.

    Während seit den 1960er-Jahren vor allem die Nationalstraßen ausgebaut (und teilweise neu geführt) wurden, entschloss man sich ab den späten 1980er-Jahren aufgrund der fortschreitenden Motorisierung die griechischen Autobahnen auszubauen (bis dahin waren nur einige Nationalstraßen als Autobahn ausgebaut ohne separat ausgeschildert zu werden). Damals waren die öffentlichen und genossenschaftlichen Verkehrsmittel mit ca. 70 % am Gesamtverkehr beteiligt. Die Magistrale Korinth-Athen-Thessaloniki wurde sechsspurig ausgebaut und bei Athen mit der Spange Attiki Odos umfahren. 2010 wurde die Egnatia Odos (A2) fertig gestellt. Gegenwärtig entstehen die Lückenschließung der Autobahn Patras-Korinth (Olympia Odos) als PPP-Projekt sowie die Ionia Odos (A5) im Westen des Landes.

    Die regionalen KTEL-Genossenschaften betreiben ein Netz aus Fernverbindungen mit Überlandbussen, ebenso den Nahverkehr in kleinen Städten und auf dem Land.

    Eisenbahnverkehr

    Proastiakos-Triebwagen in Piräus

    Das Eisenbahnnetz der Griechischen Eisenbahngesellschaft OSE hat aufgrund der Topografie (Gebirge und viele Inseln) eine weitaus geringere Bedeutung als beispielsweise in Mitteleuropa. Es besteht aus einem regelspurigen Hauptnetz, einem meterspurigen Netz auf dem Peloponnes, der Zahnradbahn von Diakopto nach Kalavrita mit einer Spurweite von 750 mm und der Pilionbahn mit einer Spurweite von 600 mm, auf der in zwei Abschnitten Museumsbetrieb stattfindet.

    Es ist in großen Abschnitten eingleisig und in den vergangenen Jahrzehnten stark vernachlässigt worden. In den 90er-Jahren wurde mit Modernisierungsarbeiten begonnen, insbesondere auf der Bahnstrecke Piräus–Thessaloniki, unter anderem die Modernisierung des Bahnhofs Athen, und 2004 wurde die Athener S-Bahn (Proastiakos) eröffnet. Dies führte zu einem beträchtlichen Anstieg der Beförderungszahlen. Auf der Strecke Athen–Thessaloniki ist die Bahn mittlerweile das schnellste Landverkehrsmittel.

    Das schmalspurige Netz auf dem Peloponnes befindet sich in einem schlechten Zustand und wird etappenweise durch ein regelspuriges mit neuer Trassenführung ersetzt. Der Anschluss von Athen bis Kiato ist fertiggestellt, der Bau der Verlängerung nach Rododafni soll Ende 2016 abgeschlossen werden.

    Internationale Direktverbindungen bestanden bis zum Zeitpunkt ihrer allgemeinen Einstellung im Februar 2011 zwischen Thessaloniki und folgenden Städten: Belgrad, Budapest, Bukarest, Istanbul, Ljubljana, Skopje, Sofia, Svilengrad und Zagreb. Seit Mai 2014 wurden wieder die internationalen Direktverbindungen von Thessaloniki nach Sofia einerseits und andererseits via Skopje nach Belgrad (dort Anschluss nach Budapest) aufgenommen.[180] Das nordwestliche Landesinnere ist nicht vom Eisenbahnnetz erschlossen.

    Aktuell sind folgende Inlandstrecken in Betrieb:

    Fernverkehr:

    Nahverkehr:

    • Proastiakos (S-Bahn Athen: Piräus-Ano Liosia, Flughafen-Kiato; S-Bahn Thessaloniki: Thessaloniki-Larisa)
    • Vorortbahn Patras: Agios Vasileios-Patras-Agios Andreas
    • Metro Athen (Piräus-Kifisia, Agios Antonios-Agios Dimitrios, Egaleo-Flughafen)
    • Straßenbahn Athen (Syntagma-Stadio Irinis & Filias, Syntagma-Kolymvitirio, Stadio Irinis & Filias-Kolymvitirio)

    Museumsbetrieb:

    • Anavros-Agria
    • Ano Lechonia-Milies, siehe Pilionbahn

    Luftverkehr

    Von den etwa 40 griechischen zivilen Flughäfen bieten etwa 15 internationale Flugverbindungen an. Größter und wichtigster Flughafen ist der Flughafen Athen-Eleftherios Venizelos. Neben dem Flughafen Thessaloniki-Makedonia haben die vor allem dem Tourismus dienenden Flughäfen Iraklio, Rhodos, Kos, Korfu, Chania und Flughafen Zakynthos erhebliche Bedeutung. Die griechischen Fluggesellschaften Olympic Air und Aegean Airlines bedienen von Athen und Thessaloniki aus ein dichtes Netz an Verbindungen innerhalb Griechenlands und fliegen darüber hinaus zahlreiche europäische Metropolen wie beispielsweise London, Madrid, Paris, Rom und Wien an.

    Gesundheitswesen und Katastrophenschutz

    Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:

    Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden. Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung sowie von Landärzten wahrgenommen.

    Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird. Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten. Aufgrund der Sparmaßnahmen sind die Griechen nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit ohne Krankenversicherung.

    Neben der staatlich organisierten Feuerwehr gibt es die Vereinigung der Volontäre (ESEPA) vergleichbar mit der Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland. Die geringe Bevölkerungsdichte und die vielen Inseln wirken sich fatal bei Waldbränden im Sommer aus, die oft mit grob fahrlässigem Abflämmen der abgeernteten Felder begünstigt durch die heißen Wüstenwinde aus der Sahel-Zone ausgelöst werden. Die griechischen Luftstreitkräfte verfügen über die größte Flotte von Feuerlöschflugzeugen in der Europäischen Union.

    Kultur und Gesellschaft

    Sprache

    Die griechische Sprache hat ein eigenes Alphabet, welches dem lateinischen und dem kyrillischen Alphabet als Vorbild diente.

    Die griechische Sprache ist die älteste heute gesprochene Sprache, die durch eine Schrift (zunächst die Silbenschrift Linear B und später das vollständige Alphabet) aufgezeichnet wurde.[181] Die neugriechische Sprache ist mit Abstand die wichtigste gesprochene Sprache in Griechenland und wird in der Version der Dimotiki gesprochen und gelehrt. Von Bedeutung ist ferner das Altgriechische, welches Pflichtfach an Schulen ist, und (in einer jüngeren Form, der Koine) noch im Gottesdienst der griechisch-orthodoxen Kirche benutzt wird. Regional werden von Minderheiten Türkisch oder slawische Dialekte gesprochen. Englisch und Französisch sind die beliebtesten Fremdsprachen, seit 2004 ist Griechenland auch Mitglied der Francophonie. Seit den 1990er-Jahren ist Griechenland ein beliebtes Emigrationsziel und somit sind auch Sprecher weiterer Sprachen zahlreich vorhanden, wie Albanisch, Bulgarisch oder Russisch.

    Literatur

    Musik

    Film

    Zwischen 1955 und 1970 hatte Griechenland die höchste Filmproduktion weltweit gemessen an der Einwohnerzahl, diese lag im Durchschnitt bei über 100 im Jahr. Die wichtigste Filmgesellschaft war Finos Film, deren Komödien und Tragödien dokumentieren auf heitere Weise ein Leben in Armut und erinnern an den italienischen Film jener Zeit. Bis heute haben diese Filme ein großes Ansehen und werden im Fernsehen meist im Vorabendprogramm gezeigt.

    Die ersten zwei Filme, die internationales Aufsehen erregten, waren 1955 Stella unter der Regie von Michael Cacoyannis und 1956 The Ogre of Athens, unter der Regie von Nikos Koundouros. Ab den 1960er-Jahren entstanden zunehmend Produktionen des Neue Griechischen Films, einer experimentellen Richtung. Nach dem Zusammenbruch der Junta-Diktatur 1974 blühte das „Neue Griechische Kino“ auf. Viele dieser Richtung zugehörige Filme wurden bereits ganz oder teilweise während der Diktatur illegal gedreht, es waren zumeist politische Filme, die ins Ausland geschmuggelt wurden, wie beispielsweise der 1973 entstandene Film Megara von Maniatis und Tsemperopoulos, der als Thema den Widerstand der Bauern in Megara gegen die Enteignung ihres Landes durch einen Großbankier verdeutlicht. Weitere wichtige Filme des „Neuen Griechischen Kinos“ sind der 1974 gedrehte Aus unwichtigem Anlass, sowie 1975 Die Wanderschauspieler von Theo Angelopoulos. Letzterer ist zudem der erste Film des „Neuen Griechischen Films“, der ein kommerzieller Erfolg wurde.[182]

    Der 1964 gedrehte Film Alexis Sorbas spielte eine wichtige Rolle in der Rezeption des Landes in den 1960er-Jahren. Politische Bedeutung hatte der griechisch-französische Film Z von Constantin Costa-Gavras (1969), der die Junta kritisierte. Ebenfalls französisch inspiriert ist das Werk des Regisseurs Theodoros Angelopoulos. Die Thematik der griechischen Diaspora thematisierten in einigen Filmen der Regisseur George Pan Cosmatos, der Schauspieler Telly Savalas, aber vor allem die Regisseurin Nia Vardalos (My Big Fat Greek Wedding). Als bedeutendster griechischer Filmkünstler des 21. Jahrhunderts gilt Giorgos Lanthimos.

    Das Internationale Filmfestival Thessaloniki findet seit 1960 statt und ist das bedeutendste des Landes. Verbände der Regisseure und Kinofachleute organisierten 1977 aus Protest gegenüber einer Reihe von Veränderungen, die das zuständige Ministerium vornahm, wie beispielsweise die Auswahlkriterien für das Kritikerkomitee, ein Gegenfestival. Dieses „unabhängige Festival“ konnte sich jedoch auf Dauer nicht durchsetzen.

    Küche

    Kunst

    Als Griechische Kunst wird vornehmlich die Bildhauerei der Antike verstanden, mitunter auch die Vasenmalerei. Kunstwerke wie der frühklassische Wagenlenker von Delphi, die Nike von Samothrake, nochmehr aber die hellenistischen Venus von Milo, Laokoon-Gruppe und die Gruppe von Aphrodite, Pan und Eros haben archetypischen Symbolcharakter erlangt. Die antike Kunst wurde durch die Byzantinische abgelöst, aus der sakralen Kunst der Kretischen Schule stammte der Maler El Greco (1541–1614). Das 19. Jahrhundert ist durch akademische Kunst geprägt und steht in Wechselwirkung zur Münchner Schule. Berühmte griechische Bildhauer des 20. Jahrhunderts sind u. a. Jannis Kounellis, Joannis Avramidis, Aris Kalaizis und Christos Kapralos. Auf der Insel Andros haben zahlreiche griechische Künstler ihre Ateliers, besonders der Sommer auf der ist durch zahlreiche Ausstellungen gekennzeichnet. Kunstmäzene sind häufig Reeder, wie früher Stavros Niarchos oder heute George Economou. Der Kunstsammler Dakis Joannou und seine Stiftung DESTE gelten als wichtigste Förderer des Werks von Jeff Koons, George Costakis hatte unter schwierigen Umständen eine große Sammlung des russischen Konstruktivismus angelegt. Iris Clert, Tériade und Christian Zervos förderten die Pariser Kunstszene.

    Architektur

    In Griechenland finden sich viele Zeugnisse klassischer Architektur. Gebäude wie der Parthenon oder das Theater von Epidauros geben einen guten Eindruck von der Qualität antiken Bauens. Diese wurden zum Vorbild des Klassizismus im 19. Jahrhundert, der in Griechenland von großer Bedeutung war. Architekten wie Theophil Hansen oder Ernst Ziller prägten die Städte mit großen öffentlichen Bauten, allem voran die Architektur Athens. Ausnahme ist der Bau der Athener Augenklinik von Theophil Hansen, der einer byzantinischen Formensprache folgt und damit den Auftakt für deren teilweise Wiederbelebung bildete. Vor allem Thessaloniki, der Athos und andere Klöster, die Peloponnes (Mystras), aber auch Athen und Umgebung (z. B. Kloster Dafni, Kapnikarea-Kirche in Athen) liefern zahlreiche herausragende Beispiele der mittelalterlichen griechischen Bautradition.

    Hauptstraße in Sinarades auf Korfu

    Die griechische Moderne gilt als eine der frühesten in Europa. Als Patroklos Karantinos, Schüler Auguste Perrets, den CIAM Kongress 1933 in Athen organisierte, konnte Griechenland über eine bedeutende Anzahl an Zeugnissen der funktionalistischen Moderne aufweisen. Die hier verabschiedete Charta von Athen wurde zum Fanal der Moderne. In den späten 1930er-Jahren gibt es auch restaurative Tendenzen (z. B. Bau der Bank von Griechenland und das Kronprinzenpalais), die jedoch keine Vorbildfunktion entwickeln.

    Blick über Athen aufs Meer

    Während Walter Gropius Bau der amerikanischen Botschaft und Eero Saarinens Westterminal des alten Athener Flughafens subtil auf Proportionen der Antike zurückgreifen, so stehen die Hotelbauten wie das Hilton in Athen von Spyros Staikos, 1963 und das Porto Carras auf der Halbinsel Chalkidiki von Walter Gropius (posthum, 1973 fertiggestellt) eindeutig unter dem Einfluss des International Style. Eine Ausnahme sind die zahlreichen touristische Bauten des staatlichen Bauprogramms Xenia der 1960er-Jahre unter der Federführung des griechischen Architekten Aris Konstantinidis. Diese modernen Bauten sind in der Landschaft eingebettet und kombinieren das industrialisierte Bauen mit lokalem Baumaterialien und -traditionen. Sie gelten als frühes Beispiel des kritischen Regionalismus.

    Einen städtebaulichen Impuls in Athen und Attika brachten die Olympischen Spiele 2004, allem voran die Sportstätten und Brücken des Architekten Santiago Calatrava.

    Die Architektur der Kykladen ist durch kubische Formen geprägt, deren blau-weiße, verschachtelte Wohnhäuser und Kirchen zum Markenzeichen Griechenlands wurden. Regional von Bedeutung sind ferner fränkisch, spätbyzantinisch oder osmanisch geprägte Altstädte. Die Ionischen Inseln sind venezianisch geprägt, auf Kreta stellt das Kamara-Haus eine traditionelle Bauform dar. Bedeutende gotische Bauten finden sich nur auf dem Dodekanes, allem voran die Altstadt von Rhodos.

    Sport

    Unter dem Kontext der Olympischen Spiele der Antike hat die olympische Bewegung von Anfang an in Griechenland viele Anhänger gefunden, so dass Athen 1896 erster Austragungsort wurde, zehn Jahre später folgten die Olympischen Zwischenspiele als Jubiläumsveranstaltung. Seit 1936 wird die olympische Flamme in Olympia entzündet und in einem Fackellauf zum Austragungsort gebracht. 2004 wurden zum dritten Mal Olympische Sommerspiele in Athen ausgetragen.

    Neben dem Marathonlauf der im 19. Jahrhundert gemäß der Marathonlegende auf den Boten Pheidippides zurückgeht, und viele Marathonläufe initiierte, gibt es auch den weitaus weniger bekannten Spartathlon, der auch auf einen antiken Lauf von Pheidippides zurückgeht. Dieser findet seit 1983 regelmäßig statt und wird auf den 245,3 Kilometern von Athen nach Sparta abgehalten.[183]

    Beliebte Publikumssportarten in Griechenland sind Basketball und Fußball. Zweiterer hat seine Rolle durch den Gewinn der EM 2004 gestärkt. Weitere beliebte Sportarten sind Volleyball und Wasserball.

    Im Motorsport gehört die Akropolis-Rallye zum jährlichen WM-Kalender der Rallye-Weltmeisterschaft.

    Feiertage

    Datum Deutsche Bezeichnung Griechischer Name Anmerkung
    1. Januar Neujahrstag Πρωτοχρονιά Protochroniá
    6. Januar Drei Könige Θεοφάνεια Theofánia („Erscheinung des Herrn“),
    Φώτα oder των Φώτων Fóta, ton Fóton („Lichterfest“)
    Beweglicher Feiertag (Fastnachtsdatum) Rosenmontag Καθαρά Δευτέρα Kathara Deftera („Reiner Montag“) Entspricht dem katholischen Aschermittwoch; Beginn der Fastenzeit
    25. März Nationalfeiertag Ευαγγελισμού Evangelismoú („Mariä Verkündigung“) Unabhängigkeitstag (1821)
    Beweglicher Feiertag
    (Freitag vor dem orthodoxen Ostersonntag)
    Karfreitag Μεγάλη Παρασκευή Megáli Paraskeví
    („Großer Freitag“)
    Beweglicher Feiertag
    (Orthodoxes Osterdatum)
    Ostersonntag Πάσχα Pás-cha Höchster kirchlicher Feiertag im Jahreskreis
    Beweglicher Feiertag
    (Montag nach dem orthodoxen Ostersonntag)
    Ostermontag Δευτέρα του Πάσχα Deftéra tou Pás-cha
    1. Mai Tag der Arbeit Πρωτομαγιά Protomagiá („Erster Mai“)
    15. August Mariä Himmelfahrt Κοίμηση της Θεοτόκου Kímisi tis Theotókou („Entschlafung der Gottesmutter“)
    28. Oktober Nationalfeiertag Επέτειος του Όχι Epétios tou Ochi
    Ochi-Tag („Jahrestag des Nein“)
    Nationalfeiertag (1940); siehe όχι-Tag
    25. Dezember 1. Weihnachtstag Χριστούγεννα Christoúgenna („Christi Geburt“)
    26. Dezember 2. Weihnachtstag Σύναξις Θεοτόκου Synaxis Theotokou
    („Versammlung zu Ehren der Gottesmutter“)

    Adel

    Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden „griechischen Staatsbürgern (…) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt“. Jedoch werden Adelstitel im Zusammenhang mit historischen Personen und Personen aus dem Ausland weiterhin genannt.

    Massenmedien

    2016 hatten 64,8 Prozent der griechischen Haushalte Zugang zum Internet.[184] Bereits 2004 erzielten Zeitschriften brutto erstmals höhere Werbeeinnahmen als Fernsehsender – inzwischen sind es rund 42 Prozent aller Werbeetats (978 Millionen Euro), deutlich mehr als TV und Zeitungen. Die hoch verschuldete Verlagsbranche wird von ausländischen Investoren konsolidiert.

    Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Griechenland Platz 88 von 180 Ländern.[185] Bei der Situation der Pressefreiheit im Land gibt es laut der Nichtregierungsorganisation „erkennbare Probleme“.

    Bildung und Wissenschaft

    Bildungswesen

    Das griechische Bildungssystem untergliedert sich grob wie vergleichbare Bildungssysteme in europäischen und nordamerikanischen Staaten in Vorschul-, Schul-, Berufs- und Hochschulbildung. 2015 betrug die Alphabetisierungsrate in Griechenland 97,3 %. Im PISA-Ranking von 2015 erreichen griechische Schüler Platz 44 von 72 Ländern in Mathematik, Platz 44 in Naturwissenschaften und Platz 41 beim Leseverständnis. Griechenlands Werte gehören damit zu den schlechtesten unter den OECD-Staaten.[186]

    Vorschulbildung

    In Griechenland stehen für die Vorschulbildung (Alter bis 6 Jahre) Kindergärten und Horte zur Verfügung: Im Jahr 1991 besuchten 135.014 Kinder 5.529 Horte und 8.377 Kindergärten.[187] 2001 besuchten 143.401 Kinder 5.715 Horte und 11.461 Kindergärten.[187] Ein Besuch dieser Einrichtungen ist freiwillig.

    Schulbildung

    Artikel 16 Absatz 3 der griechischen Verfassung von 1975 legt eine neunjährige Schulpflicht, beginnend mit dem fünften Lebensjahr, fest.[188] Die Schulausbildung muss kostenlos sein.[188] Während der griechischen Militärdiktatur von 1967 bis 1974 hielt die Junta-Regierung eine sechsjährige Schulpflicht für ausreichend.[189]

    Das gegenwärtige griechische Schulsystem unterscheidet drei Formen von Schulen: das Dimotiko Scholio (Klassen 1–6), das Gymnasio (Klassen 7–9) und das Lykio (Klassen 10–12).[190] Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem existieren keine parallelen Schulformen, alle Kinder besuchen die gleiche Schulform.[189] Das Dimotiko Scholio – kurz Dimotiko – umfasst die Klassen 1 bis 6 für die sechs- bis zwölfjährigen Kinder. Das Dimotiko entspricht im Vergleich zum deutschen Schulsystem der Primarstufe plus der ersten beiden Jahre der Sekundarstufe I.[189] Dem Dimotiko folgt für alle Schüler das Gymnasio,[189] eine dreijährige Schulform (Klassen 7–9), die für alle Kinder entsprechend der neunjährigen Schulpflicht obligatorisch ist.[189] Das griechische Bildungssystem fasst Dimotiko und Gymnasio als Grundausbildung zusammen. 1991 gab es 7.526 Schulen der Grundausbildung (Dimotiko und Gymnasio) mit 784.707 Schülern und 42.991 Lehrern.[187] 2001 gab es 5.753 Schulen mit 639.865 Schülern und 58.376 Lehrern.[187]

    Nach Abschluss des Gymnasio mit der neunten Klasse kann die Schullaufbahn freiwillig fortgesetzt werden: die nachfolgende Schule ist das Lykio, welches über drei Jahre läuft (Klassen 10–12).[189] Das Lykio entspricht der Sekundarstufe II bzw. der gymnasialen Oberstufe des deutschen Schulsystems. Die zeitweilig seit den 1980er-Jahren vorhandenen technischen Ausrichtungen des Lykio sind 1998 wieder abgeschafft worden: das Lykio ist seitdem wieder eine einheitliche Schulform.[187] In der dritten Klasse des Lykio wählen die Schüler einen von fünf Wahlpflichtbereichen aus, der mehrere Fächer beinhaltet.[191] Die Wahlpflichtfachkombinationen führen dabei jeweils zu unterschiedlichen Hochschulausbildungen: der erste zu einer Technischen Hochschule und/oder Universität, der zweite zu einer Medizinischen Hochschule bzw. Fakultät, der dritte zu einer philosophischen oder juristischen Hochschulbildung, der vierte zur sozialwissenschaftlichen Hochschulausbildung und der fünfte führt zu einer technischen Hochschule (entsprechend deutscher Fachhochschule).[191] 1991 besuchten 870.235 Schüler 3.604 Schulen des Typs Lykio, 2001 besuchten 693.323 Schüler 3.968 Schulen des Typs Lykio.[187]

    Hochschulbildung

    Blick auf den Zografou Campus der Nationalen Technischen Universität Athens

    Griechenland verfügt über Universitäten (Panepistimio) und Technische Hochschulen (TEI, am ehesten mit einer deutschen Fachhochschule vergleichbar). Die Hochschulen sind dabei ausnahmslos in staatlicher Hand unter Verwaltung des Bildungsministeriums in Athen. Private Universitäten sind nach Artikel 16 Absatz 8 der griechischen Verfassung von 1975 verboten.[192] Die Ausbildung an einer griechischen Hochschule ist kostenfrei; Bedürftige haben Anspruch auf staatliche Unterstützung.[188]

    Der Zugang zur Hochschulbildung ist ausschließlich über eine griechenlandweit abgehaltene zentrale Eingangsprüfung möglich.[193] Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Prüfung ist der erfolgreiche Abschluss der Sekundarstufe II des griechischen Primärbildungssystems, des Lykion (Lyzeum).[194] Diese jährlich im späten Frühjahr und Anfang des Sommers stattfindende zentrale Zulassungsprüfung ist jedes Jahr dominierendes Thema in der griechischen Öffentlichkeit, einschließlich Politik und Massenmedien.[193] Die Veröffentlichung von Listen der Zugelassenen pro Studiengang und Ort in überregionalen Tageszeitungen ist die Regel, Sondersendungen im Radio und Fernsehen ebenfalls. In weiten Teilen der griechischen Gesellschaft gilt die Zukunft des Kindes als ungesichert wenn nicht sogar ruiniert, wenn die Eingangsprüfung zur Hochschulbildung nicht bestanden wird.[195] Lediglich 18 % der Prüflinge bestehen die Universitätseingangsprüfung, bezieht man die Prüflinge ein, die einen Platz für einen dreijährigen Studiengang an einer technischen Hochschule (TEI) erhalten, steigt der Anteil der erfolgreichen Absolventen auf ca. 35 %.[196] Die Anzahl der Studienplätze pro Studiengang und Ort wird vom griechischen Bildungsministerium für alle Hochschulen in Griechenland festgelegt.[197] Die hieraus resultierenden Prüfungsanforderungen werden somit mittelbar (oder unmittelbar) ebenfalls vom Bildungsministerium griechenlandweit festgelegt.[197] Analog dem deutschen ZVS-Zulassungsverfahren in seiner bundesweiten Ausführung werden ausschließlich nach Prüfungsergebnis Studiengang und Studienort festgelegt.[197] In den 1980er-Jahren wurden die Anforderungen der Prüfungen vermindert: beispielsweise wurde auch die Bedingung des erfolgreichen Bestehens des Lyzeums abgeschafft.[194] Diese Abschaffung erfolgte in der Absicht, die Zugangschancen zur Hochschulbildung zu verbessern.[194] Folge dieser Maßnahme war, dass Ende der 1980er-Jahre lediglich 50 % der Prüfungskandidaten erfolgreich das Lyzeum (Sekundarstufe II) abgeschlossen hatten und damit der Stellenwert der „griechischen Sekundarstufe II“ weiter gesenkt wurde.[194]

    Die regionale Verteilung der Hochschuleinrichtungen ist inhomogen und entspricht annähernd der Bevölkerungsdichte. Der Ballungsraum Athen-Piräus verfügt über acht universitäre Einrichtungen und zwei technische Hochschulen (TEI).[198] Jede weitere Verwaltungsregion Griechenlands hat eine universitäre Einrichtung. Der Ballungsraum Thessaloniki und Zentralmakedonien verfügen über zwei Universitäten, darunter die größte in Griechenland (Aristoteles-Universität Thessaloniki), Kreta hat mehrere universitäre Einrichtungen, die Universität Kreta und die Technische Universität Kreta. Die Verwaltungsregion Peloponnes hat keine Universität: für die Studenten auf der Peloponnes ist Patras die nächstgelegene universitäre Bildungseinrichtung. Die TEI sind mit einer Einrichtung pro Verwaltungsregion vertreten; im Gegensatz zu den Universitäten ist die Standortverteilung durch Filialenbildung in der Fläche besser.[198] In einem Einzelfall wurde die Auslagerung von Fakultäten und Instituten auch auf universitärem Niveau betrieben: die pädagogische Fakultät der Aristoteles-Universität Thessaloniki ist in Teilen nach Florina ausgelagert.[198] Im Ballungsraum Athen-Piräus ist das Universitätssystem in unterschiedliche Schwerpunktuniversitäten differenziert: Nationale und Technische Universität, Panteion Universität für Soziale und Politische Wissenschaften, Harokopio Universität für Nationale Wirtschaft sind Beispiele hierfür.[198] In anderen Regionen Griechenlands fehlt diese Differenzierung.[198] Im Jahr 2005 verfügte Griechenland über insgesamt 21 universitäre Hochschulen mit 171.967 Studenten und 11.575 Personen im Lehrpersonal (ohne weitere Aufschlüsselung).[187] Im Jahr 1991 waren 115.464 Studenten und 9.124 Personen im Lehrpersonal an universitären Bildungseinrichtungen tätig.[187] 75 Einrichtungen konnten 2005 den TEI zugerechnet werden: sie hatten 147.715 Studenten und 12.021 Lehrkräfte (ohne Differenzierung).[187] 1991 gab es 77 Einrichtungen der TEI mit 55.559 Studenten und 5.693 Lehrkräften (ohne weitere Differenzierung).[187]

    Die Studierendenzahlen sind in etwa analog der Bevölkerungsdichte verteilt: In Athen einschl. Piräus studierten 1991–1992 über 54.000 Studenten an acht Universitäten und über 30.000 Studenten an TEI (Fachhochschulen).[199] In Thessaloniki inkl. des TEI in Serres studierten über 53.000 Studenten an zwei Universitäten und knapp 16.000 Studenten an TEI.[199] Im Vergleich hierzu studierten beispielsweise nur knapp 7.900 Studenten an einer Universität in Westgriechenland (Patras), ca. 5.800 Studenten an einer Universität in Epirus (Ioannina) und etwas mehr als 5.000 Studenten an der Universität für Ostmakedonien-Thrakien in Alexandroupolis.[199] Die Universität der Ionischen Inseln hatte 1991–1992 lediglich 419 Studenten, die Universität in Thessalien (Larisa) 705 Studenten.[199] Die Gesamtzahl der an Universitäten studierenden Personen in Griechenland betrug für den gleichen Zeitraum 117.980; an TEI studierten 79.974 Personen.[199] 2001 studierten an den Universitäten 148.772 Menschen, an den TEI 87.797 Menschen; 63.000 Menschen studierten im Ausland.[200]

    Die TEI wurden erst Anfang der 1980er-Jahre per Gesetz 1404/1983 unter der Regierung Andreas Papandreou eingeführt.[201] Die zuvor bestehenden technischen Bildungseinrichtungen KATEE wurden durch die TEI abgelöst.[201] Die KATEE, als Bildungseinrichtungen mit nur bedingtem Hochschulcharakter, fanden in der griechischen Bevölkerung mit ihrer Bevorzugung einer universitären Hochschulbildung keine Akzeptanz.[202] Die Einführung der TEI hatte bezogen auf die zukünftigen Arbeitsmarktchancen ihrer Absolventen nicht die erhoffte oder beobachtete Wirkungen wie beispielsweise die Einführung der Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland:[203] in Griechenland stieg die Arbeitslosenquote der Hochschulabsolventen in den 1980er-Jahren an.[203]

    Das Missverhältnis zwischen Angebot von Studienplätzen und der erheblich höheren Nachfrage wird von ökonomischer Seite auf die Bestimmungen des Artikel 16 der griechischen Verfassung zurückgeführt, welcher eine kostenlose Universitätsbildung und ein Verbot privater Hochschulen vorschreibt.[204] Nach Psacharopoulos führe die Verstaatlichung des Bildungssystems zu einem Mangel an Wettbewerb.[205] Außerdem müssen die kostenlosen Studiumsleistungen im Rahmen der Volkswirtschaft erwirtschaftet werden.[205] Der gleiche Kritiker weist aber auch darauf hin, dass Griechenland nur die Hälfte an Finanzmitteln pro Studierenden im Vergleich zum OECD-Durchschnitt ausgibt (in kaufkraftkonstanten Preisen bemessen).[205] Diese „relative Unterfinanzierung“ besteht auch im Vergleich zum Durchschnitt der EU-Staaten.[205] Nach einer OECD-Statistik von 2001 wendet Griechenland pro Student 4.157 USD auf (zum Vergleich: Schweden 13.224 USD, Niederlande 10.757 USD, Deutschland 9.481 USD, EU-Durchschnitt 9.063 USD).[205] Bemerkenswert ist die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Hochschulbildung unter 24 Jahren (nach Daten von Eurostat, 2000): 28,8 % in Griechenland gegenüber 12,8 % im EU-Durchschnitt.[206] Hierbei ist allerdings nicht eindeutig geklärt, ob diese Personen das Studium abgeschlossen haben und ob die staatliche Planung der Studienplätze und Studiengänge dafür verantwortlich ist. Ein Hinweis auf eine „Fehlplanung“ ergibt sich am Beispiel des Studiengangs Informatik: 2001 richtete das Bildungsministerium 125 Studienplätze in diesem Studiengang bei 20.824 Bewerbern ein.[206] Indikativ für eine Fehlsteuerung durch die hochrestriktive Vergabe von Studienplätzen und Studienorten ist dabei die Beobachtung, dass lediglich 15 % der Studenten im Studiengang Informatik dies auch studieren wollten.[206] Auffallend ist auch, dass Griechenland, gemessen an seiner Bevölkerung, den höchsten Anteil an Studierenden im Ausland hat: 5.257 im Ausland Studierende pro eine Million Einwohner gibt es in Griechenland (zum Vergleich: Deutschland 637, Japan 499, Indien 47, Malaysia 1777, Frankreich 827; Daten nach OECD 2002).[207] Dabei wird als besonders negativ gewertet, dass viele der im Ausland Studierenden nicht nach Griechenland zurückkehren, wenn sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben.[208]

    Wissenschaft

    Die Akademie von Athen ist die zentrale wissenschaftliche Einrichtung in Griechenland

    Neben den großen Universitäten entstanden 1958 die National Hellenic Research Foundation und ein Jahr später das NCSR Demokritos, das bis vor 10 Jahren einen Forschungsreaktor betrieb. Es forscht auf vielen naturwissenschaftlichen Gebieten, musste aber im Laufe der Krise sich thematisch weitgehend einschränken, weil sein Jahresetat von ursprünglich 25 auf nunmehr 12 Mio € gekürzt wurde. Weitere bedeutende Forschungseinrichtung des Landes sind die 1983 gegründete Foundation for Research & Technology – Hellas und das CERTH – The Centre for Research & Technology, Hellas mit Sitz in Thessaloniki.

    Mit einem Anteil von 4,4 % haben Arbeitnehmer in Forschung und Wissenschaft einen relativ geringen Anteil an den Arbeitnehmern, wenngleich die Zahlen um 3,7 % jährlich ansteigen (2001–2007). Die Akademikerarbeitslosigkeit ist mit 5,7 % jedoch hoch (OECD Durchschnitt: 3,2 %). Gemessen an der Bevölkerungszahl wird relativ viel wissenschaftlich publiziert, insgesamt 0,6 % der weltweiten Publikationen. Innovationen sind häufig mit ausländischen Partnern, 14 % der Unternehmen haben ausländische Partner, 28,5 % der Patente erwähnen ausländische Miterfinder. Die Wirtschaftskrise hat die Regierung zu zahlreichen Programmen der Förderung der Wissenschaft motiviert, besonders unkonventionelle Ansätze werden stärker gefördert als zuvor.[209] Staatliche Programme werden durch das General Secretariat for Research and Technology of the Ministry of Development (GSRT) koordiniert.[210] In Anbetracht der kleinen Größe des Landes und der Griechischen Diaspora besteht bei den meisten Forschungseinrichtungen eine starke Orientierung zum Ausland hin, auch Startups werden häufig mit Sitz in größeren Ländern gegründet, wenngleich die meisten Aktivitäten in Griechenland sind.

    Siehe auch

     Portal: Griechenland – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Griechenland

    Literatur

    Einzelnachweise

    1. Griechische Botschaft (de) zur Geographie Griechenlands (Memento vom 11. Juni 2009 im Internet Archive)
    2. Schätzung des Department of Economic and Social Affairs of the United Nations esa.un.org
    3. cia.gov
    4. imf.org des Internationalen Währungsfonds
    5. hdr.undp.org United Nations Development Programme (UNDP),
    6. Verzeichnis der Staatennamen. Auswärtiges Amt, 23. März 2011, abgerufen am 6. April 2011 (PDF; 39 kB). 
    7. Homer: Ilias II, S. 498
    8. Pausanias: Böoter und Phokäer Buch 5, S. 136
    9. Hilmar Klinkott: Yauna – Die Griechen aus persischer Sicht? In: Hilmar Klinkott (Hrsg.): Anatolien im Lichte kultureller Wechselwirkungen. S. 107–148. Attempo, Tübingen 2001. ISBN 3-89308-333-2.
    10. CIA World Factbook: Greece Stand: 15. April 2008 (englisch)
    11. Der Fischer Weltalmanach 2008: Zahlen, Daten, Fakten. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-596-72008-8. S. 198.
    12. CIA World Factbook: Die Küstenlinien der Staaten der Erde Stand: 15. April 2008 (englisch)
    13. SCHWARZ, U. (2012): Balkan Rivers – The Blue Heart of Europe, Hydromorphological Status and Dam Projects, Report, 151 pp. [PDF, 6,4 MB]
    14. griechenland-urlaub-blog.de
    15. Wetter in Europa: Bis zu 47 Grad. In: Spiegel Online. 4. August 2018, abgerufen am 4. August 2018. 
    16. Richard Fraunberger: Zuhause in Griechenland: … und niemand stört sich dran. In: zeit.de. 25. März 2010, archiviert vom Original am 24. August 2017; abgerufen am 4. August 2018. 
    17. Το Απόλυτο Ski Portal. In: ski.gr. Abgerufen am 4. August 2018 (griechisch, Informationen zu Wintersportgebieten in Griechenland). 
    18. gottwein.de
    19. a b 3sat.de
    20. a b Griechenland – Flora und Fauna (Memento des Originals vom 18. November 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.laender-lexikon.de auf laender-lexikon.de
    21. mfa.gr
    22. in2greece.com
    23. Adelheid Schalinski: Krankheitsempfinden und Arzneimittelgebrauch in Griechenland. – S. 130, 2002.
    24. griechenland-abc.de
    25. LP Griechenland – S. 84
    26. Bureau of Ecological Studies (2007): Karte 10 zum Grünen Band Europas [PDF]
    27. So W. Pape, Griechisch-deutsches Handwörterbuch, Band I, S. 1532
    28. Das altgriechische Wort für Jäger, kynegétes’, bedeutet eigentlich Hundeführer.
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    201. a b Prokou, Eleni: Nonuniversity Higher Education Reform in France, Germany, and Greece: A Comparison of Core and Semiperiphery Societies. Comparative Education Review. Volume 50, Number 2. 2006. S. 196–216. S. 199.
    202. Prokou, Eleni: Nonuniversity Higher Education Reform in France, Germany, and Greece: A Comparison of Core and Semiperiphery Societies. Comparative Education Review. Volume 50, Number 2. 2006. S. 196–216. S. 203.
    203. a b Prokou, Eleni: Nonuniversity Higher Education Reform in France, Germany, and Greece: A Comparison of Core and Semiperiphery Societies. Comparative Education Review. Volume 50, Number 2. 2006. S. 196–216. S. 205.
    204. Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123–137. S. 123.
    205. a b c d e Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123–137. S. 125.
    206. a b c Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123–137. S. 127.
    207. Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123–137. S. 128.
    208. Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123–137. S. 129.
    209. Bericht der OECD, Länderkurzprofil Wissenschaft: PDF
    210. Weitere Informationen des GSRT online (griechisch) (Memento vom 11. Mai 2011 im Internet Archive)
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    38.30111111111123.741111111111Koordinaten: 38° N, 24° O

    source: http://de.wikipedia.org/wiki/Griechenland
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    Turmhaus

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    Küche

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    Sala

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    Grosses Bad

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    Willkommen

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    Lachania: das Dorf

    Ortsgemeinschaft Lachania
    Τοπική Κοινότητα Λαχανιάς (Λαχανιά)
    Lachania (Griechenland)
    Bluedot.svg
    Basisdaten
    Staat Griechenland
    Region Südliche Ägäis
    Regionalbezirk Rhodos
    Gemeinde Rhodos
    Gemeindebezirk Notia Rodos
    Geographische Koordinaten 35° 58′ N, 27° 52′ O35.967127.862272222222Koordinaten: 35° 58′ N, 27° 52′ O
    Höhe ü. d. M. 70 m
    (Durchschnitt)
    Fläche 25,375 km²[1]
    Einwohner 153 (2011[2])
    LAU-1-Code-Nr. 69010908
    Ortsgliederung 2 Siedlungen
    1 unbewohnte Insel
    Postleitzahl 85109
    Typisches Haus in einer Dorfstraße
    Typisches Haus in einer Dorfstraße

    Lachania (griechisch Λαχανιά (f. sg.)) ist ein über Hügel und ein Flusstal zerstreutes Dorf im Süden der zum Dodekanes gehörenden griechischen Insel Rhodos. Das Dorf bildet mit dem unbewohnten Weiler Plimmyri und der unbewohnten Insel China die Ortsgemeinschaft Lachania (Topiki Kinotita Lachanias Τοπική Κοινότητα Λαχανιάς) im Gemeindebezirk Notia Rodos der Gemeinde Rhodos. Etwa zehn Kilometer nördlich liegt Gennadi, die Stadt Rhodos ist 73 km entfernt. Das Dorf mit einer zweitausendjährigen Geschichte wird wegen seiner authentischen Architektur mit renovierten geduckten weißen Häusern zu den schönsten auf Rhodos gezählt und hat 153 dauernde Einwohner (2011).

    Mitte der 1980er-Jahre erlebte das beinahe entvölkerte Lachania durch ausländische Investoren und Aussteiger, darunter Schriftsteller, Maler, Musiker und Bildhauer, eine Renaissance. Viele Häuser des Ortes – so die beiden Windmühlen – wurden wieder restauriert. Die 1760 auf den Überresten eines frühchristlichen Gotteshauses errichtete Kirche Agios Georgios („St. Georg“) enthält einen kreuzförmigen Taufstein aus dem 6. Jahrhundert aus einem monolithischen Steinblock. In der Nähe der Kirche finden sich Überreste eines türkischen Bewässerungssystems mit Quelle, die von einer 300-jährigen Platane beschattet wird. In der Umgebung des Ortes finden sich mehrere Kirchen, von denen Agia Irini („St. Irene“) aus dem 15. Jahrhundert stammt.

    Der politische Karikaturist Vangelis Pavlidis lebt in Lachania. Der niederländische Musiker Jerry Rix starb dort 2016.

    Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Name Lachania wird vom griechischen Wort für Kohl (lachano λάχανο) abgeleitet, der bis heute auf dem fruchtbaren Boden rund um den Ort angebaut wird.

    source: http://de.wikipedia.org/wiki/Lachania
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    Mittelmeer: Ozean und Badewanne

    3518Koordinaten: 35° N, 18° O

    Das Mittelmeer (lateinisch Mare Mediterraneum,[1] deshalb deutsch auch Mittelländisches Meer, präzisierend Europäisches Mittelmeer, im Römischen Reich Mare Nostrum) ist ein Mittelmeer zwischen Europa, Afrika und Asien, ein Nebenmeer des Atlantischen Ozeans und, da es mit der Straße von Gibraltar nur eine sehr schmale Verbindung zum Atlantik besitzt, auch ein Binnenmeer. Im Arabischen und Türkischen wird es auch als „Weißes Meer“ (البحر الأبيض/al-baḥr al-abyaḍ bzw. türk. Akdeniz) bezeichnet.

    Zusammen mit den darin liegenden Inseln und den küstennahen Regionen Südeuropas, Vorderasiens und Nordafrikas bildet das Mittelmeer den Mittelmeerraum, der ein eigenes Klima (mediterranes Klima) hat und von einer eigenen Flora und Fauna geprägt ist.

    Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Fläche des Mittelmeers beträgt etwa 2,5 Millionen km² und sein Volumen 4,3 Millionen km³. Im Calypsotief erreicht es eine maximale Tiefe von 5.267 Metern. Die durchschnittliche Wassertiefe liegt bei rund 1.430 Metern.

    Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Meeresregionen des Mittelmeers

    Das Europäische Mittelmeer liegt als am stärksten von Festländern umgebenes bzw. vom Ozean getrenntes Mittelmeer zwischen den drei Kontinenten Afrika, Europa und Asien. Es wird zu den Nebenmeeren des Atlantischen Ozeans gezählt.

    Im Westen ist es durch die Straße von Gibraltar mit dem Atlantischen Ozean verbunden, im Nordosten über die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus mit dem Schwarzen Meer und im Südosten über den Sueskanal (seit 1869) mit dem Roten Meer, einem Binnenmeer des Indischen Ozeans.

    Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Mittelmeer ist vor allem im Osten und Norden durch eigene Nebenmeere und Buchten stark untergliedert.

    In der Tiefe gliedert sich das Meer in zwei charakteristische Becken, ein westliches und ein östliches, die durch die seismisch hochaktive Schwelle Tunesien–Italien getrennt sind. Hier zeichnet sich mit dem Tyrrhenischen Becken noch ein drittes, eigenständiges Becken ab.

    Im Sinne der natürlichen Struktur gliedert man das Mittelmeer in einen westlichen und einen östlichen Teil:

    Westliches Mittelmeer
    Östliches Mittelmeer

    0

    Seltener ist die Unterteilung in einen West-, Zentral- und Ostteil. In diesem Fall werden die Meeresgebiete rund um die Italienische Halbinsel zum zentralen Mittelmeer gerechnet: Ligurisches Meer, Tyrrhenisches Meer, Straße von Sizilien, Golf von Gabès (Kleine Syrte), Ionisches Meer, Adriatisches Meer.

    Mittelmeerstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Staaten, Städte, Inseln (französisch)

    Folgende Länder haben Anteil an der Mittelmeerküste (Aufzählung in der Reihenfolge, wie auf einer genordeten Karte im Uhrzeigersinn erscheinend, beginnend im Westnordwesten, auf ungefähr „10 Uhr“): Spanien, Frankreich, Monaco, Italien, Malta, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland, die Türkei, Zypern, Syrien, Libanon, Israel, Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko.

    Gibraltar und die beiden Militärbasen Akrotiri und Dekelia auf Zypern sind britische Hoheitsgebiete, gehören aber offiziell nicht zum Vereinigten Königreich. Die Palästinensischen Autonomiegebiete haben mit dem Gazastreifen Anteil an der Mittelmeerküste.

    Beim Mittelmeer sind die beiden Begriffe Mittelmeerstaat und Mittelmeeranrainerstaat nahezu gleichbedeutend, da alle größeren Staaten des Mittelmeerraums zur Küste Zugang haben. Zu Ersteren gehören allerdings noch die europäischen Kleinstaaten Vatikanstadt und San Marino, und unter Umständen auch Andorra und Mazedonien.

    Inseln und Küsten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im Mittelmeer liegen zahlreiche Inselgruppen und einzelne größere und kleinere Inseln. Die flächengrößte Insel ist Sizilien, gefolgt von Sardinien. Beide Inseln sind zugleich auch eigenständige Regionen Italiens. Weitere große Mittelmeerinseln sind – in absteigender Reihenfolge – Zypern, Korsika und Kreta. Zypern und Malta mit seinen Nachbarinseln sind die einzigen Inselstaaten des Mittelmeeres. Sizilien ist mit mehr als fünf Millionen Einwohnern mit Abstand auch die bevölkerungsreichste Mittelmeerinsel.

    Bedeutende Inselgruppen

    Bucht nahe Gigaro an der französischen Riviera
    Blick auf das Mittelmeer bei Kap Bon in Tunesien

    Die bedeutendsten Inselgruppen im Europäischen Mittelmeer sind von Westen nach Osten

    Größere Halbinseln

    An der Westküste des Mittelmeers liegt die Iberische Halbinsel mit Spanien und Portugal, welche im Norden und im Westen vom Atlantik gesäumt wird und im Nordosten durch das Pyrenäengebirge mit Frankreich verbunden ist. Östlich folgt die stiefelförmige Apenninenhalbinsel mit dem Großteil Italiens. Die in ihrer Ausdehnung unterschiedlich definierte Balkanhalbinsel zwischen Adria, Ägäis und dem Schwarzen Meer umfasst den Großteil Südosteuropas. Auch Kleinasien wird bisweilen als Halbinsel zwischen Schwarzem und Mittelmeer gesehen.

    Deutlich kleiner dimensioniert sind Halbinseln wie Kalabrien und der Salento in Süditalien, Istrien in Kroatien (die größte Halbinsel in der Adria), der Peloponnes, Attika und Chalkidiki in Griechenland oder die Halbinsel Gallipoli im europäischen Teil der Türkei. An der weit weniger gegliederten Südküste des Mittelmeers liegen die Halbinseln Kap Bon in Tunesien und die Kyrenaika in Libyen.

    Küstenabschnitte

    Küstenabschnitt der Cinque Terre in Italien
    Stadtmauer von Dubrovnik in Kroatien (Region Dalmatien)

    Die Küsten liegen entlang der charakteristischen Großräume des Mittelmeerraums, was die Landmasse betrifft, nämlich Iberische Halbinsel, Französische Mittelmeerküste, Apennin-Halbinsel, Balkanhalbinsel, Griechenland (als Halbinsel des Balkans), Kleinasien, Levante (Naher Osten), Maghreb (Nordafrika),[2] wobei letzterer Raum die gesamte Südhälfte der Küste einnimmt, aber deutlich weniger strukturiert ist, weil hier mit dem Atlasgebirge nur eine Gebirgsmasse küstenlinienbestimmend ist.

    Bekannte Küstenabschnitte:

    Städte und Ballungsräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    In das Mittelmeer bzw. in dessen Randmeere münden unter anderen folgende Flüsse und Ströme mit einer Länge von über 200 Kilometern:

    Das Nildelta (links) und der Suezkanal (Bildmitte)
    Name Länge (km) Staat an der Mündung Teilmeer der Mündung
    Acheloos 297 Griechenland Ionisches Meer
    Aliakmonas 297 Griechenland Ägäis
    Arno 240 Italien Ligurisches Meer
    Aude 224 Frankreich Westteil des Mittelmeers
    Ceyhan 260 Türkei Levantinisches Meer
    Cheliff 700 Algerien Westteil des Mittelmeers
    Drin 285 Albanien Adria
    Ebro 925 Spanien Westteil des Mittelmeers
    Etsch/Adige 415 Italien Adria
    Gediz 405 Türkei Ägäis
    Göksu 260 Türkei Levantinisches Meer
    Großer Mäander/Büyük Menderes 550 Türkei Ägäis
    Júcar 498 Spanien Westteil des Mittelmeers
    Kleiner Mäander/Küçük Menderes 200 Türkei Ägäis
    Mariza/Meriç/Evros 515 Griechenland/Türkei Ägäis
    Medjerda 450 Tunesien Westteil des Mittelmeers
    Moulouya 550 Marokko Westteil des Mittelmeers
    Nahr al-Asi/Orontes/Asi Nehri 571 Türkei Levantinisches Meer
    Neretva 225 Kroatien Adria
    Nestos/Mesta 243 Griechenland Ägäis
    Nil 6852 Ägypten Levantinisches Meer
    Piave 220 Italien Adria
    Pinios 217 Griechenland Ägäis
    Po 652 Italien Adria
    Reno 212 Italien Adria
    Rhone 812 Frankreich Golfe du Lion
    Segura 325 Spanien Westteil des Mittelmeers
    Seyhan 560 Türkei Levantinisches Meer
    Struma/Strymonas 408 Griechenland Ägäis
    Ter 208 Spanien Westteil des Mittelmeers
    Tiber/Tevere 405 Italien Tyrrhenisches Meer
    Turia 280 Spanien Westteil des Mittelmeers
    Vardar/Axios 388 Griechenland Ägäis
    Vjosa 272 Albanien Adria

    Hinzu kommen erstens der ständige Zufluss aus dem Atlantik[3] und zweitens der Wasserüberschuss des Schwarzen Meeres über den Bosporus und das Marmarameer.

    Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Entstehung und Entwicklung des Mittelmeers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Tethys am Ende der Trias (vor etwa 200 Mio. Jahren)
    Reliefkarte des Mittelmeers
    Animierte Darstellung des Auseinanderbrechens von Pangaea und der Formierung heutiger Kontinente.

    Das Europäische Mittelmeer ist größtenteils ein Überrest der Tethys, eines großen golfartigen Urozeans, der vom Superkontinent Pangäa umgeben war. Die Bildung des Mittelmeeres begann mit dem Auseinanderbrechen Pangäas und der Drift der Afrikanischen Platte (damals noch Teil des großen Südkontinentes Gondwana) nach Süden während der Trias und des Jura. Dadurch öffnete sich die Tethys reißverschlussartig nach Westen. Die erneute Norddrift der mittlerweile aus dem Gondwana-Verband herausgelösten Afrikanischen Platte in der Kreide und deren Kollision mit dem Südrand Europas ab dem Paläogen führten zur zunehmenden Einengung der westlichen Tethys bzw. zur Alpidischen Gebirgsbildung. Die damit verbundene Entstehung der alpidischen Ketten in Mittel- und Südosteuropa sowie in Vorderasien (Alpen, Karpaten, Dinarisches Gebirge usw.) teilten die westliche Tethys in einen nördlichen Teil, die Paratethys, und einen südlichen Teil, der sich zum heutigen Mittelmeer entwickelte (die östliche Tethys schloss sich im Zuge der Norddrift Indiens, durch die gleichzeitig der Indische Ozean entstand). Die Kollision Afrikas (einschließlich der Arabischen Halbinsel) mit dem Südwestrand des damaligen Asiens im mittleren Miozän führte zur Trennung des Mittelmeers vom Indischen Ozean. Die Bildung der jungen Faltengebirge des Mittelmeerraumes und der Inseln sowie die Verteilung der Schelfbereiche und Tiefseebecken sind das Resultat komplexer tektonischer und geomorphologischer Prozesse, die noch nicht abschließend geklärt sind. Die im östlichen Mittelmeer erhaltene ozeanische Erdkruste des westlichen Tethysbeckens ist mit einem Alter von teilweise über 300 Mio. Jahren die älteste der Welt.

    Vor etwa sechs Millionen Jahren, im Messinium (oberstes Miozän), begann das Mittelmeer auszutrocknen.[4] Vor dem Messinium war das Mittelmeer noch nicht über die schmale Straße von Gibraltar mit dem Atlantik verbunden, sondern über wesentlich breitere Meeresarme, welche einerseits über Südspanien,[5] andererseits südlich des Atlasgebirges[6] führten. Als Folge der plattentektonisch bedingten Kollision Afrikas mit Südeuropa schlossen sich diese Meeresverbindungen. Durch das Zusammenspiel von ozeanographischer Isolation des Mittelmeerbeckens und dem ariden Klima in der Region verdunstete das Meerwasser zusehends und der Pegel sank. Die sich bildende Salzwüste ist heute im Meeresboden des Mittelmeeres in Form mächtiger Gips- und Salzlager dokumentiert. Einige Jahrtausende später wurde das Becken des Mittelmeers durch einströmendes Wasser aus dem Atlantik über die Straße von Gibraltar wieder gefüllt. Dieser Vorgang spielte sich wohl mehrmals vor sechs bis fünf Millionen Jahren ab. Die wiederholte Eindampfung erklärt die hohe Mächtigkeit der Salzlager. Der gesamte Zeitraum wird als die Messinische Salinitätskrise (MSC) bezeichnet.

    Die Messinische Salinitätskrise resultierte in einem Faunenschnitt im Mittelmeerraum, anhand dessen bereits Charles Lyell, ohne die Ursache zu kennen, die erdgeschichtliche Grenze vom Miozän zum Pliozän festlegte. Im Miozän bestanden im Mittelmeer große Inselgruppen, zeitweise mit Landverbindungen zu Nordafrika. Diese waren zum Teil mit tropisch-afrikanischer Fauna bevölkert: Altweltaffen (Oreopithecus bambolii), Elefanten (Sizilianischer Zwergelefant), Giraffen, Flusspferde, Krokodile.[7] Im Pliozän wurde diese Fauna weitgehend durch Einwanderungen aus Europa ersetzt, z. B. durch Säbelzahnkatzen (Machairodus und Metailurus).[8][9][10]

    Im Periglazial der Würm- bzw. Weichsel-Eiszeit lag der Wasserspiegel des Mittelmeeres etwa 120 Meter tiefer als heute.[11] Damit war das obere Ende der Adria (Caput Adriae) Festland, viele griechische Inseln waren mit Anatolien verbunden, Sardinien und Korsika bildeten eine große Insel, ebenso wie Sizilien und Malta. Östlich von Tunesien erstreckte sich eine weite Küstenebene. Vor den heutigen Mündungen von Rhone, Nil, und Ebro lagen ausgedehnte Ebenen. Der Eingang der Henry-Cosquer-Höhle mit prähistorischen Felszeichnungen liegt heute 36 m unter dem Meeresspiegel. Der glazioeustatische Anstieg des Meeresspiegels am Ende des Pleistozäns betrug etwa 0,2 cm/a.[12][13]

    Im frühen Holozän lag der Wasserspiegel etwa 35 Meter tiefer als heute. Die Barriere zum Schwarzen Meer wurde etwa 5600 v. Chr. überschwemmt.

    Das Mittelmeer als Sedimentbecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Sedimentationsgeschichte des Mittelmeeres ist eng verknüpft mit der Entstehung der jungen Faltengebirge des Mittelmeerraumes. Letztere sind bedeutende Liefergebiete für die Sedimente, und die mit der Gebirgsbildung verbundenen tektonischen Vorgänge waren ein wichtiger Einflussfaktor für die Sedimentationsdynamik.[14][15] Große Flüsse, wie Ebro, Po und Rhone waren und sind wichtige Transportmedien für die Sedimente. Das größte Flusssystem, welches in das Mittelmeer mündet, ist der Nil. Er befördert pro Jahr etwa 60 Millionen Tonnen Sediment ins östliche Mittelmeer.[16] Nicht zu unterschätzen ist aber auch der Eintrag von Sedimenten aus den angrenzenden Wüstengebieten (speziell der Sahara) durch Wind.[16]

    Eine bemerkenswerte Eigenschaft der Mittelmeer-Sedimentabfolge des Pliozäns und Quartärs ist das rhythmische Auftreten von Faulschlammablagerungen. Verantwortlich dafür könnten Klimaschwankungen mit Abschwächung der Aridität in der Region sein.[17] Die Existenz und Nicht-Existenz von Verbindungen zum Atlantischen und Indischen Ozean (über den Persischen Golf) waren ebenfalls von großer Wichtigkeit für die sedimentäre Evolution des Mittelmeerraumes – insbesondere hinsichtlich der Entstehung von Evaporiten (siehe oben).

    Ozeanografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Vorherrschende Meeresströmungen, Juni

    Teilbecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Mittelmeer besteht hauptsächlich aus vier größeren, mit ozeanischer Kruste unterlegten Tiefseebecken: Das Balearen-Becken, auch Algerisch-Provenzalisches Becken, das bis zu 3255 m tief ist und im westlichen Teil des Mittelmeers liegt, bildet das kleinste Becken. Im westlichen Mittelteil befindet sich das Tyrrhenische Becken im Tyrrhenischen Meer mit einer Tiefe von bis zu 3758 m. Im östlichen Mittelteil des Mittelmeers liegt das Ionische Becken im Ionischen Meer, das im Calypsotief – der tiefsten Stelle des Europäischen Mittelmeers – bis zu 5267 m tief ist. In der östlichen Region befindet sich das bis zu 4517 m tiefe Levantische Becken im Levantischen Meer.

    Gezeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Da das Mittelmeer nur eine schmale Verbindung mit dem Atlantik hat und nur 3.500 km lang ist, hat es kaum Tidenhub. Die höchsten Werte für den maximalen Tidenhub liegen im Bereich 100 cm (Venedig), 120 cm (Triest) und 200 cm (Golf von Gabès). Weite Bereiche des Mittelmeeres haben aber einen kaum nachweisbaren Tidenhub von unter 10 cm, nur wenige Regionen erreichen durch Resonanzen Werte von über 30 cm.[18][19][20]

    Eine nennenswerte Gezeitenströmung gibt es nur bei der Meerenge von Gibraltar und in den Lagunen zwischen Venedig und Triest.

    Salzgehalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Salzgehalt des Europäischen Mittelmeeres liegt mit rund 3,8 % höher als der des Atlantiks (mit etwa 3,5 %). Dies ist eine Folge der starken Verdunstung, die nicht durch den Süßwasserzufluss der großen Flüsse und Ströme ausgeglichen wird (man spricht in diesem Zusammenhang von einem Konzentrationsbecken). Deshalb fließt am Grund der Straße von Gibraltar ein kräftiger Salzwasserstrom in den Atlantik ab, während an der Oberfläche eine entsprechend zum Netto-Wasserverlust noch stärkere Gegenströmung salzärmeres und darum leichteres Ozeanwasser in das Mittelmeer transportiert. Der Oberflächensalzgehalt steigt von West nach Ost von 3,63 % in der Straße von Gibraltar auf 3,91 % vor der Küste Kleinasiens.

    Auswirkungen der globalen Erwärmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Mittelmeer ist von der globalen Erwärmung stark betroffen. So verzeichneten Forscher seit Mitte des 20. Jahrhunderts einen Anstieg des Meeresspiegels, der sich seit den 1970er Jahren auf bis zu 2,5 bis 10 Millimeter jährlich zwischen 1990 und 2007 beschleunigt hat. Auch stieg die Wassertemperatur seit den 1970er Jahren um 0,12 bis 0,5 °C beträchtlich an.[21]

    Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Klimadiagramm von Antalya

    Das Klima im Mittelmeerraum wird durch sehr warme, überwiegend trockene Sommer und niederschlagsreiche und milde Winter geprägt. Die mittleren Lufttemperaturen reichen im Sommer von 23 °C in den westlichen Gebieten bis 26 °C im Osten. Höchsttemperaturen sind 30 °C. Im Winter liegen die Werte bei 10 °C im Westen und 16 °C vor der levantinischen Küste. Die Jahresniederschläge nehmen von Westen nach Osten ab.

    Fast den gesamten Sommer über herrschen unter dem Einfluss des subtropischen Hochdruckgürtels beständige Wetterlagen vor; nur im östlichen Mittelmeer (vor allem im Ägäischen Meer) führen die aus nördlichen Richtungen wehenden Etesien zu Abkühlung. Im Winter steht vor allem der westliche Teil des Mittelmeeres unter dem Einfluss der Westwindzirkulation (siehe Wind).

    Von Norden her vordringende Winde mit Sturmstärke, wie etwa der Mistral in Südfrankreich, bewirken zum Teil markante Kaltlufteinbrüche. Die Bora (kroatisch Bura) ist ein trockener, kalter und böiger Fallwind an der kroatischen Adriaküste. Winde vom Bora-Typ gehören mit ihrer Häufigkeit und ihren hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten (im Winter), an der Küste Kroatiens zu den stärksten der Welt.

    Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Unterwasserwelt vor der Küste Siziliens

    Die Fauna des Mittelmeers ist sehr vielfältig und artenreich. Sie besteht hauptsächlich aus Fischen, Schwämmen, Nesseltieren, Weichtieren, Stachelhäutern und Gliederfüßern. Laut Schätzungen kommen im Mittelmeer etwa 700 Fischarten vor. Im Mittelmeer sind bisher 35 Haiarten[22] nachgewiesen worden. Darunter sind auch für den Menschen potenziell gefährliche Arten wie der Weiße Hai, der Blauhai und der Kurzflossen-Mako. Die Populationsdichte dieser Arten ist jedoch gering, was vermutlich der Hauptgrund dafür ist, dass Haiangriffe im Mittelmeer extrem selten sind. Am häufigsten sind harmlose Arten, wie zum Beispiel der Kleingefleckte Katzenhai.

    Auch Wale kommen im Mittelmeer vor. Es konnten fünf Arten von Bartenwalen nachgewiesen werden. Im Mittelmeer ist der Finnwal der einzige Bartenwal, der regelmäßig beobachtet wird. Bisher wurden 16 Arten von Zahnwalen nachgewiesen. Darunter sind der Gewöhnliche Delfin, der Große Tümmler, der Grindwal und der Pottwal. Am häufigsten werden Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar und im Ligurischen Meer beobachtet; vor allem die Delfine sind aber im ganzen Mittelmeer beheimatet.

    Die einzige Robbenart im Mittelmeer ist die Mittelmeer-Mönchsrobbe. Sie ist vom Aussterben bedroht.

    Die wichtigste und gleichzeitig häufigste Gefäßpflanzenart im Mittelmeer ist das Neptungras.

    Einfluss des Menschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Ökosystem des Mittelmeers ist durch Überfischung bedroht. Es gehört zu den am stärksten ausgebeuteten Meeresregionen der Welt. Einige Fischarten sind laut Greenpeace bereits völlig verschwunden.[23] Besonders Thunfische und Schwertfische sind durch die hohe Nachfrage bedroht.

    Zudem leidet das Mittelmeer an einer hohen Konzentration an Mikroplastik. Als Binnenmeer bildet es eine regelrechte „Plastikfalle“ und in den Sommermonaten wird der ohnehin hohe Mülleintrag durch den Massentourismus in den zumeist dicht besiedelten Küstenregionen verstärkt. Obwohl es nur ein Prozent der Fläche der Weltmeere einnimmt, enthält das Mittelmeer sieben Prozent des in den Weltmeeren vorhandenen Mikroplastiks. Mit 1,25 Millionen Partikeln pro Quadratkilometer ist die Mikroplastik-Konzentration vier mal höher als in den Müllwirbeln in den großen Ozeanen. Der größte Eintrag von Plastikmüll im Mittelmeer geht von den Küsten und Flüssen der Türkei aus (144 Tonnen pro Tag), gefolgt von Spanien (126), Italien (90), Ägypten (77) und Frankreich (66).[24]

    Im Rahmen des Libanonkriegs 2006 gab es im östlichen Mittelmeer eine verheerende Ölpest.

    Eine Bedrohung mit kaum zu überschätzendem Einfluss auf das Ökosystem im Mittelmeer stellt die Ausbreitung der eingeschleppten Tang-Art Caulerpa taxifolia dar, die begonnen hat, die heimischen Seegraswiesen zu überwuchern, die für die Bioproduktivität des Mittelmeeres von großer Bedeutung sind.

    Weitere anthropogene Einflüsse auf das Ökosystem des Mittelmeeres sind:

    Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Römische Reich zur Zeit seiner größten Ausdehnung im Jahre 117 n. Chr.
    Osmanisches Reich und Venedig im 15. und 16. Jh. (die Hintergrundkarte zeigt die Grenzen der heutigen Länder)

    Im 8. Jh. v. Chr. dehnte das Assyrische Reich unter König Tiglat-pileser III. seinen Herrschaftsbereich bis ins östliche Mittelmeer (Levante, Zypern und Nildelta) aus. Die Assyrer nannten das Mittelmeer „Oberes Meer des Sonnenuntergangs“ oder einfach das Obere Meer.

    Wirtschaftlich und kulturell wurde der Mittelmeerraum im ersten Jahrtausend v. Chr. die meiste Zeit von den Griechen und Phöniziern dominiert. Beide Völker besaßen jedoch keine geschlossenen Großreiche, sondern waren in einzelne Stadtstaaten zersplittert. Einzige Ausnahme bei den Griechen war das Alexanderreich, das ab etwa 330 v. Chr. den gesamten östlichen Mittelmeerraum einnahm. Es bestand zwar nur wenige Jahre, festigte jedoch nachhaltig den Einfluss der griechischen Kultur in dieser Region (siehe → Hellenismus). Karthago, eine phönizische Kolonie im heutigen Tunesien, entwickelte sich ab etwa 550 v. Chr. zu einem Flächenstaat, der bis ins 3. Jh. v. Chr. die Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer innehatte (siehe → Geschichte Karthagos).

    Ab dem Zweiten Punischen Krieg (218–201 v. Chr.) beherrschten die Römer weite Teile des Mittelmeers und nannten es mare nostrum („unser Meer“). Im Jahr 30 v. Chr. wurde Ägypten römische Provinz. Unter der Herrschaft des Kaisers Claudius (41–54 n. Chr.) wurde schließlich das antike Königreich Mauretanien (eine sehr ausgedehnte Region im Nordwesten Afrikas, die geographisch nichts mit dem heutigen Land Mauretanien zu tun hat) von den Römern erobert. Fortan umschloss das Römische Reich (Imperium Romanum) für die nächsten 300 Jahre das gesamte Mittelmeer.

    Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches im 5. Jh. blieb das Oströmische Reich, später Byzantinisches Reich genannt, zunächst Regionalmacht im östlichen Mittelmeer. Im 7. Jh. gerieten große Teile des Mittelmeerraumes unter arabische Herrschaft (siehe auch → Umayyaden). Im 11. Jh. verdrängten die Türken, aus Zentralasien kommend, die Byzantiner weitgehend aus Kleinasien. 1453 eroberten sie Konstantinopel und zerschlugen das Byzantinische Reich endgültig. Nachfolgend dehnte sich das Osmanische Reich auf zahlreiche Nachfolgestaaten des Umayyaden-Kalifats aus und blieb bis ins 19. Jahrhundert hinein die bedeutendste Macht im Mittelmeerraum. Erbitterte Gegner der Türken im Kampf um die Vorherrschaft auf See im 15. und 16. Jahrhundert waren die Venezianer.

    Im Laufe des 19. und frühen 20. Jh. geriet nahezu der gesamte Mittelmeerraum unter Kontrolle europäischer Mächte, insbesondere Frankreichs und Großbritanniens. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) und mehr noch Zweiten Weltkrieg (1939–1945) war auch das Mittelmeer ein Kriegsschauplatz. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlangten die europäischen Kolonien in Nordafrika und an der östlichen Mittelmeerküste nach und nach ihre Unabhängigkeit. Eine in mehrfacher Hinsicht besondere historische Bedeutung kommt der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 zu (siehe dazu auch → Nahost-Konflikt).

    Im 21. Jahrhundert ist das Mittelmeer Schauplatz einer Migrationsbewegung aus den gering entwickelten, armen und oft zusätzlich von politischen Krisen und Konflikten erschütterten Ländern Afrikas sowie des Nahen- und Mittleren Ostens in die hoch entwickelten, wohlhabenden und politisch stabilen Länder des westlichen Europa (siehe → Einwanderung über das Mittelmeer in die EU und → Flüchtlingskrise in Europa 2015).

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • David Abulafia: Das Mittelmeer: eine Biographie. (Originaltitel: The Great Sea, übersetzt von Michael Bischoff). Fischer, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-10-000904-3 (Rezension)
    • Andreas Bärtels: Pflanzen des Mittelmeerraumes. Ulmer, 2003, ISBN 3-8001-3287-7.
    • Matthias Bergbauer, Bernd Humberg: Was lebt im Mittelmeer? Franckh-Kosmos, Stuttgart 1999, ISBN 3-440-07733-0.
    • Fernand Braudel: Das Mittelmeer und die mediterrane Welt in der Epoche Philipps II. (Originaltitel: La méditerranée et le monde méditerranéen à l'époque de Philippe II. übersetzt von Günter Seib). 3 Bände, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-518-58056-6. (als Taschenbuch: Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft; 1354, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-28954-3)
    • Christian Bromberger: L’anthropologie de la Méditerranée. Maisonneuve et Larose; Aix-en-Provence, Maison méditerranéenne des sciences de l’homme, Paris 2001.
    • Robert Hofrichter: Das Mittelmeer, Bd. 1: Allgemeiner Teil. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-1050-9.
    • Robert Hofrichter: Das Mittelmeer, Bd. 2/2: Bestimmungsführer. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2006, ISBN 3-8274-1170-X.
    • Manfred Leier: Weltatlas der Ozeane – mit den Tiefenkarten der Weltmeere. Frederking und Thaler, München 2001, ISBN 3-89405-441-7, S. 226–241.
    • Horst-Günter Wagner: Mittelmeerraum. Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik. 2. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-23179-9.

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. Online Etymology Dictionary. "Mediterranean". Zugriff am 29. August 2011.
    2. Mittelmeer: Die Teilräume, mare-mundi.eu, abgerufen 12. August 2012.
    3. Mittelmeer aus Das Internetportal Wasser & Abwasser
    4. Nadja Podbregar: Die große Flut. Forscher enträtseln die Urzeit-Katastrophe am Mittelmeer scinexx.de, 22. März 2013.
    5. J. M. Soria, J. Fernández, C. Viseras: Late Miocene stratigraphy and palaeogeographic evolution of the intramontane Guadix Basin (Central Betic Cordillera, Spain): implications for an Atlantic- Mediterranean connection. In: Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology, Band 151, 1999, S. 255–266.
    6. W. Krijgsman u. a.: Late Neogene evolution of the Taza-Guercif Basin (Rifian Corridor, Morocco) and implications for the Messinian salinity crisis. In: Marine Geology. Band 153, 1999, S. 147–160.
    7. A. Cinzia Marra u. a.: Palaeogeographic significance of the giraffid remains (Mammalia, Arctiodactyla) from Cessaniti (Late Miocene, Southern Italy) In: INIST-CNRS. Band 44, Nr. 2–3, 2011, S. 189–197 [1]
    8. Agusti & Anton, S. 198–199.
    9. Raffaele Sardella: Remarks on the Messinian carnivores (mammalia) of Italy. In: Bolletino della Societá Paleontologica Italiana. 47 (2), 2008, S. 195–202. (PDF)
    10. Lorenzo Rook u. a.: The Italian record of latest Miocene continental vertrebrates. In: Bollettino della Societá Paleontologica Italiana. 47 (2), 2008, S. 191–194. (PDF)
    11. Barry Cunliffe: Europe between the Oceans. 9000 BC-AD 1000. New Haven 2008, S. 64.
    12. Barry Cunliffe: Europe between the Oceans. 9000 BC-AD 1000. New Haven 2008, S. 63.
    13. Maria R. Palombo: Biochronology, paleobiogeography and faunal turnover in western Mediterranean Cenozoic mammals In: Integrated Zoology. Band 4, Ausgabe 4, 2009, S. 367–386, doi:10.1111/j.1749-4877.2009.00174.x
    14. E. Estrada, G. Ercilla, B. Alonso: Pliocene-Quaternary tectonic-sedimentary evolution of the NE Alboran Sea (SW Mediterranean Sea). Tectonophysics, Bd. 282, 1997, Nr. 1–4, 423–442, DOI: 10.1016/S0040-1951(97)00227-8
    15. H. Got, A. Monaco, J. Vittori, A. Brambati, G. Catani, M. Masoli, N. Pugliese, M. Zucchi-Stolfa, A. Belfiore, F. Gallo, G. Mezzadri, L. Vernia, A. Vinci, G. Bonaduce: Sedimentation on the Ionian active margin (Hellenic arc) — Provenance of sediments and mechanisms of deposition. Sedimentary Geology, Bd. 28, 1981, Nr. 4, S. 243–272 DOI: 10.1016/0037-0738(81)90049-X
    16. a b Syee Weldeab, Kay-Christian Emeis, Christoph Hemleben, Wolfgang Siebel: Provenance of lithogenic surface sediments and pathways of riverine suspended matter in the Eastern Mediterranean Sea: evidence from 143Nd/144Nd and 87Sr/86Sr ratios. Chemical Geology, Bd. 186, 2002, Nr. 1–2, S. 139–149, DOI: 10.1016/S0009-2541(01)00415-6
    17. M. D. Krom, A. Michard, R. A. Cliff, K. Strohle: Sources of sediment to the Ionian Sea and western Levantine basin of the Eastern Mediterranean during S-1 sapropel times. Marine Geology, Bd. 160, 1999, Nr. 1–2, S. 45–61, DOI: 10.1016/S0025-3227(99)00015-8
    18. Tides around the world Archiving, Validation and Interpretation of Satellite Oceanographic data (AVISO)
    19. tides.mobilegeographics.com Gezeitenvorhersage für italienische Küstenstädte.
    20. MeteoMin Gezeitenvorhersage für italienische Küstenstädte.
    21. „Warning on rising Med Sea levels“ (BBC-News am 19. Januar 2007, englisch)
    22. Liste der im Mittelmeer vorkommenden Haiarten Haidatenbank der Hai-Stiftung/Shark Foundation.
    23. Fakten über das Mittelmeer (DOC-Datei; 1,2 MB) – Greenpeace.
    24. gesamter Absatz nach: World Wide Fund For Nature (WWF): Wege aus der Plastikfalle – Was zu tun ist, damit das Mittelmeer nicht baden geht. Deutsche Version: WWF Deutschland/Originalversion: WWF Mediterranean Marine Initiative, Rom 2018 (PDF 8,1 MB), S. 10; siehe auch WWF-Report: Rekordmengen von Mikroplastik im Mittelmeer. Pressemitteilung auf wwf.ch vom 8. Juni 2018, abgerufen am 23. Juni 2018.
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    source: http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeer
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    Rhodos: die Insel

    Gemeinde Rhodos
    Δήμος Ρόδου (Ρόδος)
    Rhodos (Griechenland)
    Bluedot.svg
    Basisdaten
    Staat: Griechenland
    Region: Südliche Ägäis
    Regionalbezirk: Rhodos
    Geographische Koordinaten: 36° 11′ N, 27° 58′ O36.18361111111127.963888888889Koordinaten: 36° 11′ N, 27° 58′ O
    Fläche: f41.401,459 km² (2010[1])
    Einwohner: 115.490 (2011[2])
    Bevölkerungsdichte: 82,4 Einwohner pro km²
    Sitz: Rhodos
    LAU-1-Code-Nr.: 6901
    Gemeindebezirke: 10 Gemeindebezirke
    Lokale Selbstverwaltung: f1216 Stadtbezirke
    27 Ortsgemeinschaften
    Website: www.rhodes.gr
    Lage in der Region Südliche Ägäis
    Datei:2011 Dimos Rodou.png

    Rhodos (neugriechisch Ρόδος Ródos [.mw-parser-output .IPA a{text-decoration:none}ˈrɔðɔs] (f. sg.); altgriechisch Ῥόδος Rhódos) ist mit 1.401,459 km² die viertgrößte Insel Griechenlands und die Hauptinsel der griechischen Inselgruppe Dodekanes in der Südost-Ägäis. Nach der Volkszählung von 2011 hatte die Insel 115.490 Einwohner.[2] Davon lebt fast die Hälfte in der Stadt Rhodos, dem Hauptort und touristischen Zentrum im Norden. Das Wappentier von Rhodos ist der springende Hirsch, der Elafos genannt wird.

    Die Insel bildet seit 2011 die Gemeinde Rhodos und zusammen mit den Inselgemeinden Megisti, Symi, Tilos und Chalki den Regionalbezirk Rhodos (Περιφερειακή Ενότητα Ρόδου) in der Region Südliche Ägäis.

    Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Name Rhodos leitet sich nicht von altgriechisch τὸ ῥόδον ‚Rose‘ ab, sondern ist vorgriechisch. Eher besteht ein Zusammenhang mit dem wohl phönizischen Ursprung des neugriechischen Wortes für Granatapfel, η ροδιά (rodia). Bis 1982 wurde der Name im Neugriechischen wie im Altgriechischen mit dem Hauchzeichen (Spiritus asper) geschrieben, was im Deutschen durch h wiedergegeben wird (Rhodos).

    Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Rhodos liegt auf der Trennlinie zwischen der inselreichen Ägäis, von der es einen Teil des Südostrandes bildet, und dem inselarmen Levantischen Meer, beides Teilmeere des Mittelmeers.

    Rhodos ist 78 km lang und 38 km breit. Ihr Zentrum ist von Athen, der griechischen Hauptstadt auf dem europäischen Festland, rund 430 km entfernt. Von der Nordwestküste am Rhodes International Airport (Diagoras) sind es in Richtung Norden bis zur türkischen Südwestküste nur etwa 17,5 km, was die geringste Entfernung der Insel zu Kleinasien ist. Der Westküste sind die kleineren Inseln Chalki (9 km) und Alimia (7 km) sowie weitere sogenannte Schäferinseln vorgelagert.

    Panorama an der Ostküste

    Landschaftsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Landschaft ist insbesondere im Inneren sehr gebirgig. Die höchsten Erhebungen sind der Attavyros mit 1215 m über dem Meer sowie der Akramitis mit 825 m über dem Meer. Die bis an die Küsten reichenden Berge fallen meist steil zum Meer ab. Der Süd- und Nordteil der Insel sind deutlich flacher, ihr Südende geht in die Halbinsel Prasonisi über.

    Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Rhodos zählt mit über 3.000 Sonnenstunden im Jahr zu den sonnigsten Regionen Europas. Von Mitte Mai bis Mitte September ist kaum Regen zu erwarten. Die ausreichende Wasserversorgung ist dank der Kalkgebirge ganzjährig gesichert. Unter anderem werden auch die Nachbarinseln Symi und Chalki durch Schiffslieferungen mitversorgt.

    In den Monaten Juli und August sind Temperaturen bis 40 °C nicht nur im Landesinneren keine Seltenheit. Der Seewind kühlt allerdings an der Westküste die Temperaturen auf etwa 28 bis 32 °C, an der Ostküste sind dann meist 35 bis 40 °C zu erwarten. Die relativ niedrige Luftfeuchtigkeit macht die Hitze erträglich. Nachts sinken die Temperaturen auf 23 bis 20 °C. Die Wassertemperatur erreicht im August etwa 27 °C. Baden kann man bis in den November hinein.

    Die kühlste Zeit ist in den Monaten Januar und Februar. Tagsüber liegen die Temperaturen zwischen 12 und 18 °C, nachts bei 8 bis 12 °C. Frost kann praktisch ausgeschlossen werden, obwohl auf dem Attavyros (1.215 m), dem höchsten Berg auf Rhodos, manchmal auch Schneefall zu verzeichnen ist. Die tiefsten Wassertemperaturen werden Ende Februar bzw. Anfang März mit 16 bis 17 °C erreicht.

    Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Rhodos
    Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
    Max. Temperatur (°C) 14,9 15,2 16,9 20,2 24,3 28,4 30,5 30,6 28,3 24,4 20,1 16,6 Ø 22,6
    Min. Temperatur (°C) 8,6 8,7 10,0 12,7 15,8 19,8 22,2 22,6 20,5 16,8 13,1 10,4 Ø 15,1
    Niederschlag (mm) 148 118 75 24 14 3 0 0 7 64 88 145 Σ 686
    Sonnenstunden (h/d) 4 5 7 9 10 12 13 12 10 8 6 5 Ø 8,4
    Regentage (d) 11 9 7 3 2 1 0 0 1 4 7 10 Σ 55
    Wassertemperatur (°C) 17 16 16 18 19 21 23 25 24 23 20 18 Ø 20
    Luftfeuchtigkeit (%) 66 62 61 57 53 49 46 46 48 55 61 64 Ø 55,6
    T
    e
    m
    p
    e
    r
    a
    t
    u
    r
    14,9
    8,6
    15,2
    8,7
    16,9
    10,0
    20,2
    12,7
    24,3
    15,8
    28,4
    19,8
    30,5
    22,2
    30,6
    22,6
    28,3
    20,5
    24,4
    16,8
    20,1
    13,1
    16,6
    10,4
    Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
    N
    i
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    s
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    a
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    148
    118
    75
    24
    14
    3
    0
    0
    7
    64
    88
    145
      Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

    Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Von 1997 bis 2010 war die Insel Rhodos nach dem Kapodistrias-Programm in zehn Gemeinden mit insgesamt 43 Gemeindebezirken untergliedert. Die Umsetzung der Verwaltungsreform 2010 führte die ehemaligen Gemeinden der Insel zur neu geschaffenen Gemeinde Rhodos (Dimos Rodou Δήμος Ρόδου) zusammen mit dem Verwaltungssitz in der Stadt Rhodos. Die bisherigen Gemeinden bilden seither Gemeindebezirke, diese wiederum untergliedern sich je nach Einwohnergröße in Stadtbezirke oder Ortsgemeinschaften.

    Gemeindebezirk griechischer Name Code Fläche (km²) Einwohner 2001 Einwohner 2011[2] Stadtbezirke/Ortsgemeinschaften
    (Δημοτική / Τοπική Κοινότητα)
    Lage
    Rhodos (Stadt) Δημοτική Ενότητα Ρόδου 690101 19,481 53.709 50.636 Rhodos
    DE Rodou.svg
    Archangelos Δημοτική Ενότητα Αρχαγγέλου 690102 115,375 7.779 7.615 Archangelos, Malon, Masari
    DE Archangelou.svg
    Atavyros Δημοτική Ενότητα Ατταβύρου 690103 234,350 3.225 2.433 Embonas, Agios Isidoros, Kritinia, Monolithos, Siana
    DE Atavyrou.svg
    Afandou Δημοτική Ενότητα Αφάντου 690104 46,100 6.712 6.911 Afandou, Archipolis
    DE Afandou.svg
    Ialysos Δημοτική Ενότητα Ιαλυσού 690105 16,700 10.107 11.331 Ialysos
    DE Ialysou.svg
    Kallithea Δημοτική Ενότητα Καλυθιών 690106 109,750 10.251 9.364 Kalythies, Koskinou, Psinthos
    DE Kallitheas.svg
    Kamiros Δημοτική Ενότητα Καμείρου 690107 211,875 5.145 4.720 Soroni, Apollona, Dimylia, Kalavarda, Platania, Salakos, Fanes
    DE Kamirou.svg
    Lindos Δημοτική Ενότητα Λίνδου 690108 178,900 3.633 3.957 Lindos, Kalathos, Laerma, Lardos, Pylonas
    DE Lindion.svg
    Notia Rodos
    (Süd-Rhodos)
    Δημοτική Ενότητα Νότιας Ρόδου 690109 379,050 4.313 3.561 Gennadi, Apolakkia, Arnitha, Asklipiio, Vati, Istrios, Kattavia, Lachania, Mesanagros, Profilia
    DE Notias Rodou.svg
    Petaloudes Δημοτική Ενότητα Πεταλούδων 690110 89,150 12.133 14.962 Kremasti, Damatria, Theologos, Maritsa, Paradisi, Pastida
    DE Petaloudon.svg
    Gesamt 6901 1400,731 117.007 115.490

    Mythologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der griechischen Mythologie zufolge soll Rhodos aus dem Meer entstanden sein. Eines Tages beschloss der Göttervater Zeus, sein Reich unter den Göttern des Olymp aufzuteilen. Der Sonnengott Helios wünschte sich eine fruchtbare Insel, die er auf seinen Reisen um die Erde gesehen hatte. Er bekam die gewünschte Insel und nannte sie Rhodos, nach der bezaubernden Nymphe Rhode, die dort lebte. Später nahm Helios Rhode zur Frau. Das Paar soll sieben Söhne gehabt haben, die sogenannten Heliadai. Der Älteste von ihnen soll wiederum drei Söhne gehabt haben, die in die Geschichte als die Gründerväter der Insel Rhodos eingingen: Kameiros, Ialysos und Lindos.

    Insbesondere in der älteren Forschung wollte man die biblischen Rodanim, Nachkommen Jawans, mitunter auf Rhodos lokalisieren.[3]

    Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Besiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Rhodos ist spätestens seit dem Neolithikum besiedelt, als die Siedlung Ialysos entstand.[4] Menschliche Überreste aus dem Neolithikum fanden sich in Neolithischen Höhlen von Rhodos wie der Kalythies-Höhle.[5]

    Bedeutendere Ansiedlungen entstanden während der frühen Bronzezeit (etwa 2800–2000 v. Chr.). Ab dem frühen 2. Jahrtausend ließen sich Minoer nieder, die im 16. Jahrhundert die Siedlung Trianda im Nordwesten gründeten.[6] Im 14. Jahrhundert v. Chr. kamen Mykener auf die Insel, wobei ihre zahlreichen Gräber auf eine Kolonisierung hinweisen.

    Blick zur Akropolis von Lindos

    Ab dem 11. Jahrhundert v. Chr. ließen sich dorische Griechen auf Rhodos nieder. Von diesen wurden später auch die drei Städte Ialysos, Kameiros und Lindos gegründet. In Lindos befanden sich Tempel mit überregionaler Bedeutung. Rhodos lag an einem stark frequentierten Seeweg von Griechenland in die Levante und konnte dank seiner guten Häfen vom Fernhandel profitieren. Von den rhodischen Städten wurden Kolonien gegründet, wie Gela auf Sizilien und Phaselis in Lykien.

    Bündnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die drei Städte Ialysos, Kameiros und Lindos hatten als eigenständige Poleis lange Zeit große Bedeutung. Sie schlossen mit Kos und den festländischen Städten Knidos und Halikarnassos einen Sechsstädtebund, der über Jahrhunderte Bestand hatte, die sogenannte Dorische Hexapolis.

    Spätestens in der Archaik galt Rhodos als integraler Bestandteil der griechischen Welt und wurde dementsprechend auch in der Ilias erwähnt: Am Krieg der Griechen gegen Troja soll sich Rhodos laut Homer mit neun Schiffen unter der Führung des Tlepolemos beteiligt haben.

    Nach der Niederlage des benachbarten Lydien gegen die Perser 546 v. Chr. geriet Rhodos in den Einflussbereich des Perserreichs der Achämeniden. Gegen dieses Reich beteiligten sich die von lokalen Tyrannen geführten Poleis der Insel am gescheiterten ionischen Aufstand der übrigen Griechenstädte Kleinasiens (500–494), doch mussten sie sich 490 v. Chr. unterwerfen.

    Nach der Niederlage der Perser bei Plataiai 479 v. Chr. traten die drei Städte von Rhodos 478 v. Chr. dem attischen Seebund bei und befreiten sich so von persischer Herrschaft. 412 bis 411 v. Chr. erhob sich die Insel gegen die athenische Vorherrschaft und wechselte auf die Seite Spartas.

    Eigenstaatlichkeit (ab 408/407 v. Chr.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Stater aus Rhodos, um 300 v. Chr. geprägt, Vorderseite: Kopf des Helios
    Rückseite: eine Rose

    408/407 v. Chr. begann eine neue Epoche in der Geschichte der Insel: Die drei Städte schlossen sich zusammen und gründeten gemeinsam eine neue Stadt an der Nordspitze der Insel, wo sich die heutige Stadt Rhodos befindet. Damit wurde die Insel ein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet. Gebaut wurde nach den Plänen des Hippodamos von Milet, eines berühmten Städteplaners seiner Zeit. Schon im nächsten Jahrhundert überflügelte die Neugründung sogar Athen als Handelsplatz. Das Herrschaftsgebiet der Rhodier erweiterte sich um Besitzungen auf dem Festland (Rhodische Peraia), für die eigene Silbermünzen nach dem Vorbild der Prägungen auf der Insel mit Helioskopf und Rose, vermutlich in Kaunos, geprägt wurden.[7]

    Nach der Auflösung des Attischen Seebunds 404 v. Chr. wurde Rhodos vollständig unabhängig. Als 395 v. Chr. die pro-spartanischen Diagoridai von einer pro-athenischen Faktion gestürzt wurden, kam es zu einem Bürgerkrieg. Die Insel bewahrte im Antalkidasfrieden 387 v. Chr. ihre Unabhängigkeit gegenüber Persien und wurde 378/77 v. Chr. erneut Bündnispartner Athens, doch drängte sie der Karer Maussolos als persischer Satrap aus dem Bündnis. Rhodos verbündete sich 364 v. Chr. mit Theben gegen den Zweiten Attischen Seebund. 357 bis 332 v. Chr. dominierten wiederum die Karer.

    Im Krieg Makedoniens gegen Athen und Theben stand Rhodos auf Seiten Philipps II. Nach dem Tod seines Sohnes, Alexanders des Großen, der die Insel 332 v. Chr. mit einer auf Ablehnung stoßenden Besatzung ausstattete, wurde sie wieder unabhängig. Die Gründung der hellenistischen Staaten intensivierte den Handel im östlichen Mittelmeer, wovon Rhodos, das Delos in dieser Rolle ablöste, stark profitierte. Der Feldherr und Sohn des makedonischen Diadochen Antigonos, Demetrios Poliorketes, belagerte Rhodos 305/304 ein Jahr lang, weil die Stadt sich weigerte, ein Bündnis gegen die ägyptischen Ptolemäer einzugehen und die Flotte des Demetrios aufzunehmen. Dazu errichtete dieser die größte Belagerungsmaschine der Antike, die Helepolis, brach die Belagerung jedoch kurz vor dem endgültigen Durchbruch ab.

    Aus dem Verkauf der Belagerungsmaschinen konnte Rhodos den Bau des Kolosses von Rhodos finanzieren, eines der sieben Weltwunder, das etwa 34 m hoch war. Allerdings fiel er einem Erdbeben im Jahre 227 v. Chr. zum Opfer. Er stand hier einer späteren Legende zufolge über der Hafeneinfahrt zum Mandraki-Hafen. Moderne Forschungen gehen jedoch von einer Statue auf nur einem Sockel und an einem anderen Standort, in der Stadt, aus. Der Koloss stellte den Sonnengott Helios dar, dem die Insel geweiht war und dem man den Sieg von 304 zu verdanken glaubte. Die Insel wurde in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts zur stärksten Seemacht in der Ägäis, während die Ptolemäer ihre Vorherrschaft trotz des fortbestehenden Bündnisses mit Rhodos einbüßten. Zugleich wurden die Festlandsstädte integraler Bestandteil des rhodischen Territoriums und ihre Bürger in die insularen Demen integriert. Dies galt auch für eine Reihe von Inseln, wie Karpathos. Im Hellenismus erlebte Rhodos seine größte Blüte.

    Durch eine geschickte Politik der Anlehnung an Rom konnte die Insel im frühen 2. Jahrhundert v. Chr. zu einer sehr wohlhabenden Handelsmetropole aufsteigen. 188 wurde es für seine Unterstützung Roms gegen die Seleukiden in der Schlacht bei Apamea mit Besitzungen in Karien und Lykien belohnt.

    Eingliederung in das Römische Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    168 v. Chr. versuchte Rhodos zwischen Rom und dem makedonischen König Perseus zu vermitteln, statt die Römer bedingungslos zu unterstützen. Dadurch verlor die Insel ähnlich wie auch Pergamon die Gunst der neuen Großmacht. Der römische Senat erwog sogar einen Krieg und beschloss dann 167/166 die Einrichtung eines Freihafens auf der Insel Delos, was Rhodos empfindlich traf, das zudem seinen Festlandbesitz wieder verlor. 164 v. Chr. trat Rhodos in ein ungleiches Bündnis mit Rom ein, was das Ende seiner Rolle als unabhängiger Macht bedeutete. Doch blieben seine Flotte und seine Rolle im Fernhandelszentrum, vor allem als Zentrum des Getreidehandels, bis Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. bedeutend. Da die Römer keine ständige Flotte in der Ägäis unterhielten, übernahm Rhodos für sie 155 – 153 v. Chr. die Aufgabe der Bekämpfung der kretischen Piraten. Erst später verlagerte sich das Zentrum des Ost-West-Handels zwischen Syrien und Italien, vor allem des Sklavenhandels, nach Delos.[8]

    Einer Belagerung während des 1. Mithridatischen Krieges hielt Rhodos 88 v. Chr. stand. Die Römer unter dem Caesarmörder Cassius eroberten und plünderten die Stadt Rhodos während des Bürgerkrieges im Jahr 43 v. Chr., doch gliederte Rom die Insel erst unter Vespasian 74 n. Chr. zusammen mit Lykien auch formal seinem Reich an. Fortan gehörte Rhodos zur Provinz Lycia et Pamphylia; in der Spätantike war es Teil der Provinz Insulae der Diözese IV (Asiana). In der Zeit zwischen 43 v. und 74 n. Chr. war Rhodos wegen seiner philosophischen Schule und seiner Bildhauerei berühmt und prosperierte weiterhin ökonomisch. Bis zum schweren Erdbeben im Jahr 142 galt die Stadt als besonders schön.

    Byzantinische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Mit der faktischen Teilung des Römischen Reichs im Jahr 395 wurde Rhodos Teil des Oströmischen Reichs, das später Byzantinisches Reich genannt wurde. Die byzantinische Herrschaft dauerte mit Unterbrechungen bis zum Jahr 1309. Zwischenzeitlich erlebte die Insel andere Herrscher, etwa eine zweijährige Besetzung durch Genuesen (1248–1250).

    469 wurde die Insel wahrscheinlich von isaurischen Piraten geplündert.[9] Im Jahr 653 oder 654 besiegte vor Rhodos erstmals eine arabische Flotte die der Oströmer, die Insel wurde von den Muslimen – wohl eher Syrern, Kopten und Griechen – erstmals geplündert. 672 wurde Rhodos vorübergehend von Alexandria aus besetzt, ebenso wie 674 Kreta.

    In der Zeit nach dem Ersten Kreuzzug plünderte Domenico Michiel, Doge der Republik Venedig, auf der Rückfahrt aus dem Heiligen Land 1124 einige byzantinische Inseln, darunter Rhodos.

    Mit dem vierten Kreuzzug 1204 fiel die Insel formal an Venedig, doch war sie bereits kurz zuvor unabhängig geworden. Unter Leon Gabalas führte sie innerhalb der Staatenlandschaft, in die das Byzantinische Reich seit 1204 zerfallen war, ein Eigenleben. 1232/33 ließ Kaiser Johannes III. von Nikaia, einem der Teilreiche im Westen Kleinasiens, eine Expedition gegen die Insel ausstatten. Sie griff unter Führung des Megas Domestikos Andronikos Palaiologos, Stammvater der Dynastie der Palaiologen, die Insel an, doch Gabalas konnte sich noch bis in die 1240er Jahre halten. Er nannte sich „Kaisar“ und schloss im August 1234 ein Bündnis mit den Venezianern. In einem erneuten Wechsel der Fronten nahm Gabalas an der Belagerung Konstantinopels teil, durch die Johannes Vatatzes 1235 vergeblich versuchte, die alte Hauptstadt zurückzugewinnen. Gabalas geriet auch in Kämpfe mit Venedig.

    Spätestens 1248 muss Leon Gabalas tot gewesen sein, denn sein Bruder Johannes Gabalas nannte sich nunmehr „Herr“ der Insel (jedoch nicht mehr „Kaisar“). Im selben Jahr besetzten Genuesen die Insel, doch gelang es dem Kaiserreich Nikaia 1250, Rhodos wieder in seinen Besitz zu bringen, ebenso wie 1261 Konstantinopel.

    Johanniter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Ansicht der Stadt Rhodos um 1490

    1306 schloss der Genuese Vignolo de‘ Vignoli, der im Dodekanes verschiedene Lehen innehatte und auf der seit 1250 bzw. 1261 zum Byzantinischen Reich gehörenden Insel Rhodos eine eigene Herrschaft errichten wollte, einen Vertrag mit den Rittern des Ordens Sankt Johannis. Für ihre Hilfeleistung bei der Umsetzung seiner Pläne sicherte er den Ordensrittern unter ihrem Großmeister Fulko de Villaret ein eigenes Herrschaftsgebiet auf der Insel zu. Diplomatisch abgesichert durch die Unterstützung des Papstes, der ihnen Rhodos 1307 als immerwährendes Eigentum zusprechen sollte, begannen die Johanniter mit der planmäßigen Eroberung der Insel. Neben byzantinischen Truppen waren dabei auch diverse genuesische Konkurrenten Vignolis und sogar eine Gruppe von Türken, die dem Beylik Mentesche unterstanden, ihre Gegner. Die Inbesitznahme von Rhodos nahm daher mehrere Jahre in Anspruch und endete mit der Unterwerfung der Griechen, der politischen Entmachtung der Genuesen und der Vertreibung der Türken.[10]

    Nachdem der byzantinische Kommandant die belagerte Inselhauptstadt 1309 übergeben hatte, war die Eroberung von Rhodos im Wesentlichen abgeschlossen. Rhodos-Stadt wurde von den Johannitern stark befestigt und gegen diverse Attacken der umliegenden muslimischen Staaten verteidigt. 1440 und 1444 widerstand es den Angriffen der Mamluken unter Dschakmak, 1480 einem Großangriff der Osmanen (siehe auch Belagerung von Rhodos (1480)).

    Osmanen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Karte von Rhodos, um 1860

    Erst unter Suleiman dem Gesetzgeber konnte die Inselfestung 1522 nach mehreren Monaten von den Osmanen mit schwerer Artillerie sturmreif geschossen werden, woraufhin die Ritter unter Großmeister Philippe de Villiers de l’Isle-Adam kapitulierten und zu Neujahr 1523 die Insel verließen. Unmittelbar nach der Eroberung wurde 1523 die Süleyman-Pascha-Moschee durch Sultan Süleyman erbaut. Die osmanische Herrschaft dauerte bis zum Mai des Jahres 1912.

    Innerhalb der Stadtmauern durften nur noch Osmanen und Juden leben, die Griechen lebten in den Vorstädten.[11]

    Italienische Besetzung (ab 1912)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Statuen Elafos (vorne) und Elafina (hinten) an der Hafeneinfahrt von Rhodos

    Während des Italienisch-Türkischen Krieges besetzten Truppen des Königreichs Italien am 4. Mai 1912 Rhodos sowie in der Folge andere Teile des Dodekanes.[12] Dies führte dazu, dass Rhodos nicht von dem griechisch-türkischen Abkommen von 1922 betroffen war, das die Zwangsumsiedlung der Türken Griechenlands in die Türkei und der kleinasiatischen Griechen nach Hellas vorsah: Auf Rhodos gibt es daher noch immer eine türkische, muslimische Minderheit.

    Seit der italienischen Besatzung 1912 wird die Hafeneinfahrt von den Statuen eines Hirsches (Elafos) und einer Hirschkuh (Elafina) begrenzt, die als neues Wahrzeichen von Rhodos gelten und der Legende nach dort stehen, wo sich im Altertum die Sockel des Kolosses von Rhodos befanden. Eine der Statuen wurde allerdings durch die römische Kapitolinische Wölfin ersetzt. Die entfernte Figur bekam einen neuen Platz auf einem kleinen Sockel am Rande des Mandraki-Hafens. Auf Postkarten war die Kapitolinische Wölfin an der Hafeneinfahrt oft als Motiv zu sehen.

    Auch der Großmeisterpalast in der Altstadt wurde wiedererrichtet. Da dieser aber in der anderthalbfachen Größe „wiedererbaut“ wurde, befindet sich die damals noch vorhandene Kirche jetzt an der Hafenpromenade. Besondere Bedeutung hatten die baulichen und stadtplanerischen Interventionen des Architekten Florestano Di Fausto.

    Mit dem Vertrag von Lausanne im Juli 1923 wurde der Dodekanes als Italienische Ägäis-Inseln zum Hoheitsgebiet Italiens.

    Deutsche Besatzung (1943–45) und Deportation der Juden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Nach dem Waffenstillstand von Cassibile folgte die Kriegserklärung Italiens an das Deutsche Reich. Daraufhin besetzten Truppen der Wehrmacht im Herbst 1943 die Inseln. Die italienische Lokalverwaltung auf den Ägäis-Inseln blieb jedoch bestehen. In der Zeit der deutschen Besatzung wurden vor allem militärische Einrichtungen angelegt, wie beispielsweise die Stellungen am Berg Filerimos oder die zahllosen Bunker an der Ostküste. Auch kann man zwischen Archangelos und Lindos die Überreste eines Flugplatzes der deutschen Luftwaffe ausmachen.

    Zwar war die jüdische Gemeinde auf Rhodos zunächst von antijüdischen Maßnahmen weitgehend verschont geblieben, am 13. Juli 1944 aber ordnete Generalleutnant Ulrich Kleemann, der auf der Insel stationierte Kommandant Ost-Ägäis, die Inhaftierung der Juden an. Ein wesentlicher Grund für diese Anordnung war der rasche Verfall der auf Rhodos gültigen italienischen Lira, der es den deutschen Besatzern zunehmend erschwerte, die laufenden Kosten für die Besatzung zu decken bzw. die für die Truppe notwendigen Güter einzukaufen. Das Hab und Gut der Juden war daher als begehrtes Tauschobjekt dazu ausersehen, Zahlungsschwierigkeiten und Versorgungsengpässe auf deutscher Seite zu verhindern.

    Mai 1945: Menschen in Rhodos feiern die Kapitulation der Wehrmacht

    Die Deportation der rhodischen Juden begann am 24. Juli. Zunächst wurden sie auf dem Seeweg nach Piräus gebracht, von dort erfolgte der Weitertransport per Bahn in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wo sie am 16. August 1944 ankamen. Insgesamt waren 1.673 jüdische Bewohner von Rhodos und 94 von der benachbarten Insel Kos deportiert worden. 54 Juden auf Rhodos und 6 auf Kos hatten es geschafft, der Deportation zu entgehen. Nur 151 Angehörige der Gemeinde auf Rhodos und 12 derjenigen auf Kos überlebten. 1947 zählte Rhodos noch 60 jüdische Einwohner, Kos nur mehr einen.[13]

    Bis zum Kriegsende blieb Rhodos unter deutscher Herrschaft. Die Insel wurde jedoch von britischen Seestreitkräften vollständig blockiert und konnte aus der Luft nur unzureichend versorgt werden. Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht gingen die deutschen Truppen am 9. Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft.

    Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Rhodos und die anderen Inseln des Dodekanes zunächst ein Protektorat unter britischer Aufsicht. 1947 wurden sie an das Königreich Griechenland angeschlossen.

    Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Kapernblätter zur Verfeinerung von Salaten sind eine Spezialität auf den Dodekanes-Inseln.

    Hauptwirtschaftszweig ist der Tourismus (etwa 85 %). Landwirtschaftlich wird die Insel vor allem für Wein- und Oliven-Anbau genutzt. Ein Teil des rhodischen Weins wird ins Ausland exportiert (die zwei größten Kellereien Cair und Emery S. A. exportieren rund 5 %), meist die minderen Qualitäten, während man vor Ort durchaus exzellente Weine bekommt, meist trockene Rot- und Weißweine.

    Halbwilde Ziegen und Schafe bevölkern Berge, Täler und manchmal auch die Straßen. Aus ihrer Milch wird sehr guter Käse zubereitet.

    Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Busverbindungen auf der Insel sind gut. Insbesondere im Norden fahren regelmäßig Busse in die Stadt Rhodos. Der touristisch weniger erschlossene Süden ist dagegen nicht so gut an das Busnetz angebunden. Zahlreiche Taxen ermöglichen es aber, alle Orte der Insel problemlos zu erreichen.

    Schiffsverbindungen, zum Teil Auto-Fähren, gibt es täglich zu den benachbarten Inseln und auch in die Türkei. Die Passagen sind, besonders wenn man die älteren Boote bevorzugt, sehr günstig (normale Fähre: Rhodos–Kos einfache Fahrt etwa vier Stunden, ungefähr 23 € pro Person; Tragflügelboot: einfache Fahrt etwa 2 1/2 Stunden, ungefähr 30 € pro Person). Der meiste Verkehr zwischen den Inseln und auch dem Festland wird inzwischen mit großen Katamaranen abgewickelt, die erheblich schneller als die alten Dampfer sind. Sie erreichen Geschwindigkeiten bis zu 32 Knoten (fast 60 km/h).

    Der Flughafen Rhodos (Rhodes International Airport, Diagoras-Airport) ist 16 km von Rhodos Stadt entfernt.

    Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Auf Rhodos gibt es die Regionalsender TV7, Kanali 4, Rhodos TV, Rhodos Cosmos, Tharri TV, Omega TV, Rhodos Channel und Irida TV.

    Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der AS Rhodos spielt in der Football League 2, der dritthöchsten Fußballklasse des Landes. In den frühen 1980er Jahren spielte er in der höchsten Spielklasse. Ein weiterer Fußballverein auf Rhodos ist der Diagoras F.C., der in den späten 80er Jahren ebenfalls die erste Liga erreichte, die Alpha Ethniki. 2009 erreichte dieser Verein in der Beta Ethniki, der zweiten griechischen Liga, den achten Platz.

    Die Basketball-Mannschaft Kolossos Rhodos spielt in der A1 Ethniki, der ersten griechischen Liga. Eine für griechische Verhältnisse lange Tradition im Tennis und im Fahrradsport ist ebenfalls vorzufinden. Aufgrund der starken saisonalen Winde in diesem Teil der Ägäis ist der Segelsport stark ausgeprägt. Segelregatten wie die Aegean Regatta werden in regelmäßigen Abständen auch mit Rhodos als Etappe ausgetragen. Des Weiteren hat sich vor allem entlang des nördlichen Teiles der Westküste von Rhodos sowie am südlichsten Punkt der Insel, Prasonisi, eine Wind- und Kitesurf-Szene entwickelt.

    An einigen Buchten der windabgewandten Ostseite wie zum Beispiel Kallithea bestehen viele Tauchschulen.

    2007 war Rhodos Gastgeber der Island Games und belegte dabei den zweiten Platz.

    Tourismus und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Touristen in der Altstadt

    Rhodos gehört neben Kreta zu den wichtigsten touristischen Regionen in Griechenland. Saison ist von Anfang Mai bis Ende Oktober. Der Tourismus konzentriert sich eher auf die nördliche Hälfte der Insel, jedoch wird der Süden mehr und mehr touristisch erschlossen.

    Rhodos-Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Etwa die Hälfte der Inselbewohner lebt im Hauptort Rhodos, dem touristischen Zentrum an der Nordspitze der Insel. Die Altstadt mit Großmeisterpalast und mächtigen Stadtmauern wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Der Palast beherbergt unter anderem Mosaike und eine Kopie der Laokoon-Gruppe. Die touristisch genutzten Strände der Stadt sind überwiegend der Westküste zuzuordnen.

    Westseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Kirche zum Hl. Pantaleon in Siána
    Monolithos

    Von Rhodos-Stadt aus gesehen ist fast die gesamte Westküste bis Ialysos eine einzige Kette von Hotels, Diskotheken und Bars. In Trianda (1967 noch ein beschauliches kleines Dörfchen, das gemäß Namen aus 30 heute noch vorhandenen Sommervillen an der Küstenstraße bestand) kann man zum Filerimos, einer Anlage der italienischen Franziskanermönche, sowie zu den Ruinen von Ialysos, die gleichfalls dort gelegen sind, abbiegen.

    Im Nordwesten der Insel, etwas im Inneren gelegen, befindet sich das Tal der Schmetterlinge (πεταλούδες, Petaloudes), das man gegen Eintritt besuchen kann. In diesem Tal ist der Russische Bär, auch bekannt als Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria), die zur Familie der Bärenspinner gehört, in großer Zahl anzutreffen. Grund dafür ist, dass dieses Tal von einem bedeutenden Vorkommen des Orientalischen Amberbaums (Liquidambar orientalis) besiedelt wird,[14] dessen Harzgeruch die Schmetterlinge anzieht. Der Gepunktete Harlekin ist insbesondere durch seine leuchtend rote Farbe auf der Flügelunterseite zu erkennen. Bedauerlicherweise hat die Population in den letzten Jahren drastisch abgenommen, da die Falter durch die vielen Touristen am Tag nicht mehr zur Ruhe kamen, um die nötige Energie für die nächtliche Paarung zu sammeln.

    Ebenfalls auf der Westseite der Insel befinden sich die Ruinen der Stadt Kameiros.

    Weiter im Süden, direkt an der Küste, liegt einer der drei Punkte, an denen die Johanniter ihre Insel verteidigten. Auf einem Felsendom, dessen Felswände bis zu 240 m hoch ragen, liegt die Ruine von Monolithos, wo man sich die Reste der alten Burg ansehen kann, in der sich später ein Kloster befand. Heute steht dort eine kleine Kapelle.

    Ostseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Strand bei Lindos
    Der Isthmus von der Halbinsel Prasonisi aus gesehen

    Das Zentrum des Tourismus liegt auf der Ostseite der Insel. Grund dafür sind die klimatischen Verhältnisse, da auf der Westseite viel stärkerer Wind herrscht und aufgrund dessen auch ein stärkerer Wellengang.

    An der Ostküste südwärts von Rhodos-Stadt befinden sich die Thermen von Kallithea, die rekonstruiert und im Sommer 2007 neu eröffnet wurden. Etwas weiter südlich liegt schließlich die Region um Faliraki, die Hochburg des Tourismus. Der Ort bestand noch 1970 aus einem kleinen Dorf. Für kulturell und historisch interessierte Besucher hat die Stadt allerdings nichts zu bieten.

    Eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Insel ist die Stadt Lindos mit der Akropolis. Sie ist nach der Akropolis von Athen die meistbesuchte Griechenlands. Sehenswert sind auch die zahlreichen Kapitänshäuser sowie die Marienkirche mit ihren zahlreichen Fresken.

    Folgt man der Küstenstraße weiter in Richtung Süden, kommt man an einigen Urlaubsorten (zum Beispiel Kolymbia, Gennadi) vorbei, bis schließlich in Kattavia die Abzweigung nach Prasonisi erreicht wird, eine Halbinsel, die über eine manchmal vom Meer überspülte Sandbank mit dem Südende der Insel Rhodos verbunden ist.

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Geologie

    • Ulrich Linse: Die Insel Rhodos (Griechenland). Geologische Stratigraphie und politische Strategie. Zweihunderfünfzig Jahre Forschungs-Geschichte (1761–2008). Verlag Documenta Naturae, München 2008, ISBN 978-3-86544-552-6.

    Flora und Fauna

    • Thomas Bader, Christoph Riegler, Heinz Grillitsch: The herpetofauna of the Island of Rhodes (Dodecanese, Greece) / Die Herpetofauna der Insel Rhodos (Dodekanes, Griechenland). In: Herpetozoa. 21 (2009), S. 147–169. (online, PDF).
    • Michael Hassler, Bernd Schmitt: Flora of Rhodes. (online).

    Quellen

    • Leza M. Uffer (Hrsg.): Peter Füesslis Jerusalemfahrt 1523 und Brief über den Fall von Rhodos 1522. In: Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich. 50/3, 1982.

    Geschichte

    • Χριστόδουλος Παπαχριστοδούλου: Ιστορία τής Ρόδου: Από τούς προϊστορικούς χρόνους έως τήν ενσωμάτωση τής Δωδεκανήσου (1948). Δέμοδ Ρόδου, Σεγέ Γαμματόν καί Τεχόν Δώδεκανήσου, Αθήνα 1994. (Σείρα αυτότελόν εκδορεόν. αρ. 1). Christódoulos Papachristodoúlou: Geschichte von Rhodos. Von der Vorgeschichte bis zur Eingliederung des Dodekanes. (Enosis, 1948). Athen 1994, ISBN 960-85568-0-5.
    • Mario Benzi: Rodi e la civiltà micenea. In: Incunabula Graeca. 94, Gruppo Ed. Internazionale, Rom 1992 ISSN 0073-5752.
    • Hans-Ulrich Wiemer: Krieg, Handel und Piraterie. Untersuchungen zur Geschichte des hellenistischen Rhodos. Akademie-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003751-2 (Klio. Beiheft. Neue Folge 6) (partiell zugl.: Habilitationsschrift, Marburg 2000).
    • Richard M. Berthold: Rhodes in the Hellenistic Age. Cornell University Press, 2009.
    • Hatto H. Schmitt: Rom und Rhodos. Geschichte ihrer politischen Beziehungen seit der ersten Berührung bis zum Aufgehen des Inselstaates im römischen Weltreich (= Münchener Beiträge zur Papyrusforschung und antiken Rechtsgeschichte. 40), Beck, München 1957 (Zugl.: Diss. München 1955).
    • Nicolas Vatin: Rhodes et l’Ordre de Saint-Jean-de-Jérusalem. CNRS éditions, Paris 2000, ISBN 2-271-05545-8.
    • Elias Kollias: Die Ritter von Rhodos. Der Palast und die Stadt. Die mittelalterliche Stadt Rhodos, Denkmal des Weltkulturerbes UNESCO 1988. Ektodike Athenon, Athen 1991, ISBN 960-213-255-8.
    • Jürgen Sarnowsky: Macht und Herrschaft im Johanniterorden des 15. Jahrhunderts. Verfassung und Verwaltung der Johanniter auf Rhodos (1421–1522). Lit, Münster u. a. 2001, ISBN 3-8258-5481-7.
    • Andreas Burtscher: Von Eroberung und Verlust der schönen Insel Rhodos. Die Belagerung von Rhodos 1522 durch die Osmanen. Diplomica, Hamburg 2014.
    • Leonardo Ciacci: Rodi italiana 1912–1923. Marsilio, Venedig 1991, ISBN 88-317-5581-1.
    • Esther Fintz Menascé: Gli Ebrei a Rodi. Storia di un’antica comunità annientata dai nazisti. 2. Auflage. Guerini e associati, Mailand 2000, ISBN 88-7802-312-4.

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     Commons: Rhodos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. Concise statistical yearbook of Greece. 2009. Piraeus 2010. PDF.
    2. a b c Ergebnisse der Volkszählung 2011, Griechisches Statistisches Amt (ΕΛ.ΣΤΑΤ). (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive). (Excel-Dokument, 2,6 MB).
    3. E. Robertson: Notes on Javan. In: The Jewish Quarterly Review. 20, 1908, S. 473.
    4. Toula Marketou: Time and Space in the Middle Bronze Age Aegean World. Ialysos (Rhodos), a Gateway to the Eastern Mediterranean. In: Stella Souvatzi, Athena Hadji (Hrsg.): Space and Time in Mediterranean Prehistory. Routledge, 2013, S. 176–195, hier: S. 176.
    5. M. Foundoulakis: Neolithic skeletal remains from the Kalythies cave, Rhodes. In: Søren Dietz, Ioannis Papachristodoulou (Hrsg.): Archaeology in the Dodecanese. Kopenhagen 1988, S. 17 ff.
    6. Dies und das Folgende nach: C. B. Mee, Ellen E. Rice: Rhodes. In: The Oxford Companion to Classical Civilization. Oxford University Press, 2014, S. 662 f.
    7. Szaivert/Sear, Griechischer Münzkatalog, Band 2, München 1983, Seite 187 bis 189
    8. Michael Rostovtzeff: Gesellschafts- und Wirtschaftsgeschichte der hellenistischen Welt. Bd. 2, Darmstadt 1998, S. 610 ff.
    9. Gereon Siebigs: Kaiser Leo I: Das oströmische Reich in den ersten drei Jahren seiner Regierung (457–460 n. Chr.). Walter de Gruyter, 2010, S. 272 f.
    10. Klaus-Peter Matschke: Das Kreuz und der Halbmond. Die Geschichte der Türkenkriege. Artemis & Winkler, Düsseldorf/ Zürich 2004, S. 32 f.
    11. Emile Y. Kolodny: Une comunauté insulaire en Méditerranée orinentale: les Turcs de Chypre. In: Revue de géographie de Lyon. 46,1 (1971) 5–56, hier: S. 18.
    12. Hellasfreunde Bern: Bulletin 2/2009 September 2009. (PDF; 2,3 MB), abgefragt am 27. April 2011.
    13. Götz Aly: Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus. Mit einem Nachwort: Antwort auf die Kritik. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2006, S. 299–308. 
    14. Krystyna Boratyńska, Adam Boratyński: Distribution of Liquidambar orientalis Miller on Rhodos island. In: Arboretum Kórnickie. Band 29, S. 3–11.
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    source: http://de.wikipedia.org/wiki/Rhodos
    Read More >>
    Koloss von Rhodos

    Notia Rhodos: Süd-Rhodos

    Lachania liegt im Süden der Insel Rhodos. Der Tourismus ist an Lachania fast gänzlich vorbei gegangen. Die meisten Einwohner leben von der Landwirtschaft und der Viehhaltung. Der Dorfplatz, direkt neben der Kirche, namens Platanos, ist ein Geheimtipp. Genauso, wie die urige, gleichnamige Taverne, wo Sie ausgezeichnet, unter einer riesigen schattenspendenden Platane, typisch griechische Küche genießen können.

    Ebenfalls unter einer alten Platane findet man im Nachbarort eine schöne Taverne mit deutsch-griechischer Bewirtung.

    Gemeindebezirk Notia Rodos (Süd-Rhodos)
    Δημοτική Ενότητα Νότιας Ρόδου
    (Νότια Ρόδος)
    Notia Rodos (Griechenland)
    Bluedot.svg
    Basisdaten
    Staat: Griechenland
    Region: Südliche Ägäis

    f6

    Regionalbezirk: Rhodos
    Gemeinde: Rhodos
    Geographische Koordinaten: 36° 1′ N, 27° 56′ O36.02427.925Koordinaten: 36° 1′ N, 27° 56′ O
    Höhe ü. d. M.: 0–550 m
    Ägäis–Agios Isidoros (Attavyros)
    Fläche: 379,050 km²
    Einwohner: 3.561 (2011[1])
    Bevölkerungsdichte: 9,4 Ew./km²
    Code-Nr.: 690109
    Gliederung: f121 Stadtbezirk
    9 Ortsgemeinschaften
    Lage in der Gemeinde Rhodos und im Regionalbezirk Rhodos
    Datei:DE Notias Rodou.svg

    Notia Rodos (griechisch Νότια Ρόδος ‚Süd-Rhodos‘) ist der größte Gemeindebezirk der griechischen Insel und Gemeinde Rhodos und bildete bis zur Verwaltungsreform 2010 eine eigenständige Gemeinde. Verwaltungssitz ist Gennadi mit 671  Einwohnern.

    Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Gemeindebezirk nimmt im Süden von Rhodos 26,2 % der Inselfläche ein. Nachbarbezirke sind im Nordwesten Atavyros und im Nordosten Lindos.

    Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Der Gemeindebezirk ist in den Stadtbezirk Asklipiio und neun Ortsgemeinschaften (Τοπική Κοινότητα Topiki Kinotita) untergliedert.

    Ortsgemeinschaft griechischer Name Code Fläche (km²) Einwohner 2001 Einwohner 2011 Dörfer und Siedlungen
    Apolakkia Τοπική Κοινότητα Απολακκιάς 69010902 29,100 0415 0496 Apolakkia
    Arnitha Τοπική Κοινότητα Αρνίθας 69010903 22,025 0310 0215 Arnitha
    Asklipiio Δημοτική Κοινότητα Ασκληπιείου 69010904 46,625 0673 0646 Asklipiio, Kiotari
    Vati Τοπική Κοινότητα Βατίου 69010905 39,075 0188 0323 Vati
    Gennadi Τοπική Κοινότητα Γενναδίου 69010901 33,475 0655 0376 Gennadi
    Istrios Τοπική Κοινότητα Ιστρίου 69010906 18,400 0485 0376 Istrios
    Kattavia Τοπική Κοινότητα Κατταβίας 69010907 97,350 0590 0376 Kattavia, Agios Pavlos, Macheria, Prasonisi
    Lachania Τοπική Κοινότητα Λαχανιάς 69010908 25,375 0341 0376 Lachania, China, Plimmyri
    Mesanagros Τοπική Κοινότητα Μεσαναγρού 69010909 51,750 0330 0376 Mesanagros
    Profilia Τοπική Κοινότητα Προφίλιας 69010910 15,875 0326 0960 Profilia
    Gesamt 690109 379,050 4313 3561
    source: http://de.wikipedia.org/wiki/Notia_Rodos
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